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Handball-WM 2017: TV-Blackout rückt näher

TV-Blackout bei WM  

Deutsche Handball-Fans schauen wohl in die Röhre

04.01.2017, 14:27 Uhr | dpa

Handball-WM 2017: TV-Blackout rückt näher. Ein Kameramann filmt Bundestrainer Dagur Sigurdsson bei einem Länderspiel. (Quelle: imago images/Eibner)

Ein Kameramann filmt Bundestrainer Dagur Sigurdsson bei einem Länderspiel. (Quelle: Eibner/imago images)

Die in immer weitere Ferne rückende Lösung im Streit um deutsche TV-Bilder von der anstehenden WM in Frankreich sorgt beim Deutschen Handballbund (DHB) für großen Frust. "Es läuft alles auf eine Total-Katastrophe hinaus", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning der "Bild".

Nachdem sich die Free-TV-Sender ARD und ZDF bereits seit längerem aus den Verhandlungen um die Fernsehrechte des Turniers zurückgezogen haben, sind auch der Streaming-Dienst DAZN und die Internetplattform Sportdeutschland.tv erfolglos geblieben.

Auch Sky überträgt nicht

Dennoch wollen die Handballer ihre Hoffnungen eine Woche vor Turnierbeginn in Frankreich nicht aufgeben. "Ich glaube, dass die Nationalmannschaft oder Handball allgemein es verdient hätten, in Deutschland im TV gezeigt zu werden", sagte Teammanager Oliver Roggisch.

"Wir können nur Daumen drücken, es bleibt leider nichts anders möglich." Hanning wollte sich noch am Mittwochnachmittag mit DHB-Boss Andreas Michelmann zu Gesprächen treffen. "Unser Präsident Andreas Michelmann arbeitet an einer Lösung, die wohl nur eine Internet-Stream-Lösung sein kann", sagte er.

Schon vor zwei Jahren war die Situation ähnlich chaotisch. Knapp drei Wochen vor dem ersten Spiel bei der WM in Katar war Sky jedoch eingesprungen, doch der Abonnement-Sender scheidet dieses Mal nach eigenen Angaben aus. "Sky hat sich mehrfach um die WM-Rechte bemüht. Allerdings wurden unsere Angebote stets vom Rechtegeber abgelehnt", sagte ein Sprecher.

Nur über Pay-TV

Die Verhandlungen mit beIN Sports scheinen äußerst schwierig, einige Anfragen von deutschen Interessenten wurden gar nicht erst beantwortet.

Die Kataris verlangen, das Satellitensignal für das Ausland zu verschlüsseln, weshalb ARD und ZDF schon frühzeitig aus den Verhandlungen ausgestiegen waren. Denn eine Verschlüsselung würde bedeuten, dass alle deutschen Haushalte, die die öffentlich-rechtlichen Sender über Satellit schauen, keine Spiele hätten sehen können.

Sollte es nun überraschend doch noch eine Lösung geben, ist also klar, dass nur ein Pay-TV-Anbieter oder ein Internet-Portal die WM in Frankreich zeigen könnte. Sport1 und Eurosport würden diese Anforderungen theoretisch über ihre Pay-Ableger erfüllen, schließen WM-Übertragungen aber ebenso aus wie Sportdigital.

Interesse hatte das Internetportal Sportdeutschland.TV gezeigt, das sich aber wie DAZN vom Rechteinhaber verprellt fühlt. Zwar will Geschäftsführer Björn Beinhauer die Hoffnung noch nicht aufgeben: "Allerdings wird es für die Umsetzung langsam zeitlich eng", sagte er der "Bild".

DHB arbeitet an Notlösung

Am liebsten wären den DHB-Verantwortlichen ohnehin Übertragungen im frei empfangbaren Fernsehen gewesen, besonders bei ARD und ZDF mit ihrem großen Stammpublikum. Die öffentlich-rechtlichen Sender hatten "mehrfach schriftlich und in Gesprächen Interesse an einer Live-Berichterstattung geäußert", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Es habe aber nicht einmal eine vernünftige Rückmeldung vom Rechteinhaber gegeben.

Im Hintergrund arbeiten DHB-Generalsekretär Mark Schober, Hanning und DHB-Boss Michelmann zwar noch an einer Lösung. Wie diese aussehen könnte, wollten sie aber nicht kommentieren. Somit bleibt dem Europameister nur noch eine vage Hoffnung, dass ihre Spiele auch in Deutschland zu sehen sein werden. 

Immerhin setzt Hanning auf eine Notlösung. "Unser Präsident Andreas Michelmann arbeitet an einer Lösung, die wohl nur eine Internet-Stream-Lösung sein kann", sagte er.

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