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WM-Torjäger: Klose gegen Villa im direkten Vergleich

WM 2010 - Torjäger  

Salto-Klose gegen Killer-Villa - das Duell der Toptorjäger

04.07.2010, 21:52 Uhr | t-online.de, t-online.de

WM-Torjäger: Klose gegen Villa im direkten Vergleich. Wer wird der Torjäger der WM: Spaniens David Villa (li.) oder Deutschlands Miroslav Klose? (Montage: t-online.de; Fotos: dpa)

Wer wird der Torjäger der WM: Spaniens David Villa (li.) oder Deutschlands Miroslav Klose? (Montage: t-online.de; Fotos: dpa) (Quelle: dpa)

Aus Kapstadt berichtet Patrick Brandenburg
Deutschland gegen Spanien - das wird ein außergewöhnliches Duell (am Mittwoch ab 20.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Es ist nicht nur die Revanche für das verlorene EM-Finale von 2008. Es ist ein Showdown zwischen der reifen Rasselbande von Bundestrainer Joachim Löw und den wohl größten Einzelkönnern Europas. Und es ist ein Kampf um den Titel des Torschützenkönigs in Südafrika: Miroslav Klose (4 Treffer) jagt den aktuellen WM-Spitzenreiter David Villa (5). "Ich habe mir fünf Tore im Turnier fest vorgenommen. Wenn es sechs werden - auch gut", sagt der DFB-Stürmer vorm Halbfinale in Durban angriffslustig.

Die Leistungsbilanz der beiden Ausnahmekönner ist überwältigend: Klose hat in 100 Länderspielen für Deutschland 52 Tore erzielt, Villa in nur 63 Partien für die Furia Roja schon 43. Wenn Löw für Klose eine "unglaubliche Trefferquote" und "allerhöchstes Niveau" konstatiert, gilt das für den spanischen Konkurrenten allemal. Beide Kicker haben in der Bundesliga und der Primera Division Treffer angehäuft wie andere Leute Facebook-Freunde. Kloses 120 Ligatreffern stehen 176 Tore von Villa gegenüber.

Klose hat Ronaldo dicht vor sich

Routinier Klose ist drauf und dran, als bester WM-Torschütze aller Zeiten Geschichte zu schreiben. Nur zwei Treffer fehlen, um Brasiliens Ronaldo (15 Tore) zu überholen. Aber Achtung: Villa rückt gewaltig nach. Acht Mal durfte auch der Allrounder aus Asturien bereits jubeln. Und mit 28 Jahren hat er mit ein wenig Glück noch mindestens ein Turnier vor sich, um den Deutschen einzuholen, den vor seinem vermutlichen WM-Abschied im Spiel um Platz drei oder im Finale ein wenig Wehmut quält. "Ich freue mich auf meine beiden letzten WM-Spiele", so der 32-Jährige.

Villa stürmt demnächst für den FC Barcelona

So grundverschieden beide Stürmer sind - es gibt auch etliche Berührungspunkte. Wie der gelernte Zimmerrmann Klose bei Blaubach-Diedelkopf und dem 1. FC Kaiserslautern, hat auch Villa, ein Bergmannssohn aus dem Örtchen Langreo im Nordwesten Spaniens, in der Fußballprovinz mit dem Kicken begonnen. Sporting Gijon war die erste Station, bevor er zu Real Saragossa wechselte. Den Durchbruch zum Star schaffte er mit Toren am Fließband für den FC Valencia, von dessen Fans er als "Mara-Villa" verehrt wird - das Wunder Villa. Seit Jahren sind Topklubs aus ganz Europa hinter dem kleinen, wendigen Stürmer her. Erst zum Ende der vergangenen Spielzeit erlag Valencia einem Fabelangebot: Für 40 Millionen Euro sicherte sich der FC Barcelona die Dienste des Goalgetters.

Villa fehlte im EM-Finale von Wien 2008

Während Klose bei der WM 2002 ins Rampenlicht stieg, ging Villas Stern erst sechs Jahre später bei der EM in Österreich und der Schweiz endgültig auf. Beim Titelgewinn der Spanier steuerte "Killer Villa", so die Zeitung "Marca" einen Dreierpack beim Vorrundensieg über Russland bei und einen Treffer gegen Schweden. Damit sicherte sich der 1,75-Meter-Mann die Torjägerkanone, obwohl er im Finale gegen Deutschland aufgrund einer Verletzung zuschauen musste.

Zittersieg über Paraguay

Bei der WM in Südafrika hält der Ein-Mann-Sturm Villa seine Spanier zurzeit fast im Alleingang auf Kurs, nachdem deren gefürchteter Kombinationsfußball "tici taka" ins Stottern geraten ist: Fünf von sechs Toren der Iberer gehen auf sein Konto. Die Teamkollegen wissen, was sie an ihm haben: "Villa ist eine Bedrohung für jeden Gegner - zum Glück spielt er für uns", sagt Xabi Alonso. Der Mittelfeldspieler scheiterte gegen Paraguay mit einem Elfmeter und wurde erst von Villas spätem Billard-Tor vor drohenden Höllenqualen gerettet: Der Perfektionist mit der Nummer sieben hatte den Ball gekonnt an beide Innenpfosten gezirkelt, von wo die Kugel ins Tor plumpste.

Der komplettere Stürmer kickt in Rot

Villa wie Klose, beide sind extrem mannschaftsdienliche Allrounder. Der Spanier kann aber noch besser die Positionen wechseln. Ob als Sturmspitze, als hängende Spitze oder auf dem linken Flügel: Villa fühlt sich überall zu Hause. Noch mehr als der Deutsche, der feine Pässe beherrscht und bei wichtigen Toren mit künstlerisch wertvollen Salti glänzt, ist Spaniens WM-Versicherung ein Kämpfertyp, ein Wühler. Vor allem ist er mit beiden Füßen fast gleichstark. Nach einem schweren Beinbruch im Kindesalter, der fast die Karriere gekostet hätte, überbrückte "el Guaje", asturisch für: das Kind, die Zwangspause damit, den gesunden, schwächeren Fuß zu schulen. Selbst Konkurrent Klose zieht den Hut: "Villa kann mit links und rechts schießen. Er ist fast einer wie Lionel Messi. Wir können ihn nur im Kollektiv ausschalten."

Der gute Villa trifft das Tor, der böse den Gegner

Dabei lief zu Beginn der WM längst nicht alles rund für Villa. Im zweiten Spiel gegen Honduras vergab der Angreifer mehrere Riesenchancen, darunter einen Elfmeter. Außerdem hatte der manchmal ungestüme Wirbler Glück, dass er nicht vom Platz flog, so wie Klose parallel gegen Serbien. Während der Bayern-Stürmer zwei Allerweltsfouls mit Gelb-Rot bezahlte, kam Villa nach einer Backpfeife gegen Emilio Izaguirre ohne Strafe davon. Der Schiedsrichter hatte nichts bemerkt, und die FIFA verzichtete überraschend auf eine nachträgliche Sperre. Trainer Vicente del Bosque hatte in Erwartung einer Strafe schon von einem Akt der Dummheit seines Stars gesprochen.

Klose hat das bessere Team um und hinter sich

Danach aber legte Villa gewaltig los. Bei den Wettanbietern ist er nun klarer Favorit auf den Gewinn des Goldenen Schuhs für den besten Turnierschützen. Das wird del Bosque gerne unterschreiben: "David ist in Top-Form. Er ist richtig torhungrig." Villa und Klose - bei beiden Stürmer überwiegt der gegenseitige Respekt. Villa warnt: "Deutschland ist das stärkste Team. Wir müssen unserer Linie treu bleiben." Und Klose, längst nicht mehr Fußballfossil oder Krisenklose genannt, gibt die Komplimente artig zurück: "Spanien ist zweifellos besser als Argentinien oder England."

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