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Der Grand Prix von Italien wird für Mercedes zum Stresstest

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Jeder Blick wird bewertet  

Monza wird für Mercedes zum Stresstest

04.09.2014, 18:44 Uhr | sid, t-online.de

Der Grand Prix von Italien wird für Mercedes zum Stresstest. Überstürzter Überholvorgang: Nico Rosberg (re.) fährt Stallrivale Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien gegen das Hinterrad. (Quelle: dpa)

Überstürzter Überholvorgang: Nico Rosberg (re.) fährt Stallrivale Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien gegen das Hinterrad. (Quelle: dpa)

Bei Nico Rosberg haben die vergangenen zwei Wochen Spuren hinterlassen. Mit ausdrucksloser Miene ließ der WM-Spitzenreiter die Fragerunde vor dem Großen Preis von Italien über sich ergehen, der Deutsche wirkte ungewohnt lustlos - nur einen Meter weiter gab sich Mercedes-Rivale Lewis Hamilton betont locker und scherzte herum.

Nach dem Crash der Silberpfeile in Belgien steht der Burgfrieden bei Mercedes in Monza auf dem Prüfstand, jeder Blick wird dabei bewertet, jedes Wort hat Gewicht. Und Rosbergs Blicke sagten einiges aus, doch verbal blieb er seiner Linie treu. "Ich bin nicht stolz darauf, was passiert ist, und ich will jetzt nach vorne schauen", sagte der 29-Jährige, der von Mercedes offiziell als Schuldiger des Unfalls benannt und bestraft worden war: "Wir haben seit Monaten eine gesunde Rivalität, aber wenn man nicht gut zusammenarbeitet, kann man den Sport nicht so dominieren, wie wir es derzeit tun."

Dass er als Sündenbock von Spa nun besonders vorsichtig sein muss, glaubte er nicht: "Es hat sich nichts geändert." Doch ein weiterer Unfall der Stars wird nun nicht mehr toleriert, das stellte Motorsportchef Toto Wolff bereits klar. "Spa darf sich nicht wiederholen", sagte der Österreicher in der "Bild-Zeitung", "wir haben den Doppelsieg am Wochenende fest im Blick".

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Vettel hält Mercedes-Reaktion für überzogen

Schon in der zweiten Runde in Belgien hatte ein riskantes Überholmanöver Rosbergs den Rennausgang entscheidend beeinflusst: der Deutsche wurde am Ende Zweiter, Hamilton musste aufgeben. Der Vorfall spaltet seither das Fahrerlager. Weltmeister Sebastian Vettel hält die Reaktion der Mercedes-Teamleitung für überzogen und spricht von einem normalen Rennunfall. "Vielleicht bin ich nicht talentiert genug, aber ich könnte nicht absichtlich jemandem den Reifen mit meinem Frontflügel zerstören, so dass ich selbst weiterfahren kann", sagte Vettel: "Ich fand es gut, dass die FIA nicht eingegriffen hat. Es war dann lustig zu sehen, dass das Team in Sachen Strafe aktiv geworden ist."

Hamilton selbst hält sich öffentlich dagegen zurück - das überrascht kaum, denn der Brite kam trotz eigener Verfehlungen zuletzt ohne Tadel davon. So spricht der 29-Jährige lieber über das besondere Rennen in Monza, das auch Erinnerungen an Jugendfreund Rosberg weckt. "Die Kart-Meisterschaften fuhren recht häufig in Italien", sagt Hamilton, "dort habe ich auch Nico kennen gelernt. Damals hat unsere Rivalität ihren Lauf genommen."

Vettel: "Der direkte Vergleich mit Daniel ist nicht fair"

Auf der Vollgasstrecke wird sich das Duell nun weiter zuspitzen, sieben Rennen vor Schluss führt Rosberg mit 29 Punkten Vorsprung auf Hamilton (220:191). In Sichtweite lauert nach zwei Siegen in Folge mittlerweile Red-Bull-Mann Daniel Ricciardo (156) - anders als Teamkollege Vettel (98) hat der Australier trotz der Mercedes-Dominanz noch WM-Chancen.

Der strauchelnde Titelverteidiger sucht mit seinem nicht mehr ganz so neuen Auto dagegen immer noch den Rhythmus. "Ich sitze dieses Jahr nicht mehr am Klavier, sondern bin ans Schlagzeug gewechselt", sagte der 27-Jährige bei "Auto Bild Motorsport": "Wenn dann auch noch während der Rennwochenenden ständig Probleme auftauchen, fällt es auch mir schwer, im entscheidenden Moment alles richtig umzusetzen." Ständige technische Probleme setzen Vettel in diesem Jahr zu, auch deshalb ist er im Vergleich mit Red-Bull-Neuling Ricciardo klar unterlegen. Das nervt den Titelverteidiger. "Die Rennen, die Ricciardo gewonnen hat, hätte ich auch gewinnen können, wenn es ein bisschen anders gelaufen wäre", sagt der Heppenheimer: "Der direkte Vergleich mit Daniel ist einfach nicht fair."

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