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Ajax verhängt Rekord-Stadionverbot

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30 Jahre Stadionverbot für Hooligan

25.12.2011, 14:29 Uhr | dapd

Ajax verhängt Rekord-Stadionverbot. Ein Ordner streckt den 19-jährigen Hooligan zu Boden.  (Quelle: imago)

Ein Ordner streckt den 19-jährigen Hooligan zu Boden. (Quelle: imago)

Die Bilder gingen um die Welt. Doch Ruhm haben sie dem jugendlichen Fußball-Fanatiker nicht eingebracht. Dafür aber eine drakonische Strafe fast bis zum Rentenalter. Mit einem Stadionverbot von 30 Jahren bestrafte Ajax Amsterdam den Hooligan, der mit seiner Torwart-Attacke für den Abbruch des Pokalspiels zwischen Ajax und AZ Alkmaar (1:0) gesorgt hatte. Das ist die härteste derartige Strafe, die der Traditionsklub in seiner Geschichte bislang verhängt hat.

Der Fall offenbart aber auch große Lücken im Sicherheitssystem. Denn eigentlich hätte der 19-Jährige gar nicht in der Arena sein dürfen. Wegen anderer Verstöße war er zuvor bereits mit einem dreijährigen Stadionverbot belegt worden. Der Ajax-Fan, der dem Täter verbotenerweise die Eintrittskarte besorgt hatte, wurde mit einer Geldstrafe belegt. Der verurteilte Hooligan muss neben dem neuerlichen Stadionverbot außerdem die Kosten erstatten, die Ajax Amsterdam durch seine Aktionen entstanden sind.

Der 19 Jahre alte Wesley van W. war in der 36. Minute auf das Spielfeld gelaufen und hatte Torwart Esteban Alvarado angegriffen. Der Alkmaar-Torhüter wehrte sich in Kung-Fu-Manier und trat auf den Angreifer ein, selbst als dieser bereits wehrlos am Boden lag. Dafür sah der Keeper die Rote Karte, worauf die gesamte Mannschaft Alkmaars aus Protest das Feld verließ. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen. Inzwischen hat der niederländische Fußballverband (KNVB) den Platzverweis gegen Alvarado wieder zurückgenommen.

Aggressives Verhalten schon auf der Tribüne

In der Zwischenzeit wurde bekannt, dass Wesley van W. schon vorher durch aggressives Verhalten auf der Tribüne aufgefallen war. "Für 50 Euro werde ich aufs Spielfeld laufen", soll er gerufen haben, bevor er auf den Rasen stürmte. Er habe dem Torwart nur einen Schrecken einjagen wollen, begründete van W. seinen Ausraster. An Einzelheiten könne er sich nicht mehr erinnern, erklärte der Hooligan dem Richter nach Angaben seines Rechtsanwalts Geertjan van Osten.

Der 19-Jährige hat nach Angaben seines Anwalts einen IQ von 71 und gilt als schwach begabt. Bei der Polizei ist er kein Unbekannter. Im Frühsommer hat er wegen Hehlerei eine kurze Jugendstrafe abgesessen. In einem Supermarkt in seinem Wohnort Almere urinierte er gegen Weinflaschen und erhielt dafür ebenfalls ein Hausverbot.

Eltern von Ajax-Fans bedroht

Um zu provozieren, ließ er sich auf einem Zeigefinger einen Hitler-Schnurrbart und auf dem anderen einen Davidsstern tätowieren. Außerdem trinke er gerne und konsumiere auch Drogen. Sein Internetname laute nicht per Zufall "Crack", sagte ein Freund der Zeitung "De Volkskrant".

Die Eltern sagten, dass ihr Sohn an einer Verhaltensstörung leide. Dadurch bekäme er auch ständig Streit. Er habe die Schule nicht abgeschlossen und halte es nicht lange an einem Arbeitsplatz aus. Die Eltern und eine Schwester sind von Mitgliedern des berüchtigten harten Kerns der Ajax-Fans angeblich derart bedroht worden, dass sie ihre Wohnung verlassen mussten und sich jetzt an einem unbekannten Ort aufhalten.

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