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LKA Bayern untersucht die Wohnung von Sachenbacher-Stehle

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Staatsanwaltschaft ermittelt  

LKA Bayern untersucht die Wohnung von Sachenbacher-Stehle

22.02.2014, 12:40 Uhr | sid, dpa, t-online.de

LKA Bayern untersucht die Wohnung von Sachenbacher-Stehle. Evi Sachenbacher-Stehle ist in den Fokus der Staatsanwaltschaft gerückt. (Quelle: imago/dpa)

Evi Sachenbacher-Stehle ist in den Fokus der Staatsanwaltschaft gerückt. (Quelle: dpa/imago)

Nach ihrer positiven Dopingprobe beschäftigt sich nun auch das Landeskriminalamt Bayern (LKA) mit Evi Sachenbacher-Stehle. Dies bestätigte Michael Vesper, der Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft. "Das LKA hat den Olympia-Stützpunkt Ruhpolding überprüft" sagte Vesper. Man werde mit der Staatsanwaltschaft kooperieren, "denn es ist nötig, das Umfeld zu untersuchen", ergänzte er. Zudem haben die Ermittler zwei weitere Gebäude untersucht.

"In einem der Objekte wurden Nahrungsergänzungsmittel gefunden", sagte Staatsanwalt Peter Preuß. Ob diese mit dem Fall zu tun haben könnten, wird zurzeit ausgewertet. Mit einem Ergebnis ist nicht vor Montag zu rechnen. Der Tatvorwurf des LKA lautet: unerlaubtes Inverkehrbringen von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport.

Sprecher Preuß betonte, dass sich die laufenden Ermittlungen nicht gegen die Sportlerin richteten. "Der Verdacht besteht gegen einen unbekannten Dritten, nicht gegen Frau Sachenbacher-Stehle", sagte Preuß. Zum Anlass des Ermittlungsverfahrens wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Verunreinigter chinesischer Energieriegel?

Bei den Ermittlungen soll vor allem geklärt werden, wer Sachenbacher-Stehle ein sogenanntes Nahrungsergänzungsmittel beschafft haben könnte, das möglicherweise mit einem Dopingmittel verunreinigt war. "Es ist klar, dass das Umfeld untersucht werden muss, wer das Zeug besorgt hat und mit welchen Kenntnissen", erklärte Vesper.

UMFRAGE
Glauben Sie, dass Sachenbacher-Stehle vorsätzlich gedopt hat?

Gefunden worden war nach Sachenbacher-Stehles viertem Platz im Massenstartrennen das Stimulans Methylhexanamin, das die Biathletin möglicherweise durch einen verunreinigten chinesischen Energieriegel aufgenommen haben soll. Vesper betonte, dass es sich nicht um ein hochtechnisiertes Doping gehandelt habe. Sie habe nicht absichtlich dopen wollen, sagte Vesper.

"Sprechen jetzt nicht von Heroin"

Angeblich habe Sachenbacher-Stehle den Riegel laut Vesper von ihrem Mentaltrainer bekommen. Wer dies ist, ist bislang nicht bekannt. "Ich kenne den Mann nicht", sagte Vesper. Er appellierte daran, Sachenbacher-Stehle nicht zu verurteilen: "Wir sprechen jetzt nicht von Heroin oder anderen harten Drogen. Jetzt wird alles weiß und schwarz gemalt, aber Nahrungsergänzungsmittel sind keine illegalen Mittel." Manche Inhaltsstoffe seien aber für Sportler illegal.

Loch: "Da fehlen uns die Worte"

Rodel-Olympiasieger Felix Loch übte harsche Kritik an Sachenbacher-Stehle. "Fassungslos ist der richtige Ausdruck. Das hätte ich nie gedacht", sagte Loch, der bei der Abschlussfeier in Sotschi die deutsche Fahne tragen wird. "Schlussendlich muss man abwarten, was es genau ist. Wenn es wirklich diese Riegelgeschichte ist, ist es ganz bitter. So etwas darf einem Sportler nicht passieren", erklärte er. "Ich hätte mir so etwas nicht vorstellen können. Sie muss jetzt die ganze Sache geklärt bekommen. Es ist ein Schock, dass so etwas überhaupt passieren kann, da fehlen uns die Worte."

Heimreise angetreten

Die zweimalige Skilanglauf-Olympiasiegerin Sachenbacher-Stehle wurde bereits offiziell aus der deutschen Olympiamannschaft ausgeschlossen und hat die Heimreise aus Sotschi angetreten. Ihre beiden vierten Plätze im Massenstart und in der Mixedstaffel wurden ihr aberkannt. Die zuvor erzielten Resultate bleiben in den Ergebnislisten.

Unterdessen ist die offizielle Facebook-Seite der 33-Jährigen nicht mehr im Internet abrufbar. Auf der virtuellen Pinnwand des Profils, auf der die Sportlerin noch am Freitagabend in einer Stellungnahme vorsätzliches Doping abgestritten hatte, hatten Besucher teils äußerst heftige Reaktionen hinterlassen. "Du bist eine Schande für alle deutschen Sportler", hieß es dort unter anderem. Aber auch Unterstützer wandten sich mit aufmunternden Worten an Sachenbacher-Stehle.

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