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Kimi Raikkönen dreht erste Runden im Lotus- F1-Boliden

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Raikkönen ist zurück im Formel-1-Auto

23.01.2012, 14:21 Uhr | dpa

Kimi Raikkönen dreht erste Runden im Lotus- F1-Boliden. Mit Kimi Raikkönen kehrt ein weiterer Weltmeister zurück in die Formel 1. (Quelle: dpa)

Mit Kimi Raikkönen kehrt ein weiterer Weltmeister zurück in die Formel 1. (Quelle: dpa)

Rückkehr im Gebrauchtwagen: Kimi Raikkönen hat 813 Tage nach seinem bislang letzten Rennen wieder am Steuer eines Formel-1-Boliden gesessen. In einem R30 seines Lotus-Teams durfte der Weltmeister von 2007 zwei Tage auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia seine Eingewöhnungsrunden drehen. "Ich bin ein Formel-1-Auto weder gefahren, noch habe ich seit dem letzten Rennen 2009 in einem gesessen", sagte Raikkönen, bevor er in den Lotus einstieg.

Wegen der reglementierten Testphasen muss Räikkönen im zwei Jahre alten Lotus-Renault fahren. Dem Spaß an der Rückkehr ins Cockpit tut das keinen Abbruch. Die Leidenschaft für die Formel 1 habe er nie verloren, hatte der 18-malige Grand-Prix-Gewinner bereits bei seiner Verpflichtung kundgetan.

Raikkönen ist der letzte Weltmeister für Ferrari

Raikkönen hatte vor elf Jahren sein Debüt in der Formel 1 gefeiert, am 1. November 2009 absolvierte er sein 155. und bislang letztes Rennen, damals im Ferrari. Der mittlerweile 32-Jährige bescherte als bislang letzter Pilot der Scuderia den WM-Titel. 2007 hatte er sich in einem der dramatischsten Finalrennen durchgesetzt und Fernando Alonso sowie Lewis Hamilton in Sao Paulo um einen Punkt auf die Plätze verwiesen. Als unmittelbarer Nachfolger des heiß geliebten "Michele" Schumacher eroberte Raikkönen prompt die Herzen der Ferraristi. Auch wenn er die "La Gazzetta dello Sport" an den "bizarren Antihelden" Forrest Gump erinnerte.

Als zwei Jahre später Alonso bei der Scuderia anheuerte, war für den Finnen kein Platz mehr. Der Abgang soll ihm mit einem ordentlichen Handgeld erträglicher gemacht worden sein. Seitdem versuchte sich der Vollblut-Pilot in der Rallye-WM. Der Erfolg war eher mäßig. Weil Raikkönen in der vergangenen Saison nicht an genügend Überseerennen teilnahm, wurde er sogar aus den Ergebnislisten gestrichen. Auch in der amerikanischen NASCAR-Serie gab Raikkönen Gas.

Er blieb also aktiv, nachdem er sich mit gewohnt gelangweiltem Gesichtsausdruck und den kargen Worten aus der Königsklasse verabschiedet hatte: "Ich kann machen, was ich will." Und jetzt will der Finne die Formel 1 wieder aufmischen.

Vettel freut sich auf den Finnen

Der deutsche Doppel-Weltmeister freut sich wie die meisten Kollegen auf Raikkönen, sieht ihn aber vorerst nicht als ernstzunehmende Konkurrenz. "Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist, direkt wieder auf dem Level zu sein, auf dem man war, als man gegangen ist", hatte Vettel nach der Comeback-Bestätigung gesagt.


Bei einer Preisverleihung in London hatte Vettel Raikkönen parodiert, was auch diesen begeisterte. "Privat, wenn die Kameras nicht da sind, dann redet er auch", sagte der Red-Bull-Pilot auch schon mal über den Schweiger. Unvergessen sind gleichfalls Bilder, die Raikkönen bei einer feucht-fröhlichen Party auf einer Jacht zeigen.

"Größter Unterschied wird wohl bei den Reifen liegen"

Doch Raikkönen hat vor allem das Rennfahren im Blut. Zweimal wurde er während seiner Zeit bei McLaren-Mercedes Vize-Weltmeister. 2003 hinter Schumacher, zwei Jahre später hinter Alonso. In rund zwei Wochen wird er nun all seine alten und auch neuen Rivalen wiedersehen, wenn in Jerez de la Frontera die offiziellen Testfahrten mit dem neuen Lotus steigen. Mit Raikkönen werden insgesamt sechs Weltmeister antreten, so viele wie nie zuvor.

Doch der "Iceman" bleibt cool. "Wenn man 2009 mit dem kommenden Jahr vergleicht, wird der größte Unterschied wohl bei den Reifen liegen. Ich glaube nicht, dass es bei den Autos einen großen Unterschied gibt", sagte er. Auf die Frage, wie er selbst sich verändert habe, antworte er in typischer Manier: "Ich weiß nicht - ich war zwei Jahre weg."

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