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Jürgen Klinsmann Kandidat als englischer Nationaltrainer

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Klinsmann will nicht Nachfolger werden  

Allardyce-Aus: England "Lachnummer des Weltfußballs"

28.09.2016, 17:18 Uhr | dpa, sid

Jürgen Klinsmann Kandidat als englischer Nationaltrainer. Sam Allardyce nach seiner Entlassung vor seinem Haus in Bolton (Quelle: imago/BPI)

Sam Allardyce nach seiner Entlassung vor seinem Haus in Bolton (Quelle: BPI/imago)

Sam Allardyce stand zerknirscht und mit tiefen Augenringen vor seinem von Reportern belagerten Haus.

"Dumm" sei es gewesen, eine "Fehleinschätzung", für die er nun die Konsequenzen tragen müsse, sagte der 61-Jährige über die Gespräche mit vermeintlichen Geschäftsleuten, die ihn sein Amt als England-Coach gekostet hatten. Doch Allardyce inszenierte sich einen Tag nach seiner Beurlaubung auch als Opfer. "Hinterlist" habe gesiegt, befand er.

Reporter des "Daily Telegraph" hatten Allardyce heimlich dabei gefilmt, wie er über Tricks schwadronierte, mit denen man die Transferregeln des englischen Fußballverbands aushebeln könne. Zuvor hatten sie ihm - getarnt als vermeintliche Geschäftsmänner - Hoffnungen auf einen lukrativen Beratervertrag gemacht

Stundenlange Krisensitzungen

Noch am Tag der Veröffentlichung traf die offizielle Mitteilung über das Allardyce-Aus ein, vorausgegangen waren stundenlange Krisensitzungen des englischen Fußballverbands FA. Als Nachfolger im Gespräch ist nun unter anderem US-Nationaltrainer Klinsmann.

"Ich hatte nicht gedacht, dass England noch tiefer sinken könnte, nachdem was im Sommer bei der EM passiert ist. Doch da sind wir jetzt: Die Lachnummer des Weltfußballs", sagte Englands ehemaliger Top-Stürmer Alan Shearer der BBC.

Ein sichtlich mitgenommener FA-Generaldirektor Martin Glenn erklärte im hauseigenen TV-Sender, man habe eine "schmerzhafte, aber richtige Entscheidung" getroffen. Das Verhalten von Allardyce sei nicht das, "was wir von einem Nationalcoach erwarten".

Die britischen Medien überboten sich prompt mit Spekulationen darüber, wer die Nachfolge antreten könnte. Jürgen Klinsmann galt als Kandidat, dementierte jedoch inzwischen bei Twitter: "Die Gerüchte um England entsprechen nicht der Wahrheit."

Auch Arsenal-Langzeit-Trainer Arsène Wenger ist im Gespräch. Dazu werden Bournemouth-Coach Eddie Houwe, Crystal-Palace-Trainer Alan Pardew und Claudio Ranieri von Leicester City Chancen eingeräumt. Auch Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal wird genannt.

Southgate übernimmt zunächst für vier Spiele

Doch zunächst einmal übernimmt U-21-Trainer Gareth Southgate den Job übergangsweise. Er soll das Nationalteam für die nächsten vier Spiele betreuen. Southgate war bereits im Juli - nach dem Abgang des erfolglosen Roy Hodgson - als dessen Nachfolger gehandelt worden, hatte Medienberichten zufolge aber abgelehnt. Er fühle sich nicht bereit für den Job, hieß es damals. Sollte er sich bewähren, käme aber wohl auch er als fester Nachfolger von Allardyce infrage.

Der geht nun in die Geschichte ein - als Englands Nationaltrainer mit der kürzesten Amtszeit. Nur 68 Tage war er Chefcoach. Aber immerhin mit einer Top-Bilanz: Er konnte alle seine Spiele gewinnen. Nämlich eins, 1:0 in der Slowakei.

Dabei war er mit viel Enthusiasmus angetreten, hatte den Posten als "Traumjob" bezeichnet. Er sollte den englischen Fußball nach dem schmachvollen Aus gegen Island im Achtelfinale der Europameisterschaft aus der sportlichen Krise führen. Stattdessen brachte er ihn noch tiefer in den Schlamassel.

Allardyce will nun erst einmal ins Ausland gehen, um sich zu erholen und nachzudenken. Er hinterlässt dem englischen Fußball nicht nur einen hochgradig peinlichen Moment, sondern auch eine voraussichtlich länger anhaltende Debatte über Doppelmoral und Geldgier.

Folgen weitere Enthüllungen?

Unterdessen hat der "Daily Telegraph" weitere Enthüllungen angekündigt. Acht aktuelle und ehemalige Premier-League-Trainer hätten den Recherchen zufolge Schmiergeld für Spielertransfers erhalten, schrieb die Zeitung. Sie berief sich auf Aussagen von Spielervermittlern. Details würden in den kommenden Tagen veröffentlicht, sagte ein Sprecher des Blattes.

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