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Handball-Chef schießt gegen Nationaltorhüter Silvio Heinevetter

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Nach Schiri-Schelte  

Handball-Chef schießt gegen Heinevetter

15.10.2013, 17:24 Uhr | sid

Handball-Chef schießt gegen Nationaltorhüter Silvio Heinevetter. Silvio Heinevetter sorgt mit seiner Schiedsrichter-Schelte für viel Unruhe im deutschen Handball. (Quelle: imago/Michael Schulz)

Silvio Heinevetter sorgt mit seiner Schiedsrichter-Schelte für viel Unruhe im deutschen Handball. (Quelle: Michael Schulz/imago)

Keine Gnade für den Handball-Rebellen: Nach seiner öffentlichen Schiedsrichter-Schelte bleiben die Fronten zwischen Silvio Heinevetter und der Handball-Bundesliga (HBL) verhärtet.

Liga-Boss Frank Bohmann denkt nicht daran, die Strafe gegen den Nationaltorhüter zurückzunehmen, obwohl dieser zuletzt sogar Rückendeckung vom früheren Nationalspieler Stefan Kretzschmar erhalten hatte.

Schiedsrichter-Chef: "große Unbeherrschtheit in der Liga"

"Wir verbieten keine Kritik am Schiedsrichter. Aber sobald Manipulation unterstellt wird, wird ein Spieler sanktioniert. Da stehen wir inhaltlich voll dahinter", sagte Bohmann. "Egal ob ein Spieler Karl Müller oder Silvio Heinevetter heißt - wir würden wieder so entscheiden."

Auch Schiedsrichter-Chef Peter Rauchfuß geißelte das Verhalten Heinevetters und rief zu mehr Zurückhaltung in der öffentlichen Beurteilung der Unparteiischen auf. "Ich stelle eine große Dünnhäutigkeit und große Unbeherrschtheit aller Beteiligten in der Liga fest", sagte der Schiedrichterwart des Deutschen Handballbundes (DHB) der "Handballwoche", "viele lenken mit ihrer Kritik an den Schiedsrichtern aber nur von ihren eigenen Problemen ab."

Schon vorher mit dem Verband angelegt

Heinevetter hatte nach der Partie seiner Füchse Berlin gegen die Rhein-Neckar Löwen (21:21) in der Vorwoche öffentlich erklärt, seine Mannschaft sei "verarscht" worden. Der Ligaverband wertete dies als Angriff auf das Magdeburger Schiedsrichter-Duo Robert Schulze/Tobias Tönnies und verurteilte den 28-Jährigen aufgrund einer "verbalen Entgleisung" zu einer Geldstrafe von 1000 Euro. Heinevetter kündigte daraufhin seinen Einspruch an und ging in die verbale Gegenoffensive, in dem er seinerseits die HBL kritisierte.

Der extravagante Schlussmann weiß um seine mediale Wirkung und legt sich nicht zum ersten Mal mit den Oberen des deutschen Handballs an. So geriet er im vergangenen Jahr mit dem damaligen Verbandspräsidenten Ulrich Strombach aneinander. Nach Platz sieben bei der EM kritisierte der Füchse-Keeper das DHB-Oberhaupt mit den Worten "Ahnung vom Handball hat der nicht, wenn wir ganz ehrlich sind" und sorgte damit für Schlagzeilen.

Gibt es einen Maulkorb für Unparteiische?

Unterstützung erhielt Heinevetter nach seinem jüngsten Querschuss unterdessen von TV-Experte Kretzschmar. "Das war keine übertriebene Beleidigung von Heinevetter, sondern seine Einschätzung zu einem Pfiff, zu einer Entscheidung, bei der er sehr emotional war. Er fühlte sich einfach nur verarscht", sagte Kretzschmar bei Sport1. Bohmann zeigt sich von dieser Kritik unbeeindruckt. "Die Regeln haben sich die Klubs selber gegeben mit einem eindeutigen Hintergrund: Noch vor zwei Jahren wurden Schiedsrichter nach Spielen regelmäßig beleidigt und der Manipulation bezichtigt. Daraufhin haben die Klubs einstimmig für diese Regel gestimmt, die wir nun umsetzen."

Die Forderung Heinevetters, die Schiedsrichter nach Spielen wie beim Fußball öffentlich sprechen zu lassen, wies Bohmann zurück. "Die Schiedsrichter haben von uns keinen Maulkorb erhalten. Solch eine Regelung gibt es nicht. Die Schiedsrichter dürfen sich nach dem Spiel äußern und Entscheidungen kommentieren, wenn sie das wollen. Das liegt ganz bei ihnen", sagte Bohmann.

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