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Nationalmannschaft: Streit um Vertrag zwischen Löw und Zwanziger eskaliert

WM 2010 - Nationalmannschaft  

Streit um Vertrag zwischen Löw und Zwanziger eskaliert

05.02.2010, 17:25 Uhr | dpa, t-online.de, sid

Joachim Löw attackiert DFB-Boss Theo Zwanziger. (Foto: imago)Joachim Löw attackiert DFB-Boss Theo Zwanziger. (Foto: imago) Bundestrainer Joachim Löw geht voll auf Konfrontationskurs zu Theo Zwanziger. Der 50-Jährige hat am Tag nach den abgebrochenen Gesprächen über eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bund (DFB) indirekt vorgeworfen, die Unwahrheit gesagt sowie ihn und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in den Verhandlungen unter Druck gesetzt zu haben. Damit spitzt sich der Machtkampf beim DFB wenige Monate vor dem Auftakt der WM-Endrunde Südafrika immer weiter zu.

"Ganz bewusst haben wir uns in den vergangen Wochen nicht konkret zur Vertragssituation geäußert. Umso verwunderter sind wir über die plötzlich in der Öffentlichkeit diskutierten angeblichen Vertragsdetails. Dadurch sind viele Unwahrheiten in Umlauf gekommen. Einen Handschlag-Vertrag hat es zum Beispiel nicht gegeben", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme Löws.

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Kein Handschlagvertrag

Theo Zwanziger hatte vor Weihnachten 2009 öffentlich bekannt gegeben, dass man sich mit Löw per Handschlag auf eine Vertragsverlängerung geeinigt habe. Jetzt waren die Vertragsverhandlungen bei einer DFB-Präsidiumssitzung nach nur fünf Minuten abgebrochen und auf die Zeit nach der WM verschoben worden, weil die Vorstellungen beider Seiten nicht in Einklang zu bringen waren. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff für ihre Unterschrift unter einen neuen Vertrag einen Bonus gefordert haben. Diese Summe sollte in Höhe von etwa einem Jahresgehalt jedoch unter Löw, Bierhoff, Assistent Hansi Flick und Torwart-Bundestrainer Andreas Köpke aufgeteilt werden. Bierhoff soll zudem ein Veto-Recht bei der Besetzung des Bundestrainerpostens beansprucht haben.

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Löws Statement

"Von unserer Seite wurde ein verhandelbarer Vorschlag vorgelegt, uns dagegen wurde ein nicht-verhandelbares Angebot zugestellt, über das ich innerhalb von 48 Stunden entscheiden sollte. Unsere ganze Konzentration gilt seit sechs Jahren dem Erfolg der Nationalmannschaft - auch im Sinne der Entwicklung und Reputation des deutschen Fußballs. Dabei stehen Teamwork, Loyalität und Respekt an erster Stelle für mich. In diesem Sinne werden wir uns in den nächsten Wochen intensiv auf die WM in Südafrika vorbereiten", hieß es in dem Statement weiter.

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Zwanziger gibt sich diplomatisch

Inzwischen hat sich auch der Angegriffene zu Wort gemeldet. Zumindest nach außen gibt sich Zwanziger diplomatisch. "Ich will ihn behalten. Wenn wir die WM erfolgreich spielen, werde ich mit Löw sprechen. Und wenn wir sie nicht so erfolgreich spielen, dann auch", sagte der DFB-Boss in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" und fügte an: "Er wird immer mein erster Ansprechpartner sein." Dass die Vorbereitung der Mannschaft auf das Turnier in Südafrika unter den Geschehnissen rund um die Vertragsverhandlungen gestört werden könnte, befürchtet Zwanziger indes nicht. "Es ist nicht die Schicksalsfrage der Nation, ob ein Bundestrainer mit einem auslaufenden oder laufenden Vertrag ins Turnier geht", so der 64-jährige Funktionär.

Gemeinsamer Auftritt am Wochenende

Auch im zwischenmenschlichen Bereich will Zwanziger keinen Bruch zwischen ihm und Löw erkannt haben. "Wir sind Freunde, wir sind keine Feinde. Wir arbeiten an einem gemeinsamen Projekt", sagte er. Schon am Wochenende wird es zu einem Wiedersehen kommen. "Bei der Auslosung zur Europameisterschaft 2012 in Warschau werden wir uns wiedersehen, und dann werden wir miteinander reden", so Zwanziger. Nun steht in den Sternen, ob Löw im Herbst zum Auftakt der EM-Quali überhaupt noch auf der Bank sitzt.

Beckenbauer stellt sich hinter Zwanziger

Unterstützung erhält Zwanziger von Franz Beckenbauer. "Es war absolut richtig, die Forderungen von Bierhoff nicht zu akzeptieren. Auch in Zukunft darf nur das DFB-Präsidium über den Bundestrainer entscheiden und nicht ein Nationalelf-Manager. Ein Vetorecht war nicht akzeptabel. Meine Meinung: Der Übernahme-Versuch ist gescheitert", sagte der Beckenbauer, der als FIFA-Exekutivmitglied selbst dem DFB-Präsidium angehört, der "Bild"-Zeitung.

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Uli Hoeneß ist überrascht

"Da muss viel passiert sein, dass es zu so einem Eklat kommen kann", mutmaßte Bayern-Präsident Uli Hoeneß (58) in der "Bild": "Ich bin überrascht. Im Dezember habe ich noch gelesen, dass sich Zwanziger und Löw per Handschlag geeignet haben. Ich dachte, dass bei den beiden Handschlag-Qualität vorhanden ist." In der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main war man im Laufe des Freitags um Schadenbegrenzung bemüht, eine Lösung war aber nicht in Sicht. Auf den Fluren machte der Vorwurf einer unmoralischen Forderung an die sportliche Führung die Runde. Zwanziger und seine Präsidiumskollegen, die eine angemessene Gehaltsaufstockung vorgesehen hatten, sollen von dieser Nachforderung regelrecht geschockt gewesen sein.

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