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Fußball - Bundesliga: Wo ist das Tabellenfernglas geblieben?

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Lage der Liga  

Wo ist das Tabellenfernglas geblieben?

08.12.2007, 20:10 Uhr

Der FC Bayern in Person: Manager Uli Hoeneß (Foto: imago)Der FC Bayern in Person: Manager Uli Hoeneß (Foto: imago) Einmal müssen die Bundesliga-Kicker noch ran. Dann geht es in die wohlverdiente Winterpause. Zeit also, eine erste Hinrunden-Bilanz zu ziehen. Da wäre Spitzenreiter Bayern München, vor der Saison mit rund 70 Millionen Euro und Stars wie Franck Ribéry oder Luca Toni runderneuert. "Die Konkurrenz wird uns in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen“, tönte Manager Uli Hoeneß vor der Saison. Doch alles nur heiße Luft. Die Konkurrenz bleibt dem Rekordmeister auf den Fersen. Hätte Bremen am Samstag nicht unglücklich in Hannover verloren - die Hanseaten wären sogar neuer Spitzenreiter gewesen.


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Zu viele Skandälchen

Zunächst lief tatsächlich alles bestens für die Bayern. Ribéry bereicherte die Liga mit Zauberfußball, Toni schoss ein Tor nach dem anderen. Doch dann machten die Bayern ihrem Ruf als FC Hollywood all Ehre. Schlagzeilen wurden eher mit Skandälchen außerhalb, als mit sportlichen Leistungen auf dem Platz gemacht. Erst stellte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Trainer Ottmar Hitzfeld öffentlich in den Senkel, dann rastete Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung mit verbalen Attacken gegen die Fans aus. Zu allem Überfluss bekundete Willy Sagnol auch noch öffentlich seine Abwanderungsgedanken. Keine Frage: Beim FC Bayern ist kurz vor Saison-Halbzeit Sand im Getriebe - was das blamable 0:0 gegen Abstiegskandidat MSV Duisburg unterstrich.

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Immer noch eine Drei-Klassen-Gesellschaft

Gut, dass sich Hannover 96 und vor allem Aufsteiger Karlsruher SC wacker im oberen Tabellendrittel festsetzen und Klubs wie Schalke 04 oder VfB Stuttgart auf Distanz halten. Damit ist vorerst die Phalanx der "Großen“ durchbrochen. Doch ansonsten herrscht auch in der 43. Spielzeit eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Die Top-Mannschaften stehen oben, ein solide wirtschaftender Klub wie Eintracht Frankfurt arrangiert sich im Mittelfeld, ein finanzschwacher Verein wie Energie Cottbus kämpft einmal mehr gegen den Abstieg.

Die "Großen" greifen alles ab

Eintrachts Vorstandschef Heribert Bruchhagen hat Recht, wenn er in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagt: "Wie sollen wir unsere Leistung steigern, wenn Spieler wie Lell, Ottl oder Podolski, die bei den Bayern keine Chance haben, für uns aber nicht mehr zu bekommen sind?" Die "Großen“ greifen eben alles ab.

Middendorp kaum noch zu halten

An Bruchhagens Äußerung ist zu ermessen, wie schwer es erst für die „Kleinen“ sein muss, in der Liga zu bestehen. Peinlich wird es allerdings, wenn der Blick auf die Realität abhanden kommt. So etwa bei Bielefelds Trainer Ernst Middendorp. Er hatte nach dem durchaus starken Saisonstart mit der Rolle des Bayern-Jägers kokettiert und der übermächtigen Konkurrenz sogar den Kampf angesagt. Nun, kurz vor der Winterpause, ist der Coach nach dem 1:6-Debakel in Dortmund und Rang 14 kaum noch zu halten.

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