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Olympia 2008: Langstreckenschwimmer Lurz widmet Medaille dem verstorbenen Vater

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Olympia 2008 - Schwimmen  

Thomas Lurz: Medaille für den verstorbenen Vater

21.08.2008, 12:16 Uhr | dpa, sid

Thomas Lurz freut sich über die Bronzemedaille. (Foto: ddp) Thomas Lurz stand mit ernstem Gesicht auf dem Siegerpodest, Stolz und Trauer kämpften in seinem Inneren miteinander. In Gedanken war der 28-Jährige bei seinem verstorbenen Vater. "Ich hätte ihm gerne Gold geschenkt", sagte Lurz. Und trotzdem war er am Ziel: "Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen. Wer sich über Bronze nicht freuen kann, soll bei Olympia gar nicht erst antreten."

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Den Krebs besiegt und Gold geholt

Sein Kompliment galt Überraschungssieger Maarten van der Weijden. Siebeneinhalb Jahre nach einer überwundenen Krebserkrankung triumphierte der Niederländer bei der Olympia-Premiere der Langstreckenschwimmer nach einem unwiderstehlichen Spurt über zehn Kilometer. Gewohnt kurz und knapp kommentierte Lurz: "Das war eine Superleistung."

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Lurz denkt im Rennen an seinen Vater

Der Familien-Betrieb Lurz mit Bruder und Trainer Stefan sowie Schwägerin Annika, die im Becken über 200 Meter Freistil alle Medaillen-Hoffnungen vorzeitig hatte begraben müssen, konnte in Peking endlich feiern. Die Anfeuerungsrufe von Vater Peter, bis zu seinem überraschenden Tod im vergangenen Jahr Fachwart Langstrecke im Deutschen Schwimm-Verband und immer als Motivator dabei, fehlten. Lurz sagte danach, dass er während des Rennens die ganze Zeit an seinen Vater gedacht habe: "Er hat sehr großen Anteil an dieser Medaille."

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Rangelei im Wasser

Als sich Thomas Lurz und der britische Mitfavorit David Davies im Regen auf ihren vermeintlichen Zweikampf um Gold konzentrierten, hatten sie van der Weijden vergessen. "Ich wusste schon, dass er stark ist. Dass er gewinnt, hätte ich nicht gedacht", gestand Lurz, der vor dem alles entscheidenden Spurt um den Olympiasieg noch in einen unnötigen "Streit" im Wasser verwickelt wurde. Davis, der in der vergangenen Woche im Becken Platz sechs über 1500 Meter belegte hatte, war nach kilometerlanger Führungsarbeit und zermürbenden Zweikämpfen so kaputt, dass er im Krankenwagen behandelt werden musste.

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Van der Weijden als lachender Dritter

Van der Weijden hielt sich geschickt aus allem heraus. "Die Leukämie hat mich gelehrt, Schritt für Schritt zu machen", sagte der 27-Jährige. "Wenn du im Krankenhaus liegst, Schmerzen hast, dich müde fühlst, dann denkst du nicht an die nächste Woche. Du denkst nur an die nächste Stunde. Du wirst geduldig, du liegst in deinem Bett und wartest. Das ist die gleiche Strategie, die ich heute im Rennen angewendet habe, geduldig im Pulk schwimmen, ruhig bleiben und auf die Chance warten." In 1:51:51,6 Stunden lag er am Ende 1,5 Sekunden vor Davies und zwei vor Lurz.

Höhenzelt und Lichttherapie

Es ist der Lohn für die Schufterei der letzten acht Monate. Täglich rund 15 Stunden hat van der Weijden in einem sogenannten Höhenzelt verbracht und darin in Peking auch geschlafen. Dabei wird ein Gasgemisch, das wenig Sauerstoff enthält, in das Zelt geleitet, um Höhenluft zu simulieren. In Norwegen ist diese Form von Höhentraining aus ethischen Gründen verboten, da sie eine enorme psychische Belastung darstellt. Van der Weijden setzte zudem auf eine Licht-Therapie, um im Rennen hellwach zu sein. Dabei werden Lichtstrahlen direkt auf die Pupillen gelenkt.

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