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DFB wählt EM-Quartier: Das ist das Dwor Oliwski in Danzig

Leben wie der DFB in Polen: Zu Gast im Dwor Oliwski

05.09.2011, 14:53 Uhr | t-online.de

DFB wählt EM-Quartier: Das ist das Dwor Oliwski in Danzig. Das Dwor Oliwski im Danziger Vorort Sopot gilt als eines der besten Hotels Polens. (Foto: Dwor Oliwski)

Das Dwor Oliwski im Danziger Vorort Sopot gilt als eines der besten Hotels Polens. (Foto: Dwor Oliwski)

Aus Danzig berichtet Marc L. Merten

Der DFB hat entschieden: Die deutsche Nationalmannschaft residiert während der EM 2012 am nördlichsten Zipfel der beiden Gastgeberländer Polen und Ukraine. Joachim Löw, Oliver Bierhoff und ein ganzer Trupp an Kundschaftern haben das Fünf-Sterne-Hotel "Dwor Oliwski" in Danzig als Stützpunkt der Nationalelf erwählt. t-online.de war bereits vor Ort und hat das 400 Jahre alte Anwesen getestet, auf dem sich die im Idealfall kommenden Europameister auf ihre Spiele vorbereiten werden.

Es ist nicht viel mehr als ein asphaltierter Pfad, der von Sopot, dem touristischen Vorort Danzigs, in einen Nationalpark führt. Schilder versichern, dass dies der richtige Weg ist, um zu einem der besten Hotels Polens zu gelangen. Der Busfahrer der Nationalmannschaft wird all sein Können aufbieten müssen, um das tonnenschwere Gefährt ohne Lack- oder gravierendere Schäden sicher über diese Zufahrt zu manövrieren. Bäume ragen selbst für normale Autos gefährlich weit in die Fahrbahn. Dem einen oder anderen Schlagloch kann man mangels Platz kaum ausweichen. Entgegenkommende Fahrzeuge, so es denn welche gäbe, würden zu unüberwindbaren Hindernissen.

Auch Spanien und Frankreich wollten ins Dwor Oliwski

"Wir sind dankbar für diese Abgeschiedenheit", sagt Maja Lubomanska, die als Hotelmanagerin in den vergangenen Monaten die Delegationen sechs verschiedener Länder über die Anlage geführt hat, u.a. Deutschland, Spanien und Frankreich. Alle waren nach Danzig gekommen, weil das Dwor Oliwski bereits vor der Vergabe der EM an Polen und die Ukraine alle Hotel-Kriterien der UEFA erfüllte. "Besonders die Sicherheit war allen Delegationen wichtig", sagt Lubomanska. Abgeschiedenheit, ein für sich stehendes, eingezäuntes Gebiet mit Gärten, angrenzendem Wald und Bächen, das Meer nur wenige Kilometer entfernt: Löw, der sich mit Bierhoff schon früh auf Danzig als Zielort verständigt hatte, hätte sein Wunschhotel wohl genau an diesem Ort errichtet.

"Wir haben in allen acht Spielorten nach Quartieren gesucht. Aber Danzig war Liebe auf den ersten Blick", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach bei der Bekanntgabe des Quartiers. Und wenn es die deutsche Mannschaft bei der Auslosung der Gruppen in ganz andere Spielorte verschlägt? "Wir bekennen uns zu Danzig. Selbst wenn die Auslosung uns drei Gruppenspiele in der Ukraine beschert", sagte Niersbach.

Das Anwesen ist einer Mannschaft würdig, die bei der EM den Titel gewinnen will. Ursprünglich als Landsitz errichtet, wurden die vier Fachwerkhäuser aufwendig saniert und renoviert und in ein Luxushotel umgewandelt. Ob Restaurant, Bar oder ein steinerner Gewölbekeller mit Lounge, ob ein Spa mit Pool, Jacuzzi, Sauna und Dampfbad, ob Tagungsbereiche für Besprechungen, Videoanalysen oder Einzelgespräche - Löw und Co. finden alles vor, was für eine optimale Vorbereitung auf das Turnier nötig ist. Nur trainiert wird nicht vor Ort, sondern im ehemaligen Stadion von Lechia Danzig.

Wer darf im zweiten Luxus-Apartment wohnen?

"Die Deutschen werden das Hotel komplett mieten und so die ganze Zeit für sich sein", sagt Lubomanska, die davon ausgeht, dass auch der Küchenchef in dieser Zeit vom DFB gestellt wird. Nichts wird dem Zufall überlassen, weshalb – wie schon bei früheren Turnieren – einige Räume in ein Freizeitparadies für Lahm, Neuer und Co. umgewandelt werden sollen. "Die Details kennen wir noch nicht", hält sich die Managerin zwar noch bedeckt. Darüber gesprochen habe man aber bereits. Nur die Aufteilung der Schlafräume ist noch unklar. Zwei Luxus-Apartments, elf Junior-Suiten und 70 Standard-Zimmer hat das Hotel zu bieten. Einzig, dass Dr. Theo Zwanziger im Präsidenten-Apartment Nummer 252 nächtigen wird, scheint qua seines Amtes entschieden.

Sie habe gehofft, dass sich die Deutschen für ihr Hotel entscheiden würden, sagt Lubomanska pflichtbewusst. Daher hoffe sie auch, dass die Deutschen möglichst lange im Turnier bleiben, vielleicht ja sogar bis zum Titel. Für eine Feier im Hotel werde in jedem Fall alles bereit stehen. Ein Blick in den Bar-Bereich zeigt, was sie meint: Der Champagner "Dom Perignon" wird hier standardmäßig angeboten, weil sich die Gäste von den noch moderat erscheinenden 350 Euro pro Flasche nicht abschrecken lassen. Gleiches gilt für den letzten Genuss am Ende eines langen Tages, wenn sich Joachim Löw in der Lounge des Weinkellers sitzend ein Glas Cognac gönnt. Als Belohnung für den Titel darf es dann gerne auch der "Hennessey Richard" sein, ein Glas mit 40 Millilitern kostet da gerade mal 215 Euro. Ein Prost auf den EM-Titel.

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