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DFB-Elf hÀtte auch ohne Sieg zur EM 2020 fahren können
Nach dem Sieg gegen WeiĂrussland freute sich Deutschland ĂŒber die Qualifikation zur EM 2020. Dabei hĂ€tten die DFB-Kicker auch ohne einen einzigen Sieg noch Chancen auf den Turnier-Einzug gehabt.
Mit dem 4:0-Erfolg gegen WeiĂrussland am vergangenen Samstag sicherte sich die deutsche Nationalmannschaft endgĂŒltig die Qualifikation zur EM 2020. Doch auch eine Niederlage gegen die OsteuropĂ€er hĂ€tte nicht zwangslĂ€ufig das Verpassen des Kontinentalturniers bedeutet. Vielmehr hĂ€tte sich die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw alle acht Qualifikationsspiele sparen können â eine HintertĂŒr hĂ€tte ihr noch immer offen gestanden.
Das liegt am komplizierten Qualifikationsprozedere, das sich die Uefa durch die EinfĂŒhrung der Nations League und die Erweiterung der Europameisterschaft auf 24 Teams selbst auferlegt hat. Demnach sollten die Sieger der Nations-League-Gruppen A bis D jeweils in Playoffs vier zu vergebende PlĂ€tze fĂŒr die EM-Endrunde ausspielen. Problem hierbei: Die vier Gruppensieger der A-Gruppe â Portugal, die Niederlande, die Schweiz und England â haben sich alle ihr Ticket ĂŒber die regulĂ€re Qualifikation gesichert. Somit mĂŒssten die jeweils Gruppenzweiten den freien Startplatz aus der A-Gruppe ausspielen.
Nur Island aus Elitegruppe auf Playoffs angewiesen
Doch von den vier Zweiten der Gruppe A hat sich nur Island nicht direkt fĂŒr die EM qualifiziert. Somit werden drei freie Playoff-PlĂ€tze an die Gruppe B der Nations League weitergegeben â in die Deutschland sportlich abgestiegen war. Da jedoch auch dort acht von zwölf Mannschaften nicht auf die Playoffs angewiesen sind, um sich ihre EM-Teilnahme zu sichern, werden weitere Playoff-Berechtigungen fĂŒr die Teams der Gruppe C frei. Dies fĂŒhrt dazu, dass bereits jetzt feststeht, dass eines dieser vier Teams aus der Gruppe D den Sprung zur Europameisterschaft packen wird: Kosovo, Nordmazedonien, Georgien, WeiĂrussland.
Doch was hĂ€tte dieser absurde Modus konkret fĂŒr Deutschland bedeutet? WĂ€re die DFB-Elf in der Qualifikation mit acht Niederlagen krachend gescheitert, wĂ€re sie in den Playoffs auf Island, Ungarn oder RumĂ€nien getroffen. In zwei K.o.-Spielen hĂ€tte sich Löws Team dann dennoch zur Europameisterschaft schieĂen können.
Kevin De Bruyne: EM-Modus ein "Skandal"
Belgiens Superstar Kevin De Bruyne sieht in der Playoff-Regelung nicht weniger als einen "Skandal". Der Mittelfeldstratege von Manchester City sagte, "FuĂball ist nicht mehr wirklicher FuĂball, er ist ein GeschĂ€ft", und warf der Uefa "Wettbewerbsverzerrung" vor.
Auch Ronald Koeman, Trainer des deutschen Quali- und Nations-League-Gegners Niederlande, hat seine Probleme mit dem EM-Modus: "Ich verstehe dieses neue Format nicht wirklich", sagte er im GesprÀch mit De Telegraaf: "Ich habe schon im Verband nachgefragt, ob ich wirklich zu dieser Auslosung am 30. November gehen soll." Je nach Ausgang der Play-offs könnte nÀmlich eine weitere Auslosung anstehen.
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FĂŒr die deutsche Mannschaft ist bereits jetzt klar, dass sie in Gruppe F drei Heimspiele in MĂŒnchen haben wird. Die Gegner sind noch offen â es könnte zu Duellen mit Weltmeister Frankreich und EM-Titelverteidiger Portugal kommen. Schaffen die Ungarn die Qualifikation ĂŒber die Playoffs, sind sie in jedem Fall ein Gegner Deutschlands.





