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DFB-Elf sucht das Sieger-Gen

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DFB-Elf sucht das Sieger-Gen

16.08.2012, 07:30 Uhr | t-online.de

DFB-Elf sucht das Sieger-Gen. Wieder kein Tor: Klose verpasst den Ball nur ganz knapp. (Quelle: AP/dpa)

Wieder kein Tor: Klose verpasst den Ball nur ganz knapp. (Quelle: AP/dpa)

Aus Frankfurt berichten Andreas Leiser und Marc L. Merten

Es war wie bei der EM in Polen und der Ukraine: In den entscheidenden Momenten fehlte der deutschen Nationalmannschaft das Sieger-Gen. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw dominierte die Begegnung gegen Argentinien (1:3) - in den ersten 25 Minuten. In der zwölften Spielminute passte Miroslav Klose auf Mesut Özil, der aber an Argentiniens Torwart Sergio Romero scheiterte. Es war keine hundertprozentige Chance, aber eine Möglichkeit, die ein Spieler von Weltformat nutzen sollte. (Einzelkritik: So waren die DFB-Kicker drauf)

"Die Chancenauswertung gilt es zu verbessern", sagte Löw auf der Pressekonferenz nach dem Spiel - und brachte es damit auf den Punkt. Nach der Notbremse und dem Platzverweis von Torwart Ron-Robert Zieler, hatte die DFB-Elf sogar die Möglichkeit in Unterzahl in Führung zu gehen. Doch Klose verpasste die Hereingabe von Schmelzer in der 39. Minute knapp. Danach folgte das unglückliche Eigentor von Sami Khedira - der Anfang vom Ende.

DFB-Elf zeigt Moral, aber kein Siegeswillen

In Unterzahl war es gegen die spielstarken Argentinier schwer, den Ausgleich zu erzielen. In der Folge vernachlässigte Deutschland die Defensive und Lionel Messi sowie Angel di Maria brachten die Gäste mit 3:0 in Front. Der Kopfballtreffer von Benedikt Höwedes zum 3:1-Endstand war nur noch Ergebniskosmetik.

Die Hauptaufgabe von Löw auf dem Weg zur WM 2014 in Brasilien wird sein, seinen Spielern die fehlende Kaltschnäuzigkeit einzuimpfen. Die Moral der Truppe war zwar auch gegen Argentinien intakt. Doch die DFB-Elf sollte diese gute Moral nicht erst nach einem 0:1-, 0:2- oder 0:3-Rückstand zeigen. Der Bundestrainer muss daran arbeiten, dass die Torchancen besser genutzt werden.

Sonderlob für Reus

Doch Löw sah an diesem Abend auch einen Lichtblick: Marco Reus. Der Neu-Dortmunder spielte sehr agil und setzte vor allem in der ersten Halbzeit die Akzente im deutschen Offensivspiel. In der Anfangsphase hatte der Fußballer des Jahres die erste gute Möglichkeit für Deutschland, doch auch Reus wurde von der Verteidigung der Albiceleste gestoppt. In der Folgezeit liefen sämtliche Offensivaktionen über Reus, vor allem das Zusammenspiel mit Klose funktionierte sehr gut.

Auch Löw war von der Leistung des Ex-Gladbachers angetan. "Reus hat großartige Fähigkeiten und man hat heute gesehen, zu was er in der Lage ist", sagte er. Doch Löw weiß, dass Reus noch mehr Potenzial hat: "Ich glaube, dass Marco Reus in den nächsten Monaten bei uns einen großen Schritt nach vorne machen kann.“ Wohin dieser große Schritt führt, ließ Löw offen. Es könnte der große Schritt zum Sieger-Gen sein. Diesen muss aber nicht nur Reus noch bestreiten, sondern die ganze Nationalmannschaft. Schafft es Löw nicht, diesen Schritt mit seiner Mannschaft zu gehen, dann wird die WM 2014 zum Déjà-vu-Erlebnis der vergangenen EM - ohne Titel.

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