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FIFA-Skandal: Marokko soll WM-Vergabe 2010 eigentlich gewonnen haben

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FIFA-Skandal weitet sich aus  

Marokko soll WM-Vergabe 2010 eigentlich gewonnen haben

07.06.2015, 14:03 Uhr | sid

FIFA-Skandal: Marokko soll WM-Vergabe 2010 eigentlich gewonnen haben. FIFA-Präsident Blatter (re.) mit Zakumi, dem Maskottchen der WM 2010 in Südafrika. (Quelle: imago/Ulmer)

FIFA-Präsident Blatter (re.) mit Zakumi, dem Maskottchen der WM 2010 in Südafrika. (Quelle: Ulmer/imago)

Die Anschuldigungen gegen den Fußball-Weltverband FIFA werden immer ungeheuerlicher. Laut des vor knapp fünf Jahren suspendierten Exekutivkomitee-Mitglieds Ismail Bhamjee hätte die WM-Endrunde 2010 nicht in Südafrika, sondern in Marokko stattfinden müssen.

Bei der Abstimmung über die Vergabe sei angeblich Marokko der Sieger gewesen. Die Aussagen des Funktionärs aus Botswana hat die britische Zeitung "Sunday Times" auf Band.

Südafrika weist alle Vorwürfe zurück

"Nachdem ich mit allen darüber gesprochen habe, wo die Stimmen hingegangen sind, und es waren alle, haben wir herausgefunden, dass Marokko mit zwei Stimmen gewonnen hat", sagte Bhamjee demnach. Seine Kollegen könnten aber auch gelogen haben.

Zudem berichtet der Mann aus Botswana über Bestechungsdetails der marokkanischen WM-Bewerber. Bhamjee bestätigt auch die Verwicklung von Ex-FIFA-Vize Jack Warner in Bestechungspraktiken der marokkanischen und südafrikanischen WM-Bewerber. WM-Ausrichter Südafrika, das die Wahl damals mit 14:10 Stimmen gewann, hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

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Kein guter Leumund

Laut "The Sunday Times" soll das Video aus dem Jahr 2010 der FIFA seit langem vorgelegen haben. Der Weltverband wollte sich weder zu dem Film noch zu den darin gemachten Vorwürfen äußern.

Als Zeuge genießt Bhamjee allerdings nicht den höchsten Grad an Glaubwürdigkeit. Er war dicht verstrickt in Betrugsdelikte der Fußball-Macher. Von der WM 2006 in Deutschland wurde er wegen illegaler Ticket-Verkäufe nach Hause geschickt. Vor der WM-Vergabe 2010 wurde er wegen Bestechungsvorwürfen suspendiert, auf eine Berufung verzichtete er.

In dem Video plaudert er - sich unbeobachtet fühlend - auch freizügig über die korrupten Praktiken seiner Kollegen. 300.000 Dollar pro Funktionär habe Marokko afrikanischen Delegierten geboten. Jack Warner sei wegen höherer Offerten Richtung Südafrika umgeschwenkt.

E-Mail könnte Blatter in Schwierigkeiten bringen

Unterdessen verheißen Berichte aus Südafrika auch für FIFA-Chef Blatter nichts Gutes. Dessen Generalsekretär Jérôme Valcke soll im Jahr 2007 per E-Mail bei der Regierung am Kap angefragt haben, wann mit der Zahlung von zehn Millionen Dollar zugunsten des Verbandes CONCACAF zu rechnen sei. Der Kontinentalverband für Nord- und Mittelamerika und die Karibik wurde in dieser Zeit von Jack Warner und Chuck Blazer geführt, die im Zentrum der Korruptionsaffäre stehen.

Die südafrikanische Zeitung "Sunday Times" behauptet nun, dass Valcke in seinem Schreiben darauf verwiesen habe, dass Blatter und Südafrikas damaliger Staatschef Thabo Mbeki in die Diskussionen um die Zahlung eingebunden gewesen seien.

Das würde erstmals den Namen Blatters konkret mit der dubiosen Zahlung in Verbindung bringen. Laut US-Justizermittlern handelt es sich bei dem Geld um Bestechungszahlung an FIFA-Funktionäre, darunter die Exekutivmitglieder Blazer, der geständig ist und Warner, der jede Vorteilsnahme leugnet. Die FIFA beharrt darauf, dass die zehn Millionen Dollar eine legale Hilfsmaßnahme für den Fußball in Mittelamerika seien.

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