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Jahn Regensburg zerbricht am Erfolg

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Regensburg zerbricht am Erfolg

15.05.2012, 13:54 Uhr | sid

Jahn Regensburg zerbricht am Erfolg. Grenzenloser Jubel bei Jahn Regensburg nach dem Zweitliga-Aufstieg. (Quelle: imago)

Grenzenloser Jubel bei Jahn Regensburg nach dem Zweitliga-Aufstieg. (Quelle: imago)

Der Teambus von Jahn Regensburg setzte sich erst weit nach Mitternacht Richtung Heimat in Bewegung. Aus gutem Grund: Der Aufsteiger wollte die randalierenden Rowdys des Karlsruher SC nicht unnötig provozieren. Das war den Spielern, die den Klub kurz zuvor nach acht Jahren Abwesenheit wieder in die 2. Liga geschossen hatten, aber ziemlich egal. Die Oberpfälzer konnten nach dem 2:2 (1:1) im Relegations-Rückspiel gar nicht genug von ihrer Kabinen-Party bekommen - schließlich werden viele Spieler und wohl auch der Trainer zukünftig bei anderen Klubs in der Umkleide sitzen.

"Es steckt so viel Qualität in der Mannschaft. Dazu die Leidenschaft und der unbändige Wille, das Unmögliche doch möglich zu machen", sagte Sportchef Franz Gerber, den trotz der ausgelassenen Stimmung Wehmut überkam: "Es ist schade, dass das alles auseinanderfallen wird. Viele Spieler haben schon bei anderen Zweitligisten unterschrieben. Und so wie die Signale aus Augsburg stehen, muss man damit rechnen, dass uns der Trainer leider verlassen wird."

Trainiert Weinzierl bald den FC Augsburg

Damit verriet Gerber mehr als der Coach selbst. Denn Markus Weinzierl ließ seine Zukunft weiter offen. "Das ist nicht der Zeitpunkt, um über meine Person zu sprechen. Ich genieße den Moment und lasse mich nicht von anderen Themen davon abbringen. Ich werde überlegen und dann wird es irgendwann eine Entscheidung bekanntgeben", sagte der 37 Jahre alte Weinzierl, der seit knapp zwei Wochen als Nachfolger von Jos Luhukay beim Bundesligisten FC Augsburg gehandelt wird und Gerüchten zufolge bereits am Mittwoch als Luhukay-Nachfolger präsentiert werden soll.

Den Augsburgern ist nicht entgangen, was Weinzierl in der Domstadt geleistet hat. Der Aufstieg der Regensburger mit einem der kleinsten Etats der 3. Liga (1,5 Millionen Euro) ist eine sportliche Sensation. So sah es auch Weinzierl. "Wir wollten nicht absteigen. Dass wir nun mit unseren Mitteln nächste Saison in der 2. Liga spielen, ist sensationell. Das kann man kaum in Worte fassen", sagte der Coach: "Das ist ein Quantensprung, jeder Spieler hat sich ein Denkmal gesetzt."

Zwei Wochen Party angesagt

An ihr eigenes Denkmal dachten die Spieler in der Nacht zum Dienstag noch nicht, die Regensburger hatten es viel mehr auf ein anderes Bauwerk abgesehen. "Die Stadt wird jetzt zwei Wochen brennen, wir reißen den Dom ab", schrie Tobias Schlauderer durch die Gänge des Wildparkstadions: "Ich bin unglaublich stolz. Was diese Truppe geleistet hat, ist unmenschlich."

Ein wenig ruhiger, aber nicht weniger emotional beschrieb Kapitän Tobias Schweinsteiger seine Gemütslage. "Ich habe jedes Spiel mit Schmerztabletten und Spritzen bestritten. Ich wollte einfach nur aufsteigen", sagte der Bruder von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, der zu Bayern München II in die Regionalliga wechseln wird: "Ich werde wohl in der kommenden Saison in allen Spielen zusammen nicht vor so vielen Zuschauern wie hier in Karlsruhe spielen, aber ich bereue meine Entscheidung nicht."

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