Sie sind hier: Home > Sport > Fußball > Fußball international >

Länderspiel gegen Bolivien - Novum im Iran: Erstmals Frauen im Stadion

Länderspiel gegen Bolivien  

Novum im Iran: Erstmals Frauen im Stadion

17.10.2018, 15:42 Uhr | dpa

Länderspiel gegen Bolivien - Novum im Iran: Erstmals Frauen im Stadion. Novum: Iranische Frauen beim Länderspiel gegen Bolivien.

Novum: Iranische Frauen beim Länderspiel gegen Bolivien. Foto: Saeid Zareian. (Quelle: dpa)

Teheran (dpa) - Zum ersten Mal nach mehr als drei Jahrzehnten haben Frauen ein Länderspiel der iranischen Fußball-Nationalmannschaft im Stadion verfolgen dürfen. Die Freude im Land über ein Umdenken beim Länderspiel gegen Bolivien hielt aber nicht einmal 24 Stunden an.

Obwohl die wenige Zuschauerinnen von den zuständigen Behörden ausgewählt worden waren, beschwerte sich die Staatsanwaltschaft über ihren Zugang ins Asadi-Stadion. "Das Verbot hat nichts mit Fußball zu tun, sondern es handelt sich um eine Sünde", sagte Generalstaatsanwalt Mohamed Dschafar Montaseri.

Die Sünde besteht seiner Meinung nach darin, dass Frauen mit den Spielern "halbnackte Männer" zu sehen bekommen - und dies gehe laut Islam gar nicht. Daher habe die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet und werde nächstes Mal konsequent eingreifen, so der Kleriker nach Angaben der Nachrichtenagentur Mehr.

Die Argumentation des Generalstaatsanwalts für ein Stadionverbot ist neu. Der erzkonservative Klerus im Land war bis jetzt der Ansicht, dass islamische Frauen bei frenetischen männlichen Fans, die möglicherweise vulgäre Slogans von sich geben, nichts zu suchen hätten. Bemühungen des iranischen Fußballverbandes, des Sportministeriums und sogar von Präsident Hassan Ruhani diesen Standpunkt zu ändern, hatten bislang wenig Erfolg.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna waren beim Spiel Iran gegen Bolivien ungefähr 100 Frauen im Teheraner Asadi Stadion. Unter ihnen Angehörige der Spieler, weibliche Angestellte des iranischen Fußballverbandes und Mitglieder der iranischen Frauen-Nationalmannschaft. Ihnen wurde eine Tribüne neben dem VIP-Bereich zur Verfügung gestellt. Dort waren zur Vorsicht auch ungefähr ein Dutzend Polizistinnen stationiert, damit die Besucherinnen nicht von männlichen Fans belästigt werden können.

Fotografen vor Ort berichteten, dass die Frauen vor lauter Aufregung, dass sie nach so vielen Jahren im Stadion sein dürfen, mehr mit Selfies beschäftigt waren als mit dem Spiel. Danach sorgten sie aber mit "Iran! Iran!"-Rufen aber für viel Stimmung - weitaus mehr als die 12 000 männlichen Zuschauer bei dem eher bedeutungslosen und langweiligen Länderspiel. Und sie bejubelten die beiden Tore der Gastgeber beim 2:1-Sieg.

"Die Anfeuerungen der Frauen waren in der Tat sehr interessant", sagte Irans portugiesischer Nationaltrainer Carlos Quiroz. Für ihn könne dies "der Beginn einer neuen Ära" im Iran werden, die er sehr begrüße. Der gleichen Meinung ist auch Nationalspieler Hossein Mahini. "Hoffentlich gehört euch (Frauen) bald die Hälfte des Asadi-Stadions", twitterte der derzeit verletzte Außenverteidiger. Die Arena hat 100 000 Plätze.

Auch in den iranischen Medien fand die Anwesenheit der Frauen im Stadion ein positives Echo. "Ein Schritt nach vorne", so lautete die Schlagzeile auf der Titelseite der renommierten Tageszeitung "Etemad". Die Medien kritisierten aber, dass vielen weiblichen Fans der Zugang zum Fußball verweigert wurde. Auf Twitter beschwerten sich daher auch Dutzende von jungen Frauen, dass sie nicht hineindurften, obwohl es auf der Frauentribüne ausreichend Sitze gab.

Während der WM in Russland durften Frauen für die Iran-Spiele erstmals seit 1981 ins Asadi-Stadion - zum Public Viewing. Für viele im Land ist ein Stadionverbot für weibliche Zuschauer im 21. Jahrhundert nicht mehr tragbar - aber der Klerus beharrte weiterhin darauf.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Bauknecht Waschmaschinen: wenn du waschsam bleibst
gefunden auf otto.de
ANZEIGE
Jetzt 80,- € geschenkt beim Kauf einer Milch-Maschine
von NESPRESSO
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018