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Präsident des FC Sion attackiert UEFA-Boss Michel Platini

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"Bei mir wäre Platini Assistent meines Chauffeurs"

15.01.2012, 12:45 Uhr | sid, t-online.de

Präsident des FC Sion attackiert UEFA-Boss Michel Platini. Nach Sepp Blatter bekommt nun auch er den Gegenwind aus Sion zu spüren: Michel Platini. (Quelle: imago)

Nach Sepp Blatter bekommt nun auch er den Gegenwind aus Sion zu spüren: Michel Platini. (Quelle: imago)

Christian Constantin wird im Kampf gegen die beiden großen Fußball-Verbände UEFA und FIFA nicht müde. Der Streit zwischen dem Präsidenten des FC Sion und den beiden Verbandsbossen Michel Platini (UEFA) und Sepp Blatter (FIFA) um einen Punktabzug für Sion und die Rolle der Sportgerichte nimmt immer mehr an Schärfe zu. "Platini hat nicht die Befähigung zum UEFA-Präsidenten. Er war ein großartiger Fußballer. Als Patron der UEFA ist er nicht tragbar. Bei mir wäre er vielleicht Assistent meines Chauffeurs", sagte Constantin der "FAZ".

Sion waren wegen angeblich unzulässiger Verpflichtungen von sechs Spielern vom Schweizer Fußball-Verband (SFV) 36 Punkte abgezogen worden. Die FIFA hatte dabei großen Druck auf den SFV ausgeübt. Constantins Meinung zu FIFA-Chef Blatter ist deutlich: "Er ist ein Diktator." Die FIFA habe den Schweizer Verband erpresst, damit er Sion sanktioniere.

Sportgerichtsbarkeit ist der Streitpunkt

Constantin geht es vor allem darum, dass Fälle aus dem Bereich des Sports auch von ordentlichen Gerichten behandelt werden können und Urteile aus solchen Verfahren von den Verbänden anerkannt werden müssen. Diese hatten dem FC Sion in der Transferfrage in den meisten Verfahren Recht gegeben. Die FIFA warf dem Verein dagegen vor, die Sportgerichtsbarkeit nicht anzuerkennen.

Constantin wehrt sich gegen diese Form der Justiz. "Es ist so, dass die beiden Autoritäten des Fußballs, also FIFA und UEFA, versuchen, die Klubs als Sklaven ihrer Entscheidungen zu halten. Sie behaupten, eine echte, kompetente Sportjustiz zu haben, und zwingen alle Athleten, vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu ziehen."

"Vertrete die Interessen meines Vereins bis zum bitteren Ende"

Doch es geht ihm nicht um die komplette Aufhebung der Sportgerichte. Platini hatte die Befürchtung geäußert, dass Spieler dann auch nach einer Roten Karte ihr Recht auf Berufsausübung einklagen könnten. "Diese Aussage ist doch genau der Beleg für die Dummheit von Platini. Es wird keinen Richter in der Welt geben, der sich mit den Folgen einer Roten Karte befasst. Wohl aber muss sich ein Richter damit befassen, wenn die Berufsfreiheit beschränkt wird", sagte Constantin.

Seine Chancen in dem Konflikt gegen die übermächtig erscheinenden Verbände sieht er dennoch positiv. "Ich weiß heute auch nicht, wie die Verbände aus dieser Sache wieder rauskommen können. Sie sind in großen Schwierigkeiten, weil die Sache am Ende vor Europäischen Gerichten landen wird. Aber es ist nicht mein Bestreben gewesen, ihnen Schwierigkeiten zu bereiten. Sie selbst haben sich das eingebrockt. Mein alleiniges Ziel ist, dass ich die Interessen meines Vereins bis zum bitteren Ende vertrete", sagte Constantin.

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