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Hertha BSC - 1. FC Nürnberg: Polizei muss Hertha-Spieler schützen

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Bundesliga - Hertha BSC Berlin  

Hertha-Chaoten randalieren nach Abpfiff

13.03.2010, 19:09 Uhr | sid,dpa,t-online, t-online.de, sid, dpa

Hertha BSC - 1. FC Nürnberg: Polizei muss Hertha-Spieler schützen. Hertha-Chaoten stürmen nach dem Spiel den Platz. (Foto: imago)

Hertha-Chaoten stürmen nach dem Spiel den Platz. (Foto: imago) (Quelle: dpa)

Nach der Last-Minute-Niederlage von Hertha BSC gegen den 1. FC Nürnberg und dem damit wohl unvermeidbaren Abstieg in Liga zwei entlud sich der Frust in nackter Gewalt. Rund 100 Chaoten kletterten nach dem 1:2 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg über den Stadiongraben, stürmten das Spielfeld und trieben die Sicherheitskräfte mit Stangen bewaffnet vor sich her. Die Nürnberger Kicker feierten zu dem Zeitpunkt noch vor ihrem Fanblock. Ordner und Polizei mussten die Berliner Profis schützen.

Hecking: "Müssen aufpassen, dass der Fußball nicht verkommt"

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking sagte nach den Ausschreitungen: "Wir müssen entschieden dagegen vorgehen. Ich hoffe, dass sich da endlich welche finden, die Arsch in der Hose haben und dem Einhalt gebieten. Ich möchte nicht erleben, was passiert, wenn es den ersten Toten gibt". Im Sky-Interview fügte er hinzu: "Wir müssen aufpassen, dass der Fußball nicht verkommt."

Vier Polizisten leicht verletzt

Die Randalierer kletterten über den Graben in den Innenraum und jagten zum Teil mit Fahnenstangen bewaffnet die überforderten Ordner vor sich her. Die noch auf dem Spielfeld verbliebenen Spieler, Trainer und Betreuer beider Mannschaften stürmten sofort in die Katakomben. "Da nimmst du nur noch deine Beine in die Hand. Die hauen dir sonst die Birne ein", sagte Nürnbergs Abwehrspieler Andreas Wolf. Die randalierenden Anhänger liefen ebenfalls Richtung Umkleidekabinen und schlugen mit Stangen auf die Reservebänke sowie Reklametafeln ein. Es dauerte mehrere Minuten, bis eine Polizei-Hundertschaft eingriff und die Hooligans zurück in den Block drängen konnte. Vier Polizisten wurden leicht verletzt, 30 Randalierer festgenommen. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, werde noch geprüft.

Gegenbauer: "Das ist ärgerlich für Hertha BSC und den ganzen Fußball"

Für die Berliner sind nach nun 217 Tagen ohne Heimsieg die Erstliga-Lichter fast ausgegangen, dazu hat das "mühsam aufgebaute Image" laut Präsident Werner Gegenbauer einen großen Schaden genommen. "Das ist ärgerlich für Hertha BSC und den ganzen Fußball", sagte Gegenbauer und kündigte eine Aufarbeitung der Ereignisse an. Zunächst hatte sich eine rund 80-köpfige Ordner-Gruppe vor den Chaoten zurückgezogen, die Polizei griff erst später ein. "Es ist eine geringe Anzahl von Gewaltbereiten, die diese Bühne nutzen. Dagegen muss man mit aller Härte vorgegangen werden", sagte Hertha-Coach Friedhelm Funkel, dessen Rettungsmission sportlich fast gescheitert ist. Funkels Position aber sieht Hertha-Chef Gegenbauer weiter ungefährdet: "Da ist kein Raum für Spekulationen."

So gut wie abgestiegen

Rein rechnerisch ist der Klassenerhalt für die Hertha noch zu schaffen. Bis zum Saisonende sind noch acht Partien zu spielen, 24 Punkte zu vergeben. Auf den rettenden 15. Tabellenplatz haben die Berliner nun acht Punkte Rückstand. Doch das Restprogramm hat es in sich: Am kommenden Spieltag muss der Tabellenletzte beim Deutschen Meister Wolfsburg antreten, in der Woche darauf geht es gegen Dortmund. Am 30. Spieltag ist der VfB Stuttgart zu Gast im Olympia-Stadion. Und in den letzten drei Spielen kommt es noch einmal knüppeldick. Die drei Top-Mannschaften Schalke, Leverkusen und der Rekordmeister Bayern München warten, wenn die Hertha ihre "Abschiedstournee" gibt..

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