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Amerell: "Lasse mich nicht auf die Schlachtbank führen"

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Amerell: "Lasse mich nicht auf die Schlachtbank führen"

12.03.2010, 12:40 Uhr | sid, sid

Amerell: "Lasse mich nicht auf die Schlachtbank führen". Theo Zwanzigers Krisen-Management steht stark in der Kritik. (Foto: dpa)

Theo Zwanzigers Krisen-Management steht stark in der Kritik. (Foto: dpa)

Der frühere Schiedsrichter-Beobachter Manfred Amerell sieht einer Strafanzeige durch den Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen übler Nachrede und Verleumdung gelassen entgegen. "Ich habe in der ganzen Angelegenheit immer die Wahrheit gesagt. Deswegen habe ich davor überhaupt keine Angst", sagte der 63-Jährige der "Augsburger Allgemeinen". Amerell will in der Auseinandersetzung mit dem DFB nicht klein beigeben. "Ich lasse mich garantiert nicht auf die Schlachtbank führen", sagte Amerell: "Die sollen die Wahrheit sagen, wenn sie das nicht tun, bin ich gut vorbereitet."

Amerell wirft Zwanziger Günstlingswirtschaft vor

Amerell hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger Günstlingswirtschaft vorgeworfen. Ein Schiedsrichter aus Zwanzigers Heimatort Altendiez sei laut Amerell in die Bundesliga gehievt worden, obwohl andere Kandidaten nach dem Bewertungssystem geeigneter gewesen wären. Amerell, der von FIFA-Schiedsrichter Michael Kempter und drei weiteren anonymen Referees der sexuellen Belästigung beschuldigt wird, räumte erneut eigene Fehler ein.

Amerell: "Ich habe Fehler gemacht"

"Ich habe einen Fehler gemacht, weil ich die notwendige Distanz nicht gewahrt habe. Meine Glaubwürdigkeit war so angegriffen, dass ich nicht mehr weitermachen konnte. Außerdem ist es wie in der Politik: Wenn du einen Fehler machst, musst du deinen Hut nehmen", sagte Amerell, der die Vorwürfe aber nach wie vor bestreitet. Die Schiedsrichter-Karriere von Kempter sieht Amerell als beendet an: "Als Schiedsrichter ist er durch. Von seiner Leistung her ist das schade, weil er ein Juwel war, das wohl größte Talent, das ich jemals gesehen habe."

Medienanwalt kritisiert DFB scharf

Derweil hat Medienanwalt Johannes Eisenberg das juristische Vorgehen des DFB und seines Präsidenten Zwanziger scharf kritisiert. Der Experte für Straf- und Medienrecht aus Berlin räumte der Ankündigung Zwanzigers, Amerell wegen übler Nachrede und Verleumdung zu verklagen, keine Aussichten auf Erfolg ein. "Man hat den Eindruck, der DFB hat keine Juristen zur Hand", sagte Eisenberg der "Berliner Zeitung" und machte dem Verband schwere Vorwürfe: "Da scheinen alle Sicherungen durchgebrannt zu sein. Wenn es zu einer Strafanzeige kommt, wird die Staatsanwaltschaft prüfen und einstellen, weil sie sagen wird: Eine Straftat hat der Amerell mit seinen Aussagen nicht begangen."

DFB-Klage gegen Amerell hat keine Aussicht auf Erfolg

Wie der Jurist erklärte, sei die Äußerung von Amerell, Zwanziger würde "über Leichen gehen", keine Verleumdung. "Keiner, der das hört, versteht das so, dass Amerell behauptet, Zwanziger laufe mit einer Pistole herum und lege Leute um", betonte Eisenberg. Vielmehr werde die Äußerung als Metapher verstanden. Es handele sich um einen klassischen Fall, in dem eine Aussage keine Schmähung, sondern Teil einer Sachauseinandersetzung sei. Auch handele es sich nicht um üble Nachrede oder Verleumdung, sondern um eine Meinungsäußerung, sagte Eisenberg, der den DFB auch dafür kritisierte, dass der Verband ein Strafgericht anrufen wolle. "Im Übrigen zeigt sich hier eine weitere Schwäche des DFB. Wenn der meint, dass irgendeiner Falsches sagt, muss der DFB zum Zivilgericht. Allein der Umstand, dass er das nicht wagt, sondern mit Strafanzeige droht, zeigt, dass er nicht glaubt, dass etwas drin ist."

DFB hätte nicht Schiedsrichter spielen dürfen

Auch bei der Aufklärung der Vorwürfe wegen sexueller Nötigung gegen Amerell habe der DFB einen falschen Weg gewählt. Wenn der Verband zu der Überzeugung komme, an den Vorwürfen sei etwas dran, hätte er die Staatsanwaltschaft einschalten müssen. "Er hätte nie sagen dürfen: Wir spielen Schiedsrichter, entscheiden, wer recht, wer unrecht hat und geben es an die Öffentlichkeit", so Eisenberg.

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