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Foto-Show: Uruguay - die schlafende Fussball-Grossmacht


Foto-Show: Uruguay - die schlafende Fussball-Grossmacht

Bei der WM 2010 in Südafrika meldete sich Uruguay im Konzert der großen Fußballnationen zurück. Dank der Treffsicherheit von Kapitän Diego Forlan, der alleine fünf Tore erzielte und sich den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers sicherte, war für die Charruas erst im kleinen Finale Schluss. Im Spiel um Platz drei in Port Elisabeth unterlag Uruguay der deutschen Nationalmannschaft mit 2:3.
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Quelle: imago

Bei der WM 2010 in Südafrika meldete sich Uruguay im Konzert der großen Fußballnationen zurück. Dank der Treffsicherheit von Kapitän Diego Forlan, der alleine fünf Tore erzielte und sich den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers sicherte, war für die Charruas erst im kleinen Finale Schluss. Im Spiel um Platz drei in Port Elisabeth unterlag Uruguay der deutschen Nationalmannschaft mit 2:3.

Der letzte bedeutende Titelgewinn der Celeste, der Hellblauen, liegt schon ein paar Jährchen zurück: 1995 führte der große Enzo Franzescoli sein Team im heimischen Estadio Centenario in Montevideo zum Gewinn der Copa America. 6:4 hieß es nach Elfmeterschießen gegen den damaligen Weltmeister Brasilien.
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Quelle: AFP

Der letzte bedeutende Titelgewinn der Celeste, der Hellblauen, liegt schon ein paar Jährchen zurück: 1995 führte der große Enzo Franzescoli sein Team im heimischen Estadio Centenario in Montevideo zum Gewinn der Copa America. 6:4 hieß es nach Elfmeterschießen gegen den damaligen Weltmeister Brasilien.

Über ein halbes Jahrhundert zuvor hatte Uruguay die beste Mannschaft auf dem Globus. 1924 in Paris und 1928 in Amsterdam (Bild) gewann das Team olympisches Gold. Damals, vor Erfindung der FIFA-Weltmeisterschaft, war der Olympiasieg der höchste zu vergebene Titel im Fußballsport.
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Quelle: dpa

Über ein halbes Jahrhundert zuvor hatte Uruguay die beste Mannschaft auf dem Globus. 1924 in Paris und 1928 in Amsterdam (Bild) gewann das Team olympisches Gold. Damals, vor Erfindung der FIFA-Weltmeisterschaft, war der Olympiasieg der höchste zu vergebene Titel im Fußballsport.

Einige Jahre schon gab es Pläne, ein WM-Turnier ins Leben zu rufen. Als es 1930 soweit war, huldigte die FIFA dem aktuellen Champion und gab das Turnier nach Südamerika - auch, weil Uruguay in dem Jahr sein hundertjähriges Bestehen beging. Der zweite Kandidat, Italien, wurde auf das Jahr 1934 vertröstet.
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Quelle: imago

Einige Jahre schon gab es Pläne, ein WM-Turnier ins Leben zu rufen. Als es 1930 soweit war, huldigte die FIFA dem aktuellen Champion und gab das Turnier nach Südamerika - auch, weil Uruguay in dem Jahr sein hundertjähriges Bestehen beging. Der zweite Kandidat, Italien, wurde auf das Jahr 1934 vertröstet.

Am 30. Juli 1930 kürte sich Uruguay zum ersten Fußball-Weltmeister. Mit dem Heimvorteil im Rücken setzte sich das Team im Finale gegen den Erzrivalen Argentinien durch.
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Quelle: dpa

Am 30. Juli 1930 kürte sich Uruguay zum ersten Fußball-Weltmeister. Mit dem Heimvorteil im Rücken setzte sich das Team im Finale gegen den Erzrivalen Argentinien durch.

Die Uruguayer hatten seinerzeit einen der ersten Weltstars in ihren Reihen: Jose Leandro Andrade, damals der beste Fußballer auf dem Globus. „La Maravilla Negra“, das schwarze Wunder, bestach durch unglaubliche Technik und fantastisches Körper- und Ballgefühl. Andrade blieb einige Jahre in Paris und genoss das Nachtleben der Metropole. Später kehrte er verarmt und krank nach Uruguay zurück, wo er an Tuberkulose starb.
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Die Uruguayer hatten seinerzeit einen der ersten Weltstars in ihren Reihen: Jose Leandro Andrade, damals der beste Fußballer auf dem Globus. „La Maravilla Negra“, das schwarze Wunder, bestach durch unglaubliche Technik und fantastisches Körper- und Ballgefühl. Andrade blieb einige Jahre in Paris und genoss das Nachtleben der Metropole. Später kehrte der Lebemann verarmt und krank nach Uruguay zurück, wo er an Tuberkulose starb.

An der Seite Andrades sorgte Hector Castro (2.v.r.) für Wirbel. Der Offensivspieler, der als Jugendlicher seinen Unterarm verloren hatte, trifft hier zum entscheidenden 4:2 im WM-Finale 1930. Argentiniens Keeper Juan Botasso streckt sich vergeblich.
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An der Seite Andrades sorgte Hector Castro (2.v.r.) für Wirbel. Der Offensivspieler, der als Jugendlicher seinen Unterarm verloren hatte, trifft hier zum entscheidenden 4:2 im WM-Finale 1930. Argentiniens Keeper Juan Botasso streckt sich vergeblich.

Die vielleicht größte Stunde des uruguayischen Fußballs schlägt 1950. Bei der WM in Brasilien ist der Gastgeber haushoher Favorit. 200.000 Menschen im Maracana erwarten von ihrer Mannschaft den Titelgewinn. Weil es damals noch keine K.-o.-Runde gibt, würde der Selecao im letzten Spiel gegen Außenseiter Uruguay ein Remis zum ersten Titelgewinn reichen.
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Die vielleicht größte Stunde des uruguayischen Fußballs schlägt 1950. Bei der WM in Brasilien ist der Gastgeber haushoher Favorit. 200.000 Menschen im Maracana erwarten von ihrer Mannschaft den Titelgewinn. Weil es damals noch keine K.-o.-Runde gibt, würde der Selecao im letzten Spiel gegen Außenseiter Uruguay ein Remis zum ersten Titelgewinn reichen.

Aber nach Brasiliens Führung durch Friaca (47.) geschieht das Ungeheuerliche. Juan Schiaffino (66.) gleicht für den Underdog aus. Und elf Minuten vor dem Ende gelingt Alcides Ghiggia der 2:1-Siegtreffer. Brasiliens Torhüter Moacyr Barbosa wird für den Verlust des sicher geglaubten WM-Titels verantwortlich gemacht - sein Leben lang. „In Brasilien sind 30 Jahre die Strafe für das schlimmste Verbrechen. Ich zahle seit über 40 Jahren für etwas, das ich nicht verbrochen habe“, wird der Keeper später zitiert.
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Aber nach Brasiliens Führung durch Friaca (47.) geschieht das Ungeheuerliche. Juan Schiaffino (66.) gleicht für den Underdog aus. Und elf Minuten vor dem Ende gelingt Alcides Ghiggia der 2:1-Siegtreffer. Brasiliens Torhüter Moacyr Barbosa wird für den Verlust des sicher geglaubten WM-Titels verantwortlich gemacht - sein Leben lang. „In Brasilien sind 30 Jahre die Strafe für das schlimmste Verbrechen. Ich zahle seit über 40 Jahren für etwas, das ich nicht verbrochen habe“, wird der Keeper später zitiert.

Und so ist statt der Brasilianer erneut Uruguay auf dem Fußball-Thron angekommen.
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Und so ist statt der Brasilianer erneut Uruguay auf dem Fußball-Thron angekommen.

In den folgenden Jahren verabschiedete sich Uruguay von seiner hohen Fußballkunst und versuchte, die Defizite zu den Europäern mit Kampf und Härte zu kompensieren. Deutschland konnte bei der WM 1966 ein Lied davon singen. Lothar Emmerich (Bild) wurde im Viertelfinale mit einem Tritt in den Unterleib niedergestreckt, Uwe Seeler kassierte vom späteren Aachener Horacio Troche eine Ohrfeige. Zwei Uruguayer flogen vom Platz, die DFB-Elf gewann 4:0.
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In den folgenden Jahren verabschiedete sich Uruguay von seiner hohen Fußballkunst und versuchte, die Defizite zu den Europäern mit Kampf und Härte zu kompensieren. Deutschland konnte bei der WM 1966 ein Lied davon singen. Lothar Emmerich (Bild) wurde im Viertelfinale mit einem Tritt in den Unterleib niedergestreckt, Uwe Seeler kassierte vom späteren Aachener Horacio Troche eine Ohrfeige. Zwei Uruguayer flogen vom Platz, die DFB-Elf gewann 4:0.

Nachdem Uruguay bei der WM 1970 das kleine Finale gegen Deutschland verlor, gab es 16 Jahre später ein Wiedersehen beider Teams in Mexiko. Im Auftaktspiel der deutschen Vorrundengruppe unterlief Lothar Matthäus ein haarsträubender Fehlpass, der zum 0:1 führte. Kurz vor Schluss rettete Klaus Allofs dem DFB-Team das wichtige Unentschieden.
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Quelle: imago

Nachdem Uruguay bei der WM 1970 das kleine Finale gegen Deutschland verlor, gab es 16 Jahre später ein Wiedersehen beider Teams in Mexiko. Im Auftaktspiel der deutschen Vorrundengruppe unterlief Lothar Matthäus ein haarsträubender Fehlpass, der zum 0:1 führte. Kurz vor Schluss rettete Klaus Allofs dem DFB-Team das wichtige Unentschieden.

Immer wieder hat der uruguayische Fußball große Spieler hervorgebracht. Etwa Alvaro Recoba, der mit Inter Mailand UEFA-Pokalsieger wurde und je zwei Mal Meister und Pokalsieger.
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Immer wieder hat der uruguayische Fußball große Spieler hervorgebracht. Etwa Alvaro Recoba, der mit Inter Mailand UEFA-Pokalsieger wurde und je zwei Mal Meister und Pokalsieger.

Auch im Vereinsfußball war Uruguay lange Jahre eine Größe. So feierte Nacional Montevideo 1998 den Gewinn des Weltpokals, durch den Finalsieg in Tokio über den PSV Eindhoven.
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Auch im Vereinsfußball war Uruguay lange Jahre eine Größe. So feierte Nacional Montevideo 1998 den Gewinn des Weltpokals, durch den Finalsieg in Tokio über den PSV Eindhoven.

Der Stadtrivale Penarol schaffte das Kunststück sechs Jahre zuvor, durch einen Sieg über Aston Villa.
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Der Stadtrivale Penarol schaffte das Kunststück sechs Jahre zuvor, durch einen Sieg über Aston Villa.




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