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Deutsche Viererbobs gehen in Sotschi leer aus

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Historische Pleite  

Deutsche Viererbobs gehen leer aus

23.02.2014, 13:11 Uhr | t-online.de, dpa

Deutsche Viererbobs gehen in Sotschi leer aus. Bobpilot Maximilian Arndt mit seiner Crew. (Quelle: dpa)

Bobpilot Maximilian Arndt mit seiner Crew. (Quelle: dpa)

Die deutschen Bobs haben einen historischen Totalschaden erlitten. Nach dem Debakel im Vierer blieben die einstigen Medaillengaranten erstmals seit 50 Jahren ohne Olympia-Medaille und verspielten das Erbe der Widersacher Christoph Langen und Andre Lange. Auch Weltmeister Maximilian Arndt konnte das Fiasko in Sotschi nicht verhindern und landete beim Triumph des Russen Alexander Subkow nur auf dem sechsten Rang.

"Das ist die größte Katastrophe, die uns passieren konnte. Ich weiß, dass die Mannschaft viel mehr kann. Ich bin der Chef und trage die Verantwortung. Ich nehme die Schuld auf mich", sagte Bundestrainer Christoph Langen. Schon im Zweierbob hatte der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) die schlechteste Bilanz seit 1956 verbucht. "Das Kind ist jetzt in den Brunnen gefallen. Da müssen wir wieder rauskommen", forderte Langen.

"Die anderen waren einfach zu stark für uns. Wir haben es verdaddelt, da kann man keinem anderen die Schuld geben. Der Kopf hat einfach nicht mitgespielt. Schade, dass es ausgerechnet hier so scheiße lief. Es sind Fehler von allen Seiten gemacht worden", sagte Weltcup-Gesamtsieger Arndt, der erstmals in seiner noch jungen Karriere so einem gewaltigen Druck ausgesetzt war.

Kommunikationsschwäche im Verband

Das Rennen in der Formel 1 des Winters wurde wie von Langen erwartet zur Materialschlacht. Anders als bei den Zweierbobs schienen die Deutschen im großen Schlitten besser aufgestellt. Im ersten von vier Läufen fuhr Arndt mit 140,1 Stundenkilometern den mit Abstand schnellsten Speed. Doch am zweiten Renntag schmolzen die deutschen Medaillenhoffnungen in der Sonne dahin. Mit 136,5 km/h verzeichnete Arndt nur noch den fünftbesten Wert. Zudem offenbarte er ungewohnte Probleme am Start. Mit seiner Crew Marko Hübenbecker, Alexander Rödiger und Martin Putze wurde er von Lauf zu Lauf langsamer.

Matthias Trübner, ehemaliger Coach von Olympiasieger André Lange und nun Heimtrainer von Arndt, hatte die eklatanten Start-Rückstände schon zuvor prophezeit und in einem Brief an Sportdirektor Thomas Schwab eine personelle Optimierung des Arndt-Vierers gefordert. So hatte es einst Medaillenschmied Raimund Bethge (52 x Gold, 36 x Silber und 38 x Bronze bei Olympia, WM und EM) praktiziert.

Doch Trübner bekam noch nicht einmal eine Antwort - bezeichnend für die derzeitige Kommunikationsschwäche im Verband. Langen blieb seiner Linie und Maxime treu: "Ich will drei gleichwertige Teams, die um den Sieg mitfahren können." Diese Vorgabe erwies sich nach drei erfolgreichen Jahren in Sotschi als Luftschloss.

"Das waren miserable Spiele"

Auch Florschütz - vor vier Jahren in Vancouver Zweiter im Zweierbob - blieb als Siebter zum Olympia-Abschied ohne Medaille: "Wir hätten hier auch mit perfekten Läufen keine Medaille geholt. Das waren miserable Spiele", räumte er zerknirscht ein.

Für Francesco Friedrich blieb nur der zehnte Platz. "Wir haben uns hier alle nicht mit Ruhm bekleckert. So ein Debakel wird uns hoffentlich nicht noch einmal passieren", sagte er und versprach: "Wir werden 2018 zurückkommen und voll angreifen."


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