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Formel Langeweile: nach Regelreform dasselbe in Silber

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Formel Langeweile  

Nach Regelreform dasselbe in Silber

22.04.2014, 05:12 Uhr | t-online.de, pr

Formel Langeweile: nach Regelreform dasselbe in Silber. Immer wieder das gleiche Bild: Mercedes stellt die Plätze eins und zwei. (Quelle: imago/HochZwei)

Immer wieder das gleiche Bild: Mercedes stellt die Plätze eins und zwei. (Quelle: imago/HochZwei)

Neun Vettel-Siege in den letzten neun Formel-1-Rennen sorgten 2013 für wenig Begeisterung - außer bei Red Bull. Schon früh in der Saison glaubte niemand mehr an einen anderen Weltmeister als Sebastian Vettel und sein Team. Die Langeweile war groß. Gut, dass die größten Regelumwälzungen in der Geschichte der Sportart bereits beschlossene Sache waren, wodurch der Tristesse ein Ende bereitet werden sollte.

Das dachten zumindest die Verantwortlichen. Die Regelreform hat die Dominanz des Red-Bull-Teams auch gebrochen, nur ist die Situation keineswegs besser geworden. Im Kampf um die Spitze regiert erneut die Formel Langeweile.

Übermacht Mercedes

Wenn man so will, hat man die gleiche Situation wie vorher, dasselbe in Silber. Die Rolle von Red Bull hat Mercedes eingenommen. Anstatt des Vettel-Teams fahren die Stuttgarter konkurrenzlos allen davon. Die Silberpfeile stehen bereits vor den Rennen als sicherer Sieger fest.

Die Dominanz von Mercedes lässt sich leicht belegen: Das Team hat bisher alle Saisonrennen gewonnen. Silber scheint von Rennen zu Rennen dominanter zu werden, eine Aufholjagd der Konkurrenz ist nicht zu erkennen. Beim vergangenen Rennen in China war Lewis Hamiltons Mercedes-Benz F1 W05 zu jeder Zeit das schnellste Auto im Feld. Während die meisten seiner Konkurrenten über Reifenprobleme klagten, stellte Hamilton keine Verschlechterung fest, wie er per Funk mitteilte. Der Brite fuhr so weit vor der Konkurrenz, dass er nach einem Reifenwechsel nicht einmal die Führung verlor.

Rosberg wird trotz jeder Menger Probleme Zweiter

Besonders bitter muss für Vettel, Fernando Alonso und Co. gewesen sein, dass der mit Abstand schnellste im Feld gleichzeitig auch mit Abstand am wenigsten Benzin verbrauchte. Hamilton hatte also noch Reserven, die er hätte nutzen können, falls ein Rivale sich näherte. Es kam auch keine Panik auf, als der Weltmeister von 2008 aufgrund eines Fehlers eine Runde zu früh die Zielflagge gezeigt bekommen hatte und schon vom Gas gegangen war. Denn hinter dem Engländer war weit und breit niemand.

UMFRAGE
Finden Sie die Formel 1 nach den Regeländerungen spannender?

Der zweite Platz von Nico Rosberg unterstreicht die Überlegenheit des Silberpfeils noch einmal. Rosberg hatte einen Ausfall der Telemetriedaten zu verkraften, wodurch seinen Angaben zufolge auch die Kupplung falsch eingestellt war. Deswegen hatte Rosberg auch einen "Katastrophenstart“, bei dem er von Platz vier auf sieben zurückfiel. Doch trotz dieser ganzen Probleme fuhr der WM-Führende relativ leicht auf Platz zwei vor und machte einen Mercedes-Doppelsieg perfekt.

Wenigstens gibt es ein teaminternes Duell

Es war bereits der dritte Doppelsieg der Silberpfeile hintereinander – im vierten Rennen. Sogar die Reihenfolge war gleich. Zum dritten Mal siegte Hamilton vor Rosberg. Auch beim ersten Grand Prix siegte ein Silberpfeil, allein der Ausfall Hamiltons verhinderte wahrscheinlich, dass alle Rennen mit Mercedes-Doppelsiegen beendet wurden.

Beim ein oder anderen Fan dürfte das für Gähnen gesorgt haben. Allein der Kampf zwischen den beiden Silberpfeil-Piloten macht das Titelrennen wenigstens ein bisschen spannender als zu Zeiten der Red-Bull-Regentschaft. Mark Webber konnte Vettel keine Paroli bieten – und wenn, hat der Deutsche ihn nicht gelassen. In Malaysia widersetzte sich Vettel der Teamorder und überholte den Australier.

Der Weltmeister heißt Mercedes

Der Schuss mit den Regeländerungen ist also nach hinten losgegangen oder, besser gesagt, verpufft. Die neuen Turbomotoren sind nämlich auch etwa doppelt so teuer wie ihre Vorgänger, wodurch sowieso nur die vier finanzkräftigen Teams (Ferrari, Red Bull, McLaren, Mercedes) an der Spitze erwünscht sind. Aber nicht einmal unter diesen herrscht ein spannender Wettkampf. Den Weltmeister wird Mercedes stellen. Das scheint jetzt schon besiegelt.

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