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Griechisches Pokalfinale von Fan-Krawallen überschattet

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"Der griechische Fußball ist ein Bordell"

01.05.2011, 12:34 Uhr | dpa, sid

Griechisches Pokalfinale von Fan-Krawallen überschattet. Fans zünden Rauch und bengalische Feuer beim griechischen Pokalfinale. (Foto: Reuters)

Fans zünden Rauch und bengalische Feuer beim griechischen Pokalfinale. (Foto: Reuters)

Chaos auf dem Platz, verängstigte Spieler und ein Schiedsrichter auf der Flucht. Das griechische Pokalfinale zwischen AEK Athen und Atromitos Halkidona ist von heftigen Krawallen überschattet worden. Noch vor dem Ende der Partie stürmten hunderte Anhänger von AEK den Platz und griffen Spieler von Atromitos an. Schon vor der Partie hatte es Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und der Polizei gegeben. Die Ordnungshüter setzten Tränengas und Schlagstöcke ein. (Foto-Show: Krawalle überschatten griechisches Pokalfinale).

Der 3:0-Erfolg von AEK geriet vollkommen in den Hintergrund. Als die Krawallmacher auf den Rasen strömten, flüchtete der Schiedsrichter in die Kabine. Für etwa 30 Minuten blieb unklar, was der Referee entschieden hatte. Schließlich wurde bekannt, dass er das Spiel offenbar aus Angst vor weiteren Randalen in der ersten Nachspielminute abpfiff, obwohl er vorher neun Minuten Nachspielzeit angezeigt hatte. "Der griechische Fußball ist ein Bordell", sagte der Trainer von Atromitos, Giorgos Donis.

Spielern vergeht die Feierlaune

Den Cupsiegern von AEK verging nach ihrem 14. Pokalerfolg die Partylaune. Liberopoulos (29. Minute), Nabil Baha (78.) und Pantelis Kafes (85.) hatten AEK mit ihren Treffern zum Titel geschossen. Doch die Attacken von AEK-Anhängern auf die Mannschaft von Atromitos in der Nachspielzeit vermasselten die Feier. Augenzeugen zufolge wurden sogar Familienmitglieder der Spieler mit Leuchtkugelpistolen bedroht. "Ich fürchte wir werden bald einen toten Spieler haben", sagte der Athener Stürmer Nikos Liberopoulos.

Auch in Athens Innenstadt hatte es heftige Hooligan-Attacken gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden 14 Personen festgenommen, 60 kamen in Gewahrsam. Elf Menschen, darunter neun Polizisten, wurden leicht verletzt.

Krawalle schon im Halbfinale

In dieser Saison hatten bereits mehrfach Ausschreitungen den griechischen Fußball in Verruf gebracht. Schon beim Pokal-Halbfinale zwischen PAOK Saloniki und AEK Athen (0:1) stürmten kurz vor Spielende Dutzende PAOK-Hooligans den Rasen. Spieler, Trainer und Schiedsrichter flüchteten in die Kabinen. Zuvor hatte eine Leuchtkugel AEK-Torwart Sebastian Saja getroffen. Er erlitt leichte Verbrennungen. PAOK musste eine Rekordstrafe von 250.000 Euro zahlen und ein Heimspiel ohne Zuschauer spielen.

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