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Nach Platzsturm in Mönchengladbach: Max Eberl fordert Haftstrafen

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"Müssen ins Gefängnis"  

Eberl fordert Haftstrafen für Fan-Chaoten

15.02.2015, 14:51 Uhr | dpa, sid

Nach Platzsturm in Mönchengladbach: Max Eberl fordert Haftstrafen. Ein Kölner Störenfried (Mitte) wird von Polizisten abgeführt. (Quelle: imago/Eibner)

Ein Kölner Störenfried (Mitte) wird von Polizisten abgeführt. (Quelle: Eibner/imago)

Max Eberl forderte Gefängnisstrafen für Chaoten, Peter Stöger nach dem "bittersten Abend, seit ich in Köln bin", Zivilcourage von den eigenen Fans: Nach den Krawallen beim 1:0 (0:0)-Sieg von Borussia Mönchengladbach im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln haben sich die Verantwortlichen für ein Umdenken und Tabubrüche ausgesprochen.

Borussia-Manager Max Eberl sprach von "Menschen wie Tiere", die "wenig im Hirn haben" und hofft nach dem Zwischenfall mit zwei Festnahmen und einem verletzten Polizisten, "dass diese Menschen hart bestraft werden. Dann müssen sie wie in England halt mal ins Gefängnis. Sie müssten einmal ihrem Arbeitgeber erklären, warum sie am Montag nicht zur Arbeit kommen können."

FC-"Fans" verursachten mit dem Abbrennen von Bengalos einen späteren Spielbeginn und eine Unterbrechung. Nach dem Abpfiff stürmten 30 Chaoten das Spielfeld. FC-Coach Peter Stöger lastete die Zwischenfälle auch all jenen Anhängern an, die sie nicht verhindert hatten. "Vielleicht verliere ich Leute, die mir wohlgesinnt sind, aber ich habe das Gefühl, die Leute wollen das gar nicht kontrollieren", sagte Stöger: "Denn man kann das kontrollieren, es gibt doch auch normal denkende Menschen im Block. Es wird immer gesprochen von Liebe, Herz und Tradition, aber ich weiß nicht, wo da die Liebe zum Verein sein soll. Und wir werden dauernd für Dinge bestraft, für die wir nichts können."

"Diese Sache hat keine Gewinner"

Stöger, dessen Klub nun ein Teilausschluss von Fans oder sogar ein Geisterspiel droht, deutete an, dass sich die Chaoten "möglicherweise wie Gewinner" fühlen, also in der Fan-Szene durchaus auch Anerkennung für ihr Handeln finden: "Aber diese Sache hat keine Gewinner."

Auch die Sorglosigkeit der Ordnungskräfte beim Schlusspfiff, die den Block offenbar nach dem Last-Minute-Tor von Granit Xhaka (90.+1 Minute) trotz der vorherigen Zwischenfälle nicht ausreichend sicherten, ärgerte Stöger. "Als ich gesehen habe, dass sie vermummt waren, war ich überrascht, dass jemand überrascht war, dass etwas passiert ist." Auch Gladbachs Weltmeister Christoph Kramer wunderte sich über die Polizei: "Plötzlich waren da 500 Polizisten. Wo waren die vorher?"

Spieltermin sorgt für Kritik

Auch durften sich die Krawallmacher unter weißen Malerkostümen mit Kapuzen verstecken, obwohl laut Stadionordnung eigentlich keine Kostüme erlaubt waren, die keine Identifizierung ermöglichen. Womit auch die ohnehin strittige Ansetzung am Karnevalssamstag trotz der laut Polizei "friedlichsten An- und Abreise in der Geschichte des Derbys" noch fraglicher erscheint. Ob der Karneval der Auslöser war, wollte Eberl im "Doppelpass" nicht beantworten: "Aber förderlich war das sicher nicht."

Kölns Präsident Werner Spinner zeigte sich am Sonntag "erschüttert". Näher äußern wollte sich der FC-Präsident vorerst nicht. "Wir werden uns zunächst einmal zusammensetzen, uns alle Informationen besorgen und alle Bilder anschauen", erklärte er. Danach will sich der FC dazu äußern, welche Maßnahmen er ergreifen wird.

Unterdessen kündigte der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes Ermittlungen an. "Im ersten Schritt werden beide Vereine Anfang der Woche angeschrieben und zu Stellungnahmen aufgefordert werden", sagte DFB-Sprecher Ralf Köttker. Wann mit Strafen zu rechnen ist, sei aber noch nicht absehbar.

"Die Fangemeinschaft muss eine Lösung finden"

Torhüter Timo Horn, der einst als FC-Fan selbst in der Kurve stand, forderte: "Die Fangemeinschaft muss eine Lösung finden, diese Leute im Zaum zu halten." Die Strafe für den vorbelasteten FC, der im Vorjahr schon mal auf Bewährung zu einem Teilausschluss der Fans verurteilt wurde, "wird sicher deutlich werden", fürchtet auch Manager Jörg Schmadtke, der schon während des Spiels versucht hatte, die Fans in der Kurve zu beruhigen ("Ein nutzloser Weg"). Er kündigte an, "dass wir uns Gedanken machen müssen, wie wir damit umgehen."

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