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Infantino vs. Salman - FIFA-Wahl-Krimi erreicht Höhepunkt

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Infantino vs. Scheich Salman  

Wahl-Krimi am Schicksalstag der FIFA

26.02.2016, 13:20 Uhr | sid

Infantino vs. Salman - FIFA-Wahl-Krimi erreicht Höhepunkt. Die Favoriten auf die Blatter-Nachfolge: Gianni Infantino (li.) und Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa. (Quelle: dpa)

Die Favoriten auf die Blatter-Nachfolge: Gianni Infantino (li.) und Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa. (Quelle: dpa)

Bis zur letzten Sekunde wird um jede Stimme gefeilscht, in geheimen Gesprächen hinter verschlossenen Türen der vielleicht entscheidende Deal eingefädelt: Vor dem Kongress des Fußball-Weltverbandes haben Rechenspielchen und Absprachen Hochkonjunktur - die Wahl des neuen FIFA-Präsidenten in Zürich wird zum Krimi mit ungewissem Ausgang.

Sicher scheint nur: Gianni Infantino (45 Jahre) und Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (50) werden das Kopf-an-Kopf-Rennen im Zürcher Hallenstadion unter sich ausmachen.

In den wegweisenden Stunden erklärten sich die beiden Schwergewichte jeweils quasi selbst schon zum Nachfolger des gefallenen Sepp Blatter (79).

Infantino hat Europa, der Scheich Asien

"Ich habe meine Gründe, um sogar noch selbstbewusster zu sein", sagte Infantino, der in einem Brief an alle FIFA-Mitglieder noch einmal für sich warb ("Ich halte meine Versprechen"), der Nachrichtenagentur AFP. Ähnlich siegessicher äußerte sich der Scheich. Verlässliche Zahlen konnten allerdings beide nicht präsentieren - es bleibt bei der puren Spekulation.

Sicher ist: Infantino hat als UEFA-Generalsekretär fast alle 53 Stimmen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) sicher. Der Scheich kann als AFC-Präsident auf so gut wie alle 44 Stimmen (Indonesien und Kuwait sind gesperrt) der asiatischen Konföderation bauen.

Afrika-Stimmen als Königsmacher

Zu den Königsmachern werden dadurch die Afrikaner, von denen sich beide Favoriten die Mehrheit der Stimmen erhoffen. Die 54 FIFA-Mitglieder aus dem afrikanischen Kontinentalverband CAF sind die wankelmütigsten innerhalb des Weltverbandes.

Ein fragwürdiger Deal mit der AFC über gegenseitige Entwicklungshilfe hätte dem Scheich eigentlich auch alle Afrika-Stimmen sichern sollen. Zuletzt aber reiste Infantino nach Kapstadt und grub dem Mitglied der bahrainischen Königsfamilie offenbar ein bisschen Wasser ab. Ob es reicht, wird sich zeigen.

Infantino dürfte die Mehrheit der 35 Stimmen aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF) bekommen - obwohl ein CONCACAF-Sprecher ankündigte, dass die Verbandsspitze ihren Mitgliedern keine Empfehlung für einen Kandidaten gegeben hat. Was die zehn Südamerikaner (CONMBEOL) machen, ist völlig offen. Dazu kommen elf Wähler des ozeanischen Verbandes OFC.

Zu wem schwenken die Wechselwähler um?

Prognosen? Schwierig! In einer AFP-Umfrage beantworteten zwar 161 der insgesamt 209 Verbände (wahlberechtigt sind 207) eine entsprechende Frage - nur 100 davon gaben aber Auskunft darüber, wer ihre Stimme bekommt. Laut der AFP-Umfrage bekam der UEFA-General im Vorfeld die Unterstützung aus 68 der 100 Länder, dem Scheich sagten 28 Nationen ihre Stimme zu. Allerdings waren die UEFA-Verbände deutlich auskunftsfreudiger als die der afrikanischen oder asiatischen Konföderation.

Was ohnehin schon bekannt war, wird bestätigt: Prinz Ali bin Al Hussein (40/Jordanien), Jerome Champagne (57/Frankreich) und Tokyo Sexwale (62/Südafrika) sind ohne Chance. Es könnte auf die Wechselwähler ankommen, die von den drei Verlierern umschwenken. Wer also vorher Champagne wählt, wählt dann Infantino? Oder den Scheich? Es sind Rechenspiele.

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