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WM 2018: Das ändert sich beim Videobeweis für die WM


SCHNELL ERKLÄRTPremiere für VAR  

Das ändert sich beim Videobeweis für die WM

Von Benjamin Zurmühl

13.06.2018, 12:08 Uhr
WM 2018: Das ändert sich beim Videobeweis für die WM. Erfahren: Felix Zwayer wird bei der WM als Videoschiedsrichter tätig sein. (Quelle: imago)

Erfahren: Felix Zwayer wird bei der WM als Videoschiedsrichter tätig sein. (Quelle: imago)

Nicht nur Island und Panama feiern ihr WM-Debüt. Auch der Videobeweis ist zum ersten Mal im Einsatz. Im Vergleich zur Bundesliga gibt es ein paar wichtige Neuerungen.

In Deutschland sorgte der VAR ("Video Assistant Referee") für viel Diskussionsstoff. Auch wenn natürlich negative Erinnerungen bei manchen Fans überwiegen, sorgte er an vielen Stellen für mehr Gerechtigkeit. 

Auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland kommt der Videobeweis zum Einsatz. Zwar haben, anders als vor dem Start der abgelaufenen Bundesliga-Saison, einige Schiedsrichter schon Erfahrung im Umgang mit der technischen Hilfe, doch für andere ist der Kontakt mit Video-Assistenten neu. Zusammen mit dem Schiedsrichter-Coach und Experten Alex Feuerherdt beantwortet t-online.de die wichtigsten Fragen zum Videobeweis bei der WM.

Wann darf der Video-Schiedsrichter eingreifen?

Trotz der zahlreichen Bundesliga-Spieltage und DFB-Pokal-Partien war es für einige Fußball-Fans unklar, wann der Video-Schiedsrichter überhaupt eingreifen darf. Dabei gibt es vier Fälle, in denen der VAR eine Situation überprüfen darf. Alex Feuerherdt fasst es wie folgt zusammen:

  • Torerzielung: Es wird überprüft, ob der Treffer korrekt gefallen ist oder ob ein beteiligter Spieler im Abseits stand, ein Verteidiger gefoult wurde oder die Hand zur Hilfe genommen wurde.
  • Platzverweis: Hat der Schiedsrichter eine Situation übersehen, bei der ein Spieler die Gelb-Rote oder Rote Karte erhalten müsste?
  • Verdacht auf einen möglichen Elfmeter
  • Spielerverwechslung: Wenn der Schiedsrichter den falschen Spieler mit einer Karte bestraft hat, darf der Video-Assistent eingreifen und den Unparteiischen darauf hinweisen, seine Entscheidung zu korrigieren.

Wie viele Video-Schiedsrichter werden im Einsatz sein?

Bei der WM wird es 13 Schiedsrichter geben, die ausschließlich als Video-Assistenten im Einsatz sind. Das heißt, auf dem Platz werden wir sie nicht zu sehen bekommen. Alle 13 Unparteiischen haben Erfahrung mit dem Videobeweis. Alleine neun von ihnen stammen aus Europa. Mit dabei sind mit Patrick Dankert und Felix Zwayer auch zwei deutsche Video-Schiedsrichter. Ihnen stehen drei Assistenten und vier "Replay-Operators", Spezialisten für das Aussuchen der richtigen Kamera-Perspektive, zur Seite.

Doch neben den 13 Video-Schiedsrichtern werden auch die 36 Unparteiischen gelegentlich als VAR eingesetzt werden. Das Problem: Nicht jeder von ihnen hat Erfahrung damit. "Die Fifa gibt sich natürlich optimistisch, aber das ist in jedem Fall ein Risiko. Da gibt es schließlich einige Schiedsrichter, die nur im Trainingslager und in einzelnen Testspielen Kontakt mit dem Videobeweis hatten. Da muss die Fifa darauf achten, dass diese Schiedsrichter erfahrene Video-Assistenten zur Seite gestellt bekommen", sagt Schiedsrichter-Ausbilder Alex Feuerherdt zu t-online.de.

Er sieht auch weitere Schwierigkeiten auf die perfekte Umsetzung zukommen: "Auch die Sprache kann zu Problemen in der Kommunikation führen. In den nationalen Ligen können die Schiedsrichter ja in ihrer Muttersprache die Situationen besprechen. Bei der WM ist das kaum möglich." Die Fifa betont zwar, darauf achten zu wollen, mögliche Komplikationen bei der Kommunikation zu vermeiden, doch leicht wird das nicht.

Was ändert sich beim Videobeweis?

  • Ein großer Kritikpunkt beim Videobeweis in der Bundesliga war die fehlende kalibrierte Abseitslinie. Immer wieder kam es zu Diskussionen um vermeintliche Fehlentscheidungen. Bei der WM soll es dieses Problem nicht geben. Wie die Fifa bekanntgab, wird es eine solche Abseitslinie geben. Für die ideale Genauigkeit wird ein Lot gefällt, das jegliche Bewegungen wahrnimmt. "Schließlich zählen beim Abseits nicht nur Bein und Fuß, sondern alle Körperteile, mit denen man ein Tor erzielen darf", ergänzt Feuerherdt.
  • Für viel Ärger in der Bundesliga sorgte auch die mangelnde Transparenz in den Stadien. Während der Zuschauer zu Hause vor dem Bildschirm die Szene in der Wiederholung sah, gab es für die Fans vor Ort keine Informationen. Bei der WM wird die Szene auf den Bildschirmen genau so angezeigt werden, wie sie der Schiedsrichter sieht. Leicht getan hat man sich bei der Fifa mit der Entscheidung nicht, sagt Feuerherdt: "Die totale Transparenz kann auf der anderen Seite auch Nachteile haben. Im US-Sport werden beispielsweise beim Basketball die Szenen auf dem Videowürfel in den Hallen gezeigt und sorgen ab und zu für eine hitzige Atmosphäre. Wie das bei der WM sein wird, werden wir sehen." 

Wo sitzen die Video-Schiedsrichter bei der WM?

In Moskau. Genau wie in der Bundesliga (Köln) gibt es ein Zentrum, aus dem alle Spiele überprüft werden. Für die Entscheidungsträger war dies die beste Lösung. Man entschied sich also gegen die italienische Alternative, bei der die Video-Schiedsrichter in einem Van vor dem Stadion sitzen.

Ein Einblick in das IBC, das International Broadcast Center, in Moskau. Von hier aus arbeiten die Video-Schiedsrichter. (Quelle: imago)Ein Einblick in das IBC, das International Broadcast Center, in Moskau. Von hier aus arbeiten die Video-Schiedsrichter. (Quelle: imago)

Warum das so ist, erklärt Feuerherdt einleuchtend: "Die Schiedsrichter in der Zentrale können miteinander reden und Erfahrungsberichte austauschen. Bei der WM gibt es ja auch mehrere Spiele pro Tag und da kann man bei der Übergabe eine Art Rapport machen und darüber sprechen, was jeder Einzelne positiv oder negativ erlebt hat bei der vergangenen Partie. Das ist ein Vorteil, den die 'Van-Lösung' so nicht hergibt."

Das ist Alex Feuerherdt
Seit 1985 ist er als Schiedsrichter tätig und pfiff Spiele bis zur Oberliga. In erster Linie ist er jedoch für die Aus- und Fortbildung von Unparteiischen zuständig. Nebenbei arbeitet er als freier Publizist und Schriftsteller und betreibt zusammen mit Klaas Reese den Schiedsrichter-Podcast "Collinas Erben". Darin diskutieren die beiden über aktuelle Themen und kontroverse Entscheidungen und begründen, warum diese falsch bzw. richtig waren. 

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