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VfL Wolfsburg schlägt FC Bayern im Spitzenspiel

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Spielbericht  

Entfesselte Wolfsburger schießen die Bayern ab

30.01.2015, 22:46 Uhr | sid

VfL Wolfsburg schlägt FC Bayern im Spitzenspiel. Bayerns Xabi Alonso (li.) verfolgt den Wolfsburger Vieirinha. (Quelle: Reuters)

Bayerns Xabi Alonso (li.) verfolgt den Wolfsburger Vieirinha. (Quelle: Reuters)

Paukenschlag zum Rückrundenauftakt: In einer hochklassigen Partie hat der VfL Wolfsburg Spitzenreiter Bayern München die erste Niederlage der laufenden Bundesliga-Saison beigefügt. Die Niedersachsen gewannen gegen den Rekordmeister auch in der Höhe verdient mit 4:1 (2:0) und schenkten vielen Fußballfans neue Hoffnung auf einen zumindest halbwegs spannenden Titelkampf.

VfL-Stürmer Bas Dost (4. und 45.+1) und Kevin de Bruyne (53. und 73.) ragten nicht nur wegen ihrer Treffer aus der insgesamt bärenstarken Wolfsburger Mannschaft heraus und sorgten für Bayerns erste Liga-Niederlage seit 293 Tagen. In ihrem bislang schwächsten Saisonspiel traf für die in allen Belangen enttäuschenden Bayern, die erstmals seit dem 4. April 2009 (1:5 in Wolfsburg) vier Gegentore in der Bundesliga kassierten, lediglich Juan Bernat zum 1:3 (55.). Der Vorsprung auf den VfL beträgt aber noch beruhigende acht Punkte.

Beide Teams mit Trauerflor

"Für uns lief es nicht so gut. Wir haben die Ordnung verloren und uns relativ einfach auskontern lassen. Das darf uns nicht passieren", gab Bayern-Star Bastian Schweinsteiger zu. "Es war ein Ergebnis und ein Spiel, das wir so gar nicht erhofft hätten", meinte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs: "Wir haben das heute hervorragend und clever gemacht."

Die Wolfsburger, die unmittelbar vor einem 30-Millionen-Euro-Transfer von Nationalspieler Schürrle stehen, ließen sich auch von den schwierigen Begleitumständen nicht beeindrucken. Kurz vor dem Anpfiff wurde mit einer ungewöhnlichen Aktion des vor drei Wochen bei einem Autounfall verstorbenen Junior Malanda gedacht. Die Wolfsburger und Münchner Spieler sowie die 30.000 Zuschauer, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw, klatschten eine Minute lang Beifall. Beide Teams spielten zudem mit Trauerflor.

"Junior würde sich freuen, wenn wir die Bayern schlagen", hatte VfL-Trainer Dieter Hecking im Vorfeld gesagt. Entsprechend engagiert gingen die Gastgeber von Beginn an zu Werke. Beim Führungstreffer war wieder einmal Mittelfeldstar De Bruyne beteiligt. Der Belgier legte bei einem Konter mustergültig auf Dost auf, es war bereits seine elfte Torvorlage in dieser Saison.

Alonso mit Glück

Die Bayern, die auf die verletzten Franck Ribéry und Rafinha verzichten mussten, waren anschließend um ihre gefürchtete Spielkontrolle bemüht. Die Wolfsburger verteidigten jedoch aggressiv und sorgten mit gefährlichen Kontern immer wieder für Entlastung. Vor allem mtt de Bruyne hatten die Bayern ihre Mühe. Dost hatte kurz vor dem 2:0 bereits eine große Chance, verfehlte aber knapp das Ziel.

Glück hatte kurz vor dem Pausenpfiff Bayern-Star Xabi Alonso. Nach einem Schubser gegen Maximilian Arnold, der eine Rudelbildung zur Folge hatte, sah sowohl der Spanier als auch der VfL-Profi die Gelbe Karte. Bei einer strengeren Regelauslegung hätte Alonso auch vom Platz fliegen können.

De Bruyne nervenstark

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte. Die Münchner suchten nach ihrem Rhythmus, Wolfsburg kam zu Chancen. Eine davon nutzte der überragende De Bruyne, als er alleine auf Nationaltorwart Manuel Neuer zulief und nervenstark abschloss.

Auch durch den Anschlusstreffer durch Bernat fand der Branchenprimus nicht zu seiner gewohnten Sicherheit. Es gab viele Abspielfehler, was auch an den lauf- und einsatzfreudigen Wolfsburgern lag, bei denen erneut De Bruyne dann für den Endstand sorgte.

Hecking schwärmt von seinem Team

VfL-Trainer Dieter Hecking war nach dem Spiel voll des Lobes: "Wir haben ein Riesenfußballspiel gemacht. Wenn du die Bayern schlagen willst, brauchst du so einen Tag. Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir besprochen hatten. Es ist zu 100 Prozent aufgegangen."

Die Analyse von Bayern-Coach Guardiola viel kurz aber treffend aus: "Sie waren besser im richtigen Moment." Dem war am Ende nichts hinzuzufügen.

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