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Beckenbauer erntet Spott und redet einfach weiter

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FC Bayern München  

Beckenbauer erntet Spott und redet einfach weiter

21.02.2008, 17:01 Uhr | dpa

Franz Beckenbauer (Foto: imago)Franz Beckenbauer (Foto: imago) Des Kaisers Kritik war in diesen Tagen wieder auf allen Kanälen - und auch in der Kabine des FC Bayern München sorgten die Worte von Franz Beckenbauer für Gesprächsstoff. Erst stellte der Bayern-Präsident bei den Fußball-Nationalspielern Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski und Philipp Lahm einen Leistungsabfall fest. Dann witzelte er über die Laufbereitschaft des französischen Vize-Weltmeisters Willy Sagnol: "Ich hatte schon Angst, dass er sich erkältet." Schließlich wunderte sich Beckenbauer über die Wucht seiner Worte, die bei den Bayern-Profis schlecht ankommt. "Scheinbar werden die Spieler immer empfindlicher", sagte der 62-Jährige, der trotz der schwierigen Doppelrolle als Vereinspräsident und Kritiker auch künftig kein Blatt vor den Mund nehmen will.

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Als Galionsfigur gewünscht

Beckenbauer wird also weiter an einem Millionen-Unternehmen herummäkeln, dem er selbst als Aufsichtsratsvorsitzender vorsteht. Aus dem Tagesgeschäft ist der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft und des FC Bayern jedoch schon lange raus. Selbst in die hochbrisante Personalie Jürgen Klinsmann wurde er erst auf den letzten Drücker eingeweiht. Wenn der weltweitbekannte WM-Macher von 2006 aber neue Türen öffnen soll, greifen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge immer wieder gerne auf die Galionsfigur zurück, wie etwa bei einem ersten Treffen mit dem später verpflichteten Weltmeister Luca Toni vor einem Jahr.

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Spott von Lahm

Beckenbauers Wort hat immer Gewicht, egal, ob er aus einer Laune heraus einfach drauflosplappert oder seine Meinung von heute auf morgen ändert. Versuche, den Vereinspräsidenten einzubremsen, blieben ohne Erfolg. Die Spieler, allen voran der Musterschwiegersohn Philipp Lahm, quittierten die jüngsten Nörgeleien nun auf die humorvolle Art. "Es muss zwei Beckenbauer geben. Einen, der in der Zeitung schreibt, und dann den Präsidenten des FC Bayern. Der Präsident ist ziemlich zufrieden mit mir, der Kolumnist anscheinend weniger", kommentierte Lahm clever.

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Auch Sagnol verteilt Seitenhiebe

Auch der gescholtene Sagnol konnte sich im Schlepptau seines Außenverteidiger-Kollegens süffisante Seitenhiebe nicht verkneifen. "Ich habe gelesen, dass jemand gesagt hat, es gibt zwei Beckenbauer, den Kolumnisten und den Präsidenten. Das ist wahr", sagte der Franzose. Jedenfalls achten die hoch bezahlten Bayern-Profis ganz genau darauf, wie Beckenbauers Urteile ausfallen. "Wenn Herr Beckenbauer etwas sagt, muss man sich das anhören", sagte Mark van Bommel - "und er hat meistens Recht."

Er sagt, was er denkt

Beckenbauer, in dessen Donnerwetter-Reihe Bestseller wie die "Uwe-Seeler-Traditionself" nach dem 0:3 der Bayern in Lyon im Jahr des Champions-League-Triumphes 2001 oder die "Kinderstuben"-Kritik an Klinsmann nach dessen Fernbleiben beim WM-Trainerworkshop vor zwei Jahren zu finden sind, sagt aber nicht nur, was er denkt. Er sagt auch oft das, was viele denken, sich aber sonst keiner auszusprechen wagt. "Ich kann aus einem schlechten Spiel kein gutes machen. Ich bin ja nicht der einzige im Stadion, der das sieht, sondern es sind ja noch andere auch da", sagte er zuletzt als Premiere-Experte.

Weiter omnipräsent

Der Kaiser wird also weiter sein Ding machen und sich auch in der Amtszeit des kompromisslosen Klinsmann den Mund nicht verbieten lassen, selbst falls er 2009 tatsächlich seinen präsidialen Thron für Manager Uli Hoeneß räumen sollte. Denn auch ohne Funktion ist ein FC Bayern ohne den omnipräsenten Beckenbauer kaum vorstellbar.

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