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Millionendeal der Eisernen geplatzt

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Millionendeal der Eisernen geplatzt

24.08.2009, 22:03 Uhr | dpa

Jürgen Czilinsky, Aufsichtsratschef der ISP. (Foto: dpa)Jürgen Czilinsky, Aufsichtsratschef der ISP. (Foto: dpa) Nur 60 Tage nach der vollmundig verkündeten "strategischen Partnerschaft" ist der Millionendeal von Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Union Berlin mit seinem Hauptsponsor International Sport Promotion ISP geplatzt.

Der Berliner Verein kündigte der ISP mit, das er den Kontrakt, der bis 2014 insgesamt 10 Millionen Euro hätte einbringen sollen, wegen der von "spiegel online" aufgedeckten Stasi-Vergangenheit des ISP-Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Czilinsky auflöst.

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Fans protestieren gegen Zusammenarbeit

Dies teilte aber kurioserweise nicht der 1. FC Union Berlin selbst, sondern der gekündigte Hauptsponsor ISP mit. Zwar hatte entsprechend der ISP-Pressemitteilung der 51 Jahre alte frühere Stasi-Hauptmann Czilinsky seinen Rücktritt vom Posten des Aufsichtsratschefs erklärt, um möglichen Imageschaden vom Verein abzuwenden. Doch das reichte dem Aufsteiger offenbar nicht, um die ursprünglich auf fünf Jahre festgelegte Partnerschaft fortzusetzen. Der 1. FC Union, der sich auch zu DDR-Zeiten immer als Alternativ-Verein zum vom Ministerium für Staatssicherheit geführten BFC Dynamo sah, reagierte somit konsequent und umgehend auf die Verstrickungen von Czilinsky und verzichtet damit auf viel Geld. Union reagierte damit auch auf heftige Proteste der Fans, die sich ganz klar gegen ein Zusammenarbeit mit einem früheren Stasi-Offizier gewandt hatten.

"Immer eine Herzensangelegenheit"

"Ich bedauere diese Entwicklung sehr, denn ich wollte mit der ISP dazu beitragen, dass der 1. FC Union sich sportlich stabilisieren und wirtschaftlich auf ein gesundes Fundament bauen kann", erklärte ISP-Geschäftsführer Dieter Fietz im Anschluss an die Entscheidung des Vereins. Der ehemalige Union-Trainer fügte hinzu: "Für mich waren die Eisernen immer eine Herzensangelegenheit. Daran wird sich auch zukünftig nichts ändern. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass mein Engagement mit der ISP zur Belastung für den Verein werden könnte."

Nie gänzlich geklärte Tätigkeitsfelder

Die ISP ist im Government of Ajman, eines von sieben Emiraten der United Arabian Emirates, eingetragen. Aus der Lizenz mit der Nummer 4818 geht hervor, dass Dieter Fietz sämtliche Anteile des Unternehmens persönlich hält. Die ISP hat ihren Sitz im ca. 30 Kilometer von Ajman entfernten Dubai. Dort ist das Unternehmen zur Zeit auch in die Finanzierung und Umsetzung eines neuen Sportthemenparks eingebunden. Zu den in der Öffentlichkeit nie gänzlich geklärten Tätigkeitsfeldern der hinter der ISP stehenden Firmengruppe gehören Umwelt-Management, Rohstoff-Erschließungen sowie regenerative Energien vor allem im arabischen und afrikanischen Raum.

Neuer Trikotsponsor gesucht

Der 1. FC Union Berlin muss nun in Windeseile versuchen, einen neuen Trikotsponsor ins Boot zu holen. Ein ähnlich spektakuläres Angebot dürfte aber illusorisch sein. Die Lizenz hatte der Aufsteiger allerdings von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auch ohne die Präsentation des Sponsors erhalten.

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