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Reifenpoker - Die Formel 1 steht vor einem Rätsel

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Reifenpoker - Die Formel 1 steht vor einem Rätsel

22.04.2013, 11:55 Uhr | t-online.de

Reifenpoker - Die Formel 1 steht vor einem Rätsel. Felipe Massa hatte in Bahrain gleich zwei kapitale Reifenschäden. (Quelle: xpb)

Felipe Massa hatte in Bahrain gleich zwei kapitale Reifenschäden. (Quelle: xpb)

Das schwarze Gold ist die große Unbekannte der Formel 1. Auch nach dem vierten Saisonrennen haben die Teams die Reifen noch nicht durchschaut. Im Gegenteil, der Rennzirkus steht vor einem Rätsel.

Denn die ersten drei Rennen schienen gezeigt zu haben, wer gut und wer weniger gut mit den Pirellis zurechtkommt. Der Große Preis von Bahrain stellte die bisherigen Ergebnisse jedoch auf den Kopf.

Red Bull: vom Reifenfresser zum Reifenschoner

Red Bull klagte bisher am lautesten über die Reifen. Mit den neuen Walzen hätte Pirelli dem Weltmeisterteam am meisten geschadet, beschwerten sich Sebastian Vettel und Co. Weil die Fahrer ständig aufpassen müssen, die Reifen nicht überzustrapazieren, könnten sie das Potential des RB9 nicht ausspielen. Das bestätigte sich auch in den ersten Rennen. Von der einstigen Dominanz Red Bulls war nichts mehr zu sehen. Dagegen stellte sich vor allem Ferrari als besonders reifenschonend heraus, während Mercedes und McLaren überhaupt nicht zurecht kamen.

In der Wüste von Bahrain waren jedoch alle bisherigen Erfahrungen nutzlos. Plötzlich waren Red Bull und die 2013er Pirellis eine Einheit. "Wir hatten drei Sätze neue harte Reifen, unser Auto schien damit bestens klarzukommen", wird Vettel bei "Motorsport-total.de" zitiert. Anstatt im Schongang zu fahren, konnte der spätere Sieger richtig attackieren. "Im zweiten Stint realisierte ich, dass sich eine Lücke auftat und dachte: 'Ich packe die Gelegenheit beim Schopfe und ziehe weg'." Die Reifen behielten die richtige Temperatur und bauten nicht zu schnell ab.

Ferrari erlebt Reifendebakel

Mercedes hingegen kämpft nach wie vor mit stark überhitzenden Reifen. Im Qualifying zeigte vor allem Nico Rosberg, dass der Silberpfeil den Gummi schnell auf Temperatur bringt. Das wurde mit der Pole Positon belohnt. Im Long Run jedoch wurden die Hinterreifen schnell zu heiß, die Sternfahrer verloren den Grip und rutschten auf der Strecke hin und her. Lewis Hamilton erlitt im dritten freien Training einen Reifenschaden, der das Getriebe seines Rennwagens in Mitleidenschaft zog. Ähnlich geht es auch McLaren, deren Piloten ständig im Schongang fahren müssen.

Am schlimmsten erwischte es jedoch Ferrari. Für die Italiener, die bisher am wenigsten Probleme mit den Pneus hatten, wurde das vierte Saisonrennen zum Reifendebakel. Felipe Massas Bolide hatte gleich zwei kapitale Reifenschäden. Am Ende kam der Brasilianer nur auf Platz 15. Auch Alonso war mit Rang acht sicher nicht zufrieden. Allerdings bremste den Spanier auch ein DRS-Ausfall aus.

Hamilton wünscht sich Schutzhandschuhe

Wie konnte Red Bull vom Reifenfresser zum Reifenschoner werden und was ist bei Ferrari passiert? Die Formel 1 steht vor einem Rätsel. "Manchmal passiert das einfach, man weiß nicht, warum", erklärte Ex-F1-Pilot Alexander Wurz bei "Motorsport-Total.de". "Thema Reifen und die Temperaturentfaltung ist eine Wissenschaft, die seit 15 Jahren in der Formel 1 keiner wirklich versteht", sagte er und warnte vor dem Weltmeisterteam: "Wenn sie wissen, wie es passiert ist und sie ihre Lehren daraus ziehen können, dann werden sie extrem stark bis zum Saisonende."

Allgemein ist der Abrieb 2013 enorm. Abseits der Ideallinie sammeln sich tausende teilweise ziemlich große Gummibrocken. Sobald ein Auto die Linie verlässt, wirbelt es Reifenteile durch die Luft. Das kann gefährlich werden für die Piloten. "Wir müssen etwas unternehmen. Gemeinsam mit Pirelli müssen wir das in Angriff nehmen. Sie können das, haben viel Erfahrung. Aber es ist zu viel. Gummiteile treffen mich am Kopf, an den Händen. Ich bräuchte fast Schutzhandschuhe wie in der MotoGP", klagte Hamilton.

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