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Eklat nach Erdogan-Treffen: Rückendeckung von Kanzlerin

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Eklat nach Erdogan-Treffen  

Merkel: "Gündogan und Özil gehören zur Nationalelf"

11.06.2018, 15:28 Uhr | iger, t-online.de

Eklat nach Erdogan-Treffen: Rückendeckung von Kanzlerin. Angela Merkel (l.) mit Bundestrainer Joachim Löw: Für die Fußball-WM in Russland wünscht sich die Bundeskanzlerin, dass Fans auch wieder für Ilkay Gündogan klatschen. (Quelle: imago/MIS)

Angela Merkel (l.) mit Bundestrainer Joachim Löw: Für die Fußball-WM in Russland wünscht sich die Bundeskanzlerin, dass Fans auch wieder für Ilkay Gündogan klatschen. (Quelle: MIS/imago)

Das Foto von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit Türkei-Präsident Erdogan sorgte für viel Kritik. Jetzt hat sich Bundeskanzlerin Merkel geäußert und stellt sich hinter die Nationalspieler. 

In der Talkshow "Anne Will" hat sich jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel zu dem Eklat von den Nationalspielern Mesut Özil und Ilkay Gündogan zu Wort gemeldet. Der Grund für die Aufregung war, dass sich die beiden mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren haben lassen. 

Der Vorwurf? Es stand im Raum, dass sich die Fußballer zu Wahlkampfzwecken instrumentalisieren lassen. Gündogan hat sich in einem öffentlichen Statement bereits zu Deutschland bekannt, von Özil hat es keine Stellungnahme gegeben. Beide hatten nach den Vorwürfen ein klärendes Gespräch mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Ich habe meinen Urlaub in Dubai auf eigenen Wunsch unterbrochen, um mit dem DFB zu reden. Besonders froh bin ich, dass ich heute von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen wurde. Der Bundespräsident wollte auch meine Sichtweise verstehen. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich zu Deutschland und der deutschen Nationalmannschaft bekenne, aber durch meine Familie auch eine türkische Seite in mir habe. Ganz ehrlich, ich respektiere die Liebe meiner Eltern zu Ihrer Heimat und zu ihrem Dorf, in dem auch meine Großeltern noch leben und das für meine Familie ein zweites Zuhause nach Gelsenkirchen ist. Ich verstehe die Kritik an meinem Handeln. Aber es hat mich persönlich sehr getroffen, mir vorwerfen zu lassen, dass ich unsere Werte nicht respektiere. Ich bin deutscher Staatsbürger, der die Nationalhymne singt. Aber was für mich viel wichtiger ist. Meine Kinder werden in diesem Land leben, das meiner Familie faire Chancen gegeben hat. Bitte habt Verständnis dafür, dass ich mich dazu fürs Erste nicht mehr äußern möchte. Ab jetzt soll es endlich wieder um das gehen, was wir am besten können: Fußball! Und nicht mehr um Politik. Jetzt zählt nur eins: WIR wollen gewinnen.

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Merkel: "Haben nicht bedacht, was das Foto auslöst"

Anne Will fragte Bundeskanzlerin Merkel, was sie von der Auffassung halte, dass Gündogan, wann immer er am Ball sei oder das Spielfeld betrete, ausgepfiffen werde. "Also ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto auslöst mit dem Präsidenten Erdogan", sagt sie.

Die 63-Jährige sei davon überzeugt, dass die Sportler alles wollten, nur nicht deutsche Fans in irgendeiner Weise enttäuschen. Und weiter: "Ich fand es jetzt sehr berührend, dass Ilkay Gündogan trotzdem gesagt hat 'Ich spiele für Deutschland' und gerne Mitglied der deutschen Nationalmannschaft ist."

"Würde mich freuen, wenn mancher Fan klatschen könnte"

Alles was jetzt benötigt werde, sei das ganze Team. "Wir brauchen die jetzt alle, damit wir gut abschneiden und sie gehören zu dieser Nationalmannschaft und deshalb würde ich mich freuen, wenn mancher Fan auch klatschen könnte", bekräftigt die CDU-Vorsitzende.

Zu einem möglichen politischem Boykott Russlands und einem Fernbleiben der WM sagt Merkel: "Würde ich hinfahren, könnte ich das vielleicht für politische Gespräche nutzen. Ohne sprechen wird man überhaupt gar keine Lösung finden."

Merkel macht eine Reise zur WM nach Russland auch von weiteren Verpflichtungen abhängig. "Ich muss das abpassen, aber im Grundsatz ist das nicht ausgeschlossen", sagt die Bundeskanzlerin zuversichtlich.

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