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Premier League: Transfer-Wahnsinn auf der Insel

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It's just another manic monday

02.02.2011, 18:23 Uhr | t-online.de, t-online.de

Premier League: Transfer-Wahnsinn auf der Insel. Fernando Torres freut sich über ein Jahresgehalt von knappen zehn Millionen Euro. (Foto: dpa)

Fernando Torres freut sich über ein Jahresgehalt von knappen zehn Millionen Euro. (Foto: dpa)

Den Begriff der Torschlusspanik hat jeder schon einmal gehört. Kurz vor der Eheschließung befällt viele Leute die Angst, dass sie etwas verpassen könnten. In der englischen Liga ist jetzt eine ganz neue Form der Torschlusspanik aufgetreten. Am letzten Tag der diesjährigen Transferperiode haben viele Vereine Panik-Käufe getätigt, die als wahnsinnig bezeichnet werden müssen und fernab von jedem methodischen oder taktischem Kalkül sind.

Losgelöst wurde die Lawine der Angst vom FC Chelsea. Die Machthaber an der Stamford Bridge müssen die Hosen bis zum Anschlag voll gehabt haben. Anders kann man ihr Verhalten nicht verstehen. Grundsätzlich unterstützen die Blues das Financial Fairplay. Als am Morgen des 31. Januar Schulden von 83 Millionen Euro offengelegt wurden, war die Verwunderung groß. Als am Abend desselben Tags weitere 85 Millionen Euro in zwei (!) neue Spieler geflossen waren, wich die Verwunderung dem Unverständnis. "Wo ist da die Logik? Das ist nur schwer zu verstehen", sagte Arsenal-Coach Arsene Wenger.

Der "Panic Monday" übertrifft alles

Er trifft damit den Nagel auf den Punkt. Logisch war es nicht, was in dieser Transferperiode in der englischen Liga passiert ist. Die 20 Premier-League-Klubs gaben im Januar gut 264 Millionen Euro für 97 neue Spieler aus - das ist fast fünfmal so viel wie die Vereine der deutschen Bundesliga. Den Höhepunkt des Transfer-Gebarens bildete der "Panic Monday", wie die Times titelte.

Der Tag der Superlative

Was an diesem Montag geschah, übertraf alles. Im Mittelpunkt des Gebens und Nehmens stand die Verpflichtung von Fernando Torres durch den FC Chelsea. Für knapp 59 Millionen Euro. Der teuerste Transfer, den es je in England gab. Aber nicht der letzte Superlativ an diesem Tag. Die Einnahmen des Torres-Deals wurden prompt reinvestiert. Die Reds verpflichteten kurzerhand für zusammen 67,5 Millionen Euro Luis Suarez von Ajax Amsterdam und Andy Carroll von Newcastle United. Alleine für Carroll legte Liverpool 41 Millionen Euro auf den Tisch. Der 21-Jährige ist somit der teuerste englische Spieler aller Zeiten.

"Ich wollte nicht wechseln"

"Andy wer?", werden sich viele denken. Andy Carroll hat bislang 19 Spiele in der Premier League bestritten. In diesen 19 Partien hat der Stürmer elf Mal getroffen. Eine durchaus beachtliche Quote, aber auf längere Dauer bewährt hat er sich noch nicht. Abgesehen davon, dass Carroll neben seiner sportlichen Tätigkeit auch überaus aktiv im Nachtleben und im Kontakt mit englischen Polizisten war und ist. Ein Knipser auf dem Platz, ein Lebemann in seiner Freizeit. Da wundert seine Aussage zum eigenen Wechsel kaum noch: "Ich wollte nicht wechseln, aber man hat mich dazu gezwungen."

Torres und Drogba - kann das gehen?

Die Tatsache, dass der FC Chelsea auch noch den Innenverteidiger David Luiz für 25 Millionen verpflichtete, geht dabei genauso unter, wie die Frage nach dem sportlichen Sinn des Torres-Wechsels zu Chelsea. Der Schuh drückt bei den Blues in dieser Saison eindeutig in der Defensive. Und vorne steht mit Didier Drogba ein Spieler, der nur ungern die besten Plätze im Strafraum mit einem Kollegen teilt.

Torres kann beweisen, dass er den richtigen Schritt gegangen ist. Im ersten Spiel mit seinem neuen Arbeitgeber trifft der Spanier, wie könnte es anders sein, auf seinen Ex-Verein den FC Liverpool. Es gibt Geschichten, die schreibt nur der Fußball.

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