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F1: Lauda fordert Kehrtwende

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Lauda kritisiert Unberechenbarkeit

18.05.2012, 09:49 Uhr | Motorsport-Total.com, t-online.de

F1: Lauda fordert Kehrtwende. Niki Lauda meldet sich in der Reifendiskussion zu Wort. (Quelle: imago)

Niki Lauda meldet sich in der Reifendiskussion zu Wort. (Quelle: imago)

Nach dem Großen Preis von Spanien ist in der Formel 1 die Reifendiskussion voll entbrannt. Nun hat sich auch Ex-Weltmeister Niki Lauda zu Wort gemeldet. Er forderte eine Rückkehr zu "etwas halbwegs berechenbarem. Im vergangenen Jahr, als Sebastian mit dem Red Bull fast alles gewonnen hat, war es fast schon langweilig. Jetzt ist es aber so konfus, dass man nicht mehr folgen kann. Bis jetzt war es gut, aber jetzt muss die Kehrtwende zu logischen Rennen erfolgen."

Lauda, der die Königsklasse des Motorsports seit Jahrzehnten intensiv verfolgt, gibt zu, ratlos zu sein. "Ich persönlich finde in meinen dummen Kommentaren überhaupt keinen Weg zu verstehen, was hier los ist", sagte Lauda, der als TV-Experte tätig ist, gegenüber "ServusTV". "Es ist toll, dass es fünf Rennen mit fünf verschiedenen Siegern gegeben hat, das können wir uns einfach nicht erklären. Wenn das so weitergeht, sind wir bis Ende des Jahres alle konfus."

Maldonado: Es kommt jetzt mehr auf den Fahrer an

Es gibt aber auch andere Meinungen. Allen voran begrüßt Barcelona-Sieger Pastor Maldonado die Reifenlotterie. "Für mich ist die Saison nicht unvorhersehbar", sagte er. "Meiner Meinung nach ist der Wettbewerb enger geworden und erinnert jetzt eher an die GP2-Serie." Auf die etablierten Stars verteilt der Venezolaner noch einen Seitenhieb: "Jetzt macht der Fahrer wieder einen größeren Unterschied, während die Teams sich um die Strategie und das Auto kümmern können."

Auch der Iceman Kimi Räikkönen sieht das Problem nicht bei den Reifen. "Es liegt an der Menge Sprit, die wir an Bord haben", sagte der Weltmeister von 2007 der Zeitung "Turun Sanomat". "Ich glaube nicht, dass wir mit den Reifen derartige Probleme hätten, wenn wir mit 50 oder 60 Kilogramm Sprit in die Rennen gehen würden", sagte er. "Mit den Michelin- und den Bridgestone-Reifen wäre es nicht anders gewesen, wenn wir damals schon so viel Benzin wie jetzt mitgeschleppt hätten." Räikköenen ist nicht der Meinung, "dass sich das Wesen der Formel 1 durch die Reifen verändert hat."

Räikkönen lobte Pirelli sogar: "Diese Reifen sind im Qualifying sehr gut. Sie bieten guten Grip und sind insgesamt gute Reifen."

Frust bei Red Bull

Für das Red-Bull-Team, dass in der vergangene Saison der totale Dominator war, ist die Situation frustrierend. Denn es beweist, dass selbst die enormen Ressourcen von Red Bull und der beste Designer der Formel 1 in den eigenen Reihen nicht ausreichen, um der Reifen Herr zu werden. "Warum wir in der WM führen, das ist verwirrend", gab Teamchef Christian Horner zu. "Es ist schwer zu verstehen, was die Reifen machen. Was die Reifen brauchen, wissen wir auch nicht hundertprozentig. Das weiß wohl kaum jemand. Derjenige, der das am schnellsten auf die Reihe bekommt, wird sich durchsetzen."

"Die Reifen haben sich völlig verändert gegenüber dem Vorjahr", erklärte Horner. "Sie verhalten sich ganz unterschiedlich, auf unterschiedlichen Asphaltbelägen, auf unterschiedlichen Strecken."

Da können schon mal die Nerven blank liegen. "Kann mir einer erklären, wie der Maldonado von einem Satz Reifen zum nächsten acht Zehntel in Sektor drei gewinnt? Wohl gemerkt, nicht auf eine Runde, sondern nur in einem Sektor", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko nach dem Barcelona-Wochenende zu "auto motor und sport". "Und weiß einer, warum unser Auto innerhalb von zwei Stunden plötzlich seinen ganzen Grip verliert?"


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