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Fußball - Löw-Manager: Özil hätte Treffen mit Erdogan absagen können

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Löw-Manager: Özil hätte Treffen mit Erdogan absagen können

27.07.2018, 18:38 Uhr | dpa

Fußball - Löw-Manager: Özil hätte Treffen mit Erdogan absagen können. Mesut Özil hatte sich Mitte Mai mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen.

Mesut Özil hatte sich Mitte Mai mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen. Foto: Pool Presdential Press Service/AP. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der Manager von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, Harun Arslan, geht davon aus, dass sich Mesut Özil freiwillig im Mai mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen hat.

"Es war eine Einladung, die man auch hätte ablehnen können, kein Befehl", sagte er in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Arslan kooperiert eng mit Özils Berater Erkut Sögüt.

Er sei sich zudem "zu 100 Prozent sicher", dass Özil seine Erklärung zum Rücktritt aus der Nationalmannschaft, die er am Sonntag über die sozialen Netzwerke verbreitet hatte, auch wollte.

Auch der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau ist der Meinung, dass Özil das mit dem Foto mit Erdogan "anscheinend bewusst getan" habe. Die Konsequenzen hätten ihm klar sein müssen, sagte Cacau in einem Interview der "Bild"-Zeitung. "Das Erdogan-Foto hatte eine politische Aussage, auch wenn das Mesut anders beurteilt." Der Rassismus-Vorwurf gegen den DFB sei aber "einfach falsch".

Auf die Frage, ob ein Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel hilfreich wäre, sagte Cacau am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen": "Das ist im Moment schwer zu sagen, weil die Diskussion dann doch sehr emotional ist." Grindel hatte die Vorwürfe Özils zurückgewiesen.

"Die Verantwortlichen dachten, sie könnten das einfach aussitzen. Daran sieht man, wie weit die Fußballexperten vom gesamtgesellschaftlichen Diskurs entfernt sind", sagte Gül Keskinler, die ehemalige ehrenamtliche Integrationsbeauftragte des DFB dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Aus Cacaus Sicht hat aber nicht nur Özil Fehler gemacht, sondern auch der DFB habe keine klare Richtung vorgegeben. "Man muss das klar, transparent und offen ansprechen", kritisierte der frühere Nationalspieler in der ARD. Das sei im Moment aber leider nicht der Fall.

Fast die Hälfte der Deutschen ist der gleichen Meinung wie Cacau, wie aus dem jüngsten "Deutschlandtrend" von Infratest dimap im Auftrag des "ARD Morgenmagazins" hervorgeht: 47 Prozent der Befragten gaben an, dass DFB und Özil Verantwortung für das Zerwürfnis tragen. Fast drei von zehn Befragten (29 Prozent) sagten, die Verantwortung liege hauptsächlich bei Özil, nur jeder Siebte (14 Prozent) machte in erster Linie den DFB verantwortlich.

Der ehemalige Box-Europameister Oktay Urkal kritisierte die Vorwürfe gegen Özil hingegen scharf. "Nur wegen dieses Fotos ist Mesut Özil jetzt auf einmal der letzte Dreck, ist er ein scheiß Kanake", sagte der 47-Jährige der Zeitung "Die Welt" (Samstag). "Das finde ich von den Deutschen unfair, dass er durch ein Foto plötzlich als völlig anderer Mensch gesehen wird."

Für Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft hat Urkal jedoch kein Verständnis: "Besser hätte ich es gefunden, wenn er gekämpft, sich durchgeboxt hätte, in dem Sinne: Euch Kritikern werde ich es zeigen."

Cacau bezeichnete die Rassismus-Vorwürfe Özils als "sehr hart". Er habe in seinen Jahren beim DFB nichts Derartiges erlebt, obwohl auch er erkennbar einen Migrationshintergrund habe - der 37-Jährige ist gebürtiger Brasilianer. Özil sei ein hochtalentierter Spieler, da seien die Erwartungen hoch. "Eine Kritik, die man an einem Spieler auch mit Migrationshintergrund übt, ist nicht gleich Rassismus."

Der Integrationsbeauftragte beklagte, die öffentliche Diskussion gehe mittlerweile in eine falsche Richtung: "Man hat das Gefühl, wenn man die Nachrichten sieht und liest, dass Deutschland ein flächendeckendes Rassismus-Problem hat. Das ist nicht der Fall."

Unter dem Twitter-Hashtag #metwo - also "Ich Zwei" - schilderten unterdessen etliche Menschen im Netz ihre persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung im Alltag. Der Hashtag erinnert an #metoo - "Ich auch" - unter dem sich zunächst vor allem Schauspielerinnen zu sexuellen Belästigungen und Übergriffen in Hollywood geäußert hatten. Anschließend nutzten ihn auch tausende Menschen, um eigene Erfahrungen zu schildern oder ihre Solidarität mit Betroffenen in den sozialen Netzwerken auszudrücken.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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