Sie sind hier: Home > Sport > Fußball > Fußball international >

Rassismusvorwurf: Kurdischer Fußballklub Cizrespor tritt aus türkischem Verband aus

Rassismusvorwurf  

Kurdischer Fußballklub tritt aus türkischem Verband aus

06.02.2020, 13:48 Uhr
Rassismusvorwurf: Kurdischer Fußballklub Cizrespor tritt aus türkischem Verband aus. Spieler von Cizrespor im Jahr 2003: Der Klub gehörte lange Zeit zum türkischen Fußballgeschäft (Quelle: Getty Images/Chris Hondos)

Spieler von Cizrespor im Jahr 2003: Der Klub gehörte lange Zeit zum türkischen Fußballgeschäft (Quelle: Chris Hondos/Getty Images)

Der kurdisch dominierte türkische Fußballklub Cizrespor hat seinen Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Der Verein reagiert damit auf den angeblichen Rassismus des Fußballverbands.

Der Fußballverein der überwiegend von Kurden bewohnten türkischen Stadt Cizre, Cizrespor, hat seinen Spielbetrieb eingestellt und wirft dem türkischen Verband latenten Rassismus vor. Die kurdische Nachrichtenagentur Mezopotamya berichtet, Verantwortliche und Spieler des Drittligisten hätten sich zu dem drastischen Schritt entschieden, um nicht mehr den Ungerechtigkeiten und Hasstiraden anti-kurdischer Fangruppierungen und Schiedsrichter ausgesetzt zu sein.

Metin Kilavuz, Präsident des kurdischen Vorzeigeklubs Amedspor, machte dem türkischen Fußballverband TFF in einem handgeschriebenen Brief schwere Vorwürfe: "Wann kehrt Ihr Pflichtgefühl und Ihr Gewissen zurück, um diesem stummen Schrei eine Stimme zu verleihen? Wir müssen die Voreingenommenen dazu einladen, wieder mit Pflichtgefühl und Weitsicht zu agieren — egal, wie wenig sie davon noch in sich tragen."

"Nun gibt es kein Cizrespor mehr, das Sie attackieren können"

Amedspor geriet 2018 mit dem TFF aneinander, nachdem der Verband den in Deutschland geborenen Mittelfeldspieler Deniz Naki lebenslang gesperrt hatte. Der türkische Fußballverband erklärte die drastische Strafe mit Landesverrat, da Naki in den sozialen Medien zu Solidaritätsbekundungen für die kurdische Gemeinschaft in der türkischen Region Diyabakir aufgerufen hatte.

Der "Deutschen Welle" zufolge ging die Diskriminierung Cizrespors so weit, dass der Mannschaft auf Auswärtsfahrten das Essen und die Unterkunft verweigert wurde. Amedspor-Präsident Kilavuz kam in seinem Brief daher zum Fazit: "Nun gibt es kein Cizrespor mehr, das Sie mit Ihren rassistischen Gesängen und Rufen attackieren lassen können."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

baurtchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal