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Deutschland müht sich zum Sieg in Kasachstan

Deutschland behält seine weiße Weste

12.10.2010, 16:34 Uhr | dpa, dpa

Deutschland müht sich zum Sieg in Kasachstan. Torschütze Klose (r.) lässt sich von den DFB-Kollegen feiern. (Foto: dpa)

Torschütze Klose (r.) lässt sich von den DFB-Kollegen feiern. (Foto: dpa)

Mit späten Toren hat die deutsche Nationalmannschaft bei der Nachtschicht in Kasachstan einen peinlichen Betriebsunfall gerade noch abgewendet. Torgarant Miroslav Klose mit seinem 58. Länderspiel-Treffer (48. Minute), Mario Gomez (76.) und Lukas Podolski (85.) sorgten für den glanzlosen 3:0 (0:0)-Sieg in Astana und hielten die DFB-Elf in der Qualifikation für die EM 2012 auf Kurs.

Im letzten Pflichtspiel des Jahres vergab die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw vor etwa 20.000 Zuschauern unter dem Hallendach der Astana Arena gegen das engagierte, aber harmlose Team des deutschen Trainers Bernd Storck beste Möglichkeiten für einen höheren Sieg gleich im Dutzend.

Vogts-Team leistet Schützenhilfe

Dennoch reichte es bei der Länderspiel-Premiere gegen den krassen Außenseiter auf Kunstrasen zum knappen Erfolg, der die souveräne Tabellenführung mit zwölf Punkten in der Gruppe A bescherte. Dank der Schützenhilfe von Berti Vogts und Aserbaidschan gegen die Türkei (1:0) kann das DFB-Team beruhigt in die Winterpause der EM-Ausscheidung gehen. Fortgesetzt wird die Qualifikationsrunde erst am 26. März, wenn Kasachstan nach Kaiserslautern kommt. In diesem Jahr steht nur noch das Testspiel in Schweden am 17. November an.

Özil meldet sich rechtzeitig zurück

Knapp 4000 Kilometer entfernt von der Heimat schickte Löw zur Geisterstunde in der zentralasiatischen Steppe dieselbe Elf aufs Feld, die vier Tage zuvor die Türken glanzvoll 3:0 in Berlin bezwungen hatte. Kurz vor der Partie hatte auch Mittelfeld-Zauberer Mesut Özil nach überwundener Knöchelverletzung Grünes Licht für seinen Einsatz gegeben. "Wir sind gewarnt, aber es ist klar, dass wir hier drei Punkte holen wollen. Das ist unser Anspruch", betonte Teammanger Oliver Bierhoff kurz vor dem Anpfiff. Ein Anti-Jet-Lag-Plan sollte dem DFB-Team nach der weitesten Anreise zu einem Qualifikationsspiel in der langen Verbandsgeschichte und vier Stunden Zeitverschiebung Beine machen. Dennoch wurde die Pflichtaufgabe zum befürchteten Kraftakt.

Badstuber und Khedira mit groben Schnitzern

Unter dem geschlossenen Hallendach der Astana Arena mühte sich der turmhohe Favorit von Beginn an um Kontrolle, hatte aber sichtlich Mühe mit dem ungewohnten Kunstrasen. Die mutigen Kasachen versuchten immer wieder, früh das Aufbauspiel des WM-Dritten zu stören und zwangen Löws Spieler so zu einigen ungewohnten Fehlern. Vor allem Innerverteidiger Holger Badstuber und Real-Madrid-Profi Sami Khedira leisteten sich mehrfach grobe Schnitzer.


Viele Chancen bleiben ungenutzt

Dennoch kam die DFB-Elf gegen die Hausherren schnell zu Chancen und hätte die Partie viel früher entscheiden können. Lukas Podolski drosch den Ball nach Kloses Solo aus 18 Metern freistehend drüber (6.). Drei Minuten später schoss Thomas Müller aus spitzem Winkel am kurzen Eck vorbei. Kloses Kopfball nach Müllers Flanke strich über die Latte (16.).

Kroos und Özil vergeben fahrlässig

Immer, wenn das deutsche Team das Tempo mit schnellen Flachpässen erhöhte, kam der Fußball-Zwerg aus dem neuntgrößten Land der Erde in Schwierigkeiten. Nach einer feinen Kombination stand plötzlich Özil völlig frei, sein Schuss wurde jedoch in höchster Not noch abgeblockt (19.). Toni Kroos (22.), der abermals den verletzten Bastian Schweinsteiger in der Mittelfeld-Zentrale ersetzte, und erneut Özil (28.) vergaben danach aus bester Position ebenfalls fahrlässig die längst verdiente Führung. Coach Löw haderte auf der Bank sichtlich verärgert mit der Abschlussschwäche seiner Schützlinge. Doch das Geduldsspiel ging weiter. Kroos scheiterte per Fernschuss an Keeper Andrej Sidelnikow (36.), Khedira zielte zunächst knapp daneben (41.) und hatte dann Pech bei einem Kopfball an die Latte (43.). Weil Sidelnikow auch Özils Kracher parierte, ging es torlos in die Kabinen.

Gomez beseitigt letzte Zweifel

Kurz nach der Pause brach Klose in seinem 105. Länderspiel auf Vorlage von Podolski dann den Bann, als er vor zwei Verteidigern an den Ball kam und ins leere Tor traf. Doch danach wurde das Spiel der Deutschen keineswegs besser. Stattdessen kamen sogar die Gastgeber durch Zweitliga-Profi Heinrich Schmidtgal von Rot-Weiß Oberhausen zu einigen Chancen (52./57.). Erst der Treffer des für den verletzten Klose eingewechselten Gomez beseitigte die letzten Zweifel. Podolski setzte dann mit seinem 42. Länderspiel-Tor den Schlusspunkt und zog damit mit dem verletzten Kapitän Michael Ballack in der DFB-Torschützenliste gleich. Einziger Wermutstropfen für das deutsche Team - und womöglich den FC Bayern: Torschütze Klose musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden.

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