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Formel 1: Luca di Montezemolo fordert Ende der "Heuchlerei"

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Ferrari  

Stallorder-Skandal: Ferrari-Boss teilt aus

27.07.2010, 10:53 Uhr | dpa, sid, sid, dpa

Formel 1: Luca di Montezemolo fordert Ende der "Heuchlerei". Luca di Montezemolo kann die Aufregung um die Ferrari-Taktik nicht verstehen. (Foto: dpa)

Luca di Montezemolo kann die Aufregung um die Ferrari-Taktik nicht verstehen. (Foto: dpa)

Präsident Luca di Montezemolo hat die Kritik an der Ferrari-Taktik im Teamorder-Skandal beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim zurückgewiesen. "Diese Polemik interessiert mich nicht. Also genug der Heuchelei", sagte di Montezemolo auf der Ferrari-Homepage: "Ich habe immer gesagt, dass die Interessen des Teams vor denen des Einzelnen stehen. Diese Dinge passieren seit den Tagen von Tazio Nuvolari, und - wie ich selbst als Sportdirektor erlebt habe - von Niki Lauda. Und nicht nur da."

Die Rennkommissare waren nach dem Ferrari-Doppelsieg überzeugt, dass das Überholmanöver des späteren Siegers Fernando Alonso gegen seinen zu dem Zeitpunkt führenden Teamkollegen Felipe Massa auf Anweisung des Teams durch einen Funkspruch aus der Boxengasse zustande gekommen war. Darauf verdonnerten sie die Scuderia zu einer Strafe von 100.000 Dollar. Die Teamorder ist seit 2003 explizit verboten. Das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA tagt bei nächster Gelegenheit, um über weitere Sanktionen für Ferrari zu beratschlagen.

Schumacher klarer Verfechter der Teamorder

Der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher machte dagegen klar, dass für ihn die Stallorder zur Formel 1 gehört: "Man setzt eben auf den, der bessere Chancen hat, Weltmeister zu werden. Das ist ist schließlich keine Kaffeefahrt, hier geht um einen WM-Titel", sagte der Mercedes-Pilot, der selbst mehrfach von Ordern von den Teamchefs profitierte. 2002 bei Ferrari sogar so offensichtlich, dass nach dem legendärem Funkspruch von Jean Todt an Rubens Barrichello ("Let Michael pass for the Championship") das Teamorder-Verbot eingeführt wurde.

Vettel äußert Verständnis

Sebastian Vettel hat ebenfalls Verständnis für die weltweit umstrittene Ferrari-Teamorder geäußert. "Es kommt halt wirklich drauf an, von welcher Position man das Ganze betrachtet", sagte Red-Bull-Pilot Vettel bei "ServusTV". Als Fan und ehrlicher Sportsmann müsse man sagen, dies sei nicht richtig gewesen. Wenn man am Ende des Jahres allerdings die Weltmeisterschaft mit zwei, drei Punkten verpasst habe, "die man vielleicht hier oder da hätte besser hamstern können, dann steht man auch als Idiot da", sagte der Formel 1-Fahrer.

"Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er die Katz gekriegt"

Dass es sich dabei um eine Stallorder gehandelt habe, sei klar. "Ich denke, wenn man die Bilder sieht und sich die Funksprüche anhört, dann ist es eigentlich eindeutig", sagte Vettel. Mit einem Augenzwinkern nannte der Red-Bull-Pilot, der Rang drei hinter den Ferrari-Piloten belegt hatte, sogar seine Wunschstrafe: "Ich hätte viel lieber, dass beide 10 Sekunden Strafe bekommen, denn dann wäre ich im Prinzip Erster - die anderen zwei Zweiter und Dritter." Mit seinem missglückten Start wollte er sich nicht mehr beschäftigen. "Dieses ganze Wenn und Aber: Bei uns in der Gegend gibt es ein ganz gutes Sprichwort: Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er die Katz gekriegt."

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