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Patrik Sinkewitz droht nach erneutem Doping-Vergehen lebenslange Sperre

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Doping - Radsport  

Wiederholungstäter Sinkewitz vor Ende der Karriere

18.03.2011, 17:44 Uhr | sid

Patrik Sinkewitz droht nach erneutem Doping-Vergehen lebenslange Sperre. Patrik Sinkewitz wird sich demnächst nur noch privat aufs Rad setzen dürfen. (Foto: imago)

Patrik Sinkewitz wird sich demnächst nur noch privat aufs Rad setzen dürfen. (Foto: imago) (Quelle: imago)

Patrik Sinkewitz hat sich sportlich wahrscheinlich erledigt. Der 30-jährige deutsche Radsport-Star ist zum zweiten Mal nach 2007 positiv auf Doping getestet und vom Weltverband UCI vorläufig suspendiert worden. Besonders pikant: Sinkewitz nahm für die UCI die Rolle eines Kronzeugen im Kampf gegen das Doping ein. Als Wiederholungstäter droht dem Hessen nunmehr eine lebenslange Sperre. "Wenn jemand so entsetzlich unbelehrbar ist, gehört er aus dem Verkehr gezogen", sagte Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR).

Der frühere Bundesverteidigungsminister sprach zudem von einem "hohen Maß an Beklopptheit". Sinkewitz wurde bei einer Wettkampfkontrolle nach dem Grand Prix von Lugano am 27. Februar in der A-Probe ein Wachstumshormon nachgewiesen. Scharping verwies auf das funktionierende System der Dopingfahnder: "Die UCI hatte Sinkewitz auf ihrer Überwachungsliste, wie man sieht, zu Recht. Das System greift."

Die Tour verliert endgültig ihre Unschuld

Sinkewitz war bereits am 8. Juni 2007 positiv auf Testosteron getestet worden, drei Tage nach seinem schweren Sturz im Anschluss der achten Etappe der Tour de France. Der Fall hatte damals für große Aufregung gesorgt. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zogen sich daraufhin mit sofortiger Wirkung aus der Live-Berichterstattung zurück.

Wegen Geständigkeit zum Kronzeugen befördert

Sinkewitz hatte in der Folgezeit ein umfangreiches Geständnis abgelegt und auch über Dopingpraktiken im T-Mobile-Team bis 2006 ausgesagt. Daraufhin profitierte der frühere Deutschland-Tour-Sieger von der Kronzeugenregelung und wurde ebenso wie sein Kollege Jörg Jaksche nur für ein Jahr gesperrt.

Aldag: "Wundere mich nicht"

Ex-Profi Rolf Aldag, zur damaligen Zeit Sportlicher Leiter beim Team Telekom, war von der Nachricht nicht sonderlich überrascht: "Sinkewitz ist ein Thema für sich. Es gibt Radfahrer, da sage ich: Ich wundere mich nicht mehr." Weiter sagte Aldag: "Es gibt Leute, die verstehen es nie. Letzten Endes entscheidet der Rennfahrer, ob er verbotene Mittel nimmt."

Neues Testverfahren schlägt zu

Sinkewitz ist der erste Radprofi, der den Dopingfahndern durch ein neues Testverfahren ins Netz ging. Durchgeführt wurde die Analyse im IOC-Labor in Lausanne. (Lesen Sie auch: So funktioniert Gendoping) Die Suspendierung bleibt so lange in Kraft, bis eine Anhörung geklärt hat, ob es sich um einen Dopingverstoß handelt. Sinkewitz kann nun die Öffnung der B-Probe beantragen.

Keinen guten Stand mehr bei den Kollegen

Er hatte am 27. Februar 2009 sein Comeback nach 594 Tagen Rennpause gegeben. Damals fuhr er für das das zweitklassige Team PSK Whirlpool. Vor seinem Comeback bei PSK hatte Sinkewitz in der Radsportszene einen Spießrutenlauf hinter sich. Da er Kollegen, Ärzte und Teamchefs belastet hatte, galt er im Radsport als Nestbeschmutzer. Später wechselte er zum italienischen Team ISD. Ex-Profi Jörg Ludewig hatte den Kontakt zu ISD hergestellt. Bei dem Rennstall arbeitet der frühere Starsprinter Mario Cipollini als PR-Manager.

Erfolgsdruck und Versagensangst als Entschuldigung

Im August erhielt Sinkewitz einen Anschlussvertrag für dieses Jahr. Es war der Lohn für seine guten Leistungen: Bei der Portugal-Rundfahrt 2010 hatte er als Vierter das Podium lediglich um sieben Sekunden verpasst. Vor seinem Comeback hatte Sinkewitz erklärt: "Kein Sportler betreibt Doping als Hobby, er wird durch Erfolgsdruck und Angst vor Versagen dazu getrieben." Die Vergangenheit scheint ihn nun wieder eingeholt zu haben.

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