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FIFA-Skandal: Funktionär Figueredo gesteht Korruption

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Netzwerk in Südamerika  

FIFA-Funktionär gesteht umfangreiche Korruption

26.12.2015, 14:50 Uhr | dpa, sid

FIFA-Skandal: Funktionär Figueredo gesteht Korruption. Aussagekräftig: Eugenio Figueredo spricht von umfangreicher Korruption im südamerikanischen Fußball. (Quelle: dpa)

Aussagekräftig: Eugenio Figueredo spricht von umfangreicher Korruption im südamerikanischen Fußball. (Quelle: dpa)

Der frühere FIFA-Vizepräsident Eugenio Figueredo hat die Existenz eines umfangreiches Korruptionsnetzwerk im südamerikanischen Fußball eingestanden. Nach seiner Auslieferung am Heiligabend aus der Schweiz entschied eine Richterin in seiner Heimat Uruguay, dass er wegen Korruption und Geldwäsche zunächst ins Zentralgefängnis der Hauptstadt Montevideo eingeliefert wird, wie Staatsanwalt Juan Gómez mitteilte. Wegen Herzproblemen wurde er nach kurzer Zeit in eine Klinik verlegt.

Figueredo habe eingeräumt, dass er "große Summen Geld" bekommen habe, erklärte Gómez - es soll sich um Millionen-Beträge handeln. Diese habe er dann woanders investiert. Er soll auch eingeräumt haben, dass zehn Präsidenten nationaler Verbände in Südamerika Bestechungsgeld kassiert haben. Figueredo war von 1993 bis 2013 Vizepräsident des südamerikanischen Fußballverbandes COMNEBOL, seit 2013 Präsident.

Wie der Jurist weiter erklärte, soll das Korruptionsnetzwerk beim CONMEBOL nach Informationen des Funktionärs arglistig angelegt gewesen sein. Nach Ansicht der Ermittler ist dadurch jeder Wettbewerb um Markting- und TV-Rechte an Turnieren des Kontinentalverbandes unmöglich gemacht worden. Alleine die Vereine und Profis in Uruguay seien durch die Schmiergeldzahlungen auf CONMEBOL-Ebene um erhebliche Summen betrogen worden. 

Vereine erpresst

Nach Angaben der Zeitung "El Observador" soll Figueredo die Funktionsweise des Korruptionsnetzes, die beteiligten TV-Sender und Strohfirmen offengelegt haben. Die südamerikanische Champions League, die Copa Libertadores, die Copa América oder die WM-Qualifikation gelten im Fußballverrückten Südamerika als lukrative TV-Ereignisse. Durch die Preisabsprachen mit führenden Funktionären kann der Wettbewerb aber ausgehebelt worden sein und Vereinen und Nationalmannschaften dadurch höhere Einnahmen entgangen sein. Der Zeitung zufolge soll Figueredo als eine Gegenleistung auch eine 10-Prozent-Beteiligung an einem Luxushotel kassiert haben.

Der 83-Jährige belastete zudem Gorka Villar schwer, Mitglied im 15-köpfigen FIFA-Reformkomitee. Der Sohn von FIFA-Vizepräsident Angel Maria Villar ist derzeit Generaldirektor des südamerikanischen Verbandes - er soll uruguayische Vereine erpresst haben, sagte ein Anwalt der Fußballvereinigung unter Verweis auf Aussagen Figueredos bei seiner Vernehmung in Montevideo.

Dabei soll es um die Rücknahme von Anzeigen der Vereine im Jahr 2013 gegangen sein, die sich durch die Korruption bei TV-Rechten um Einnahmen betrogen fühlten. Demnach sei den Klubs der Ausschluss von internationalen Wettbewerben angedroht worden.

Mehr Straftaten in Uruguay

Figueredo war Ende Mai mit sechs weiteren Spitzenfunktionären der FIFA in der Schweiz festgenommen worden. Er saß seither in Zürich in Haft und ist nun in sein Heimatland ausgeliefert worden. Im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen hatten die USA ebenfalls seine Auslieferung beantragt, wogegen er Beschwerde einreichte. In den USA ist der 83-Jährige wegen Amtsmissbrauchs zur persönlichen Bereicherung durch Annahme von Bestechungsgeldern eines US-Vermarktungsunternehmens in Millionenhöhe angeklagt.

Weil in Uruguay gegen Figueredo aber wegen mehr Straftaten als in den USA ermittelt wird, entschieden die Schweizer Behörden letztlich, ihn an sein Heimatland zu überstellen. Seine Anwältin Karen Pintos forderte, ihn wegen seines Alters und eines kritischen Gesundheitszustandes unter Hausarrest zu stellen, was die Justizbehörden aber ablehnten.

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