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HSV weiht ersten Fanfriedhof ein

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Hamburger SV  

Fanfriedhof: "Wahre Leidenschaft kennt keinen Abpfiff"

09.09.2008, 18:18 Uhr | sid

Die HSV-Fans können ihrem Verein nun auch nach ihrem Tod treu bleiben. (Foto: reuters)Die HSV-Fans können ihrem Verein nun auch nach ihrem Tod treu bleiben. (Foto: reuters) Der Hamburger SV hat als erster Verein Europas einen Fanfriedhof eingeweiht. Damit können die Anhänger der Hanseaten ihrem Verein auch über den Tod hinaus die Treue halten. "Man bekommt von hier sogar mit, wie die Spiele ausgehen", sagte Christian Reichert, der im HSV-Vorstand für die Fans zuständig ist.

Nur einen Steinwurf von der Westtribüne der Hamburger Arena entfernt befindet sich der Friedhof. Die erste Bestattung soll bereits in Kürze stattfinden.

Video HSV weiht ersten europäischen Fanfriedhof ein

Heimspiel-Atmosphäre auf dem Friedhof

Das "Grabfeld HSV" auf der Ruhestätte in Altona, das nach rund einem Jahr Bauzeit fertig gestellt wurde, ist einem Stadion nachempfunden: Am Eingang steht ein Fußball-Tor aus Beton, die Grabstellen sind traversenartig in Halbkreisen angelegt, der verlegte Rasen kommt aus dem Stadion. Wer möchte, kann sich zu Klängen eines Vereinsliedes im blauen Sarg mit der HSV-Raute bestatten lassen. Dann wird er garantiert mit "bespielter Erde" aus der HSV-Heimstätte zugedeckt, sagte Reichert.

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Urne darf nicht auf den Dauerkarten-Platz

Ein Fanfriedhof hat Seltenheitswert, gibt es so etwas bisher doch nur bei den Boca Juniors in Argentinien. "Leider sind die uns zuvorgekommen. Aber deren Grabfeld liegt vor den Toren der Stadt. Wir haben die Nähe zum Stadion", sagte Reichert. Verrückte Anfragen von Fans hat Reichert auch schon bekommen. So habe ein 40 Jahre altes HSV-Mitglied gefragt, ob nach seinem Tod Freunde die Urne auf seinen Dauerkarten-Platz stellen dürften. Damit aber würde man laut Reichert Probleme mit der deutschen Grabstätten-Ordnung bekommen. Ebenso dürfe man keine Asche im Stadion verstreuen lassen - wie es in den Niederlanden möglich ist - oder Urnen am Spielfeldrand vergraben wie beim englischen Erstligisten FC Everton.

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Gemeinnützige Idee

Reichert konnte mit der Idee der Friedhofsgärtner-Genossenschaft, ein "HSV-Themengrabfeld" einzurichten, schnell anfreunden. Der ausgebildete Sonderschullehrer betont aber, der HSV verfolge dabei keinerlei kommerzielle Interessen: "Der Verein wird nicht zum Bestattungsunternehmen, die Einnahmen stecken wir ausschließlich in die Gestaltung und in die Pflege."

HSV - für immer und ewig

Der HSV tritt beim Verkauf der Gräber nur als Vermittler auf, für die Organisation und Abwicklung wurden Lizenzverträge an Steinmetze und Bestatter vergeben. "Wahre Leidenschaft kennt keinen Abpfiff", so der Werbeslogan eines Hamburger Instituts für die HSV-Beerdigung. Klub-Mitgliedern werden für die Bestattung "Schlusspfiff" Sonderkonditionen gewährt. "2350 Euro kostet der HSV-Sarg und 370 Euro die HSV-Urne, dazu gibt es verschiedene Stoffdekorationen im Design des Vereins, verschiedene Kondolenzdecken und weitere Optionen", sagte HSV-Mitglied Holger Langer von einem Hamburger Bestattungsinstitut.

Nichts für Uwe Seeler

300 bis 500 Fans finden auf dem Feld ihre letzte Ruhe, je nachdem, wie viele sich für kleinere Urnengräber entscheiden. Zwar ist die Einweihung erst der Startschuss für mögliche Reservierungen, rund 20 konkrete Anfragen liegen aber bereits vor. "Jedes Alter ist vertreten, vom 28-Jährigen bis zum über 80-Jährigen." Horst Eberstein, 79 Jahre altes Aufsichtsratsmitglied des Vereins, will sich auch einen Platz sichern. HSV-Ikone Uwe Seeler hingegen möchte das nicht. Der 71-Jährige sieht die Geschichte eher skeptisch: "Wenn es solche Anhänger gibt, die das wollen, meinetwegen, aber vielleicht ist das auch ein bisschen viel des Guten."

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