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HSV-Krise: Knäbel sieht, "auf wen ich mich verlassen kann"

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Offenbarungseid des HSV  

Knäbel: "Gesehen, auf wen ich mich verlassen kann"

05.04.2015, 11:59 Uhr | sid, dpa

HSV-Krise: Knäbel sieht, "auf wen ich mich verlassen kann". Hatte die Nase voll: Peter Knäbel war nach seinem Trainer-Debüt beim HSV ziemlich verschnupft. (Quelle: imago)

Hatte die Nase voll: Peter Knäbel war nach seinem Trainer-Debüt beim HSV ziemlich verschnupft. (Quelle: imago)

Neuer Trainer, altes Leid: Auch unter dem vermeintlichen Retter Peter Knäbel scheint der Hamburger SV ein hoffnungsloser Fall zu sein, der sehenden Auges Richtung 2. Bundesliga torkelt. "Schlimm ist, dass wir noch nicht einmal kämpfen. Ich weiß auch nicht, ob das am Druck liegt oder ob wir einfach nur Angst haben", sagte ein desillusionierter HSV-Kapitän Johan Djourou selbstkritisch nach dem 0:4 (0:2)-Debakel bei Bayer Leverkusen und stellte seinem eigenen Team damit ein Armutszeugnis aus.

Die bislang zweithöchste Saisonpleite glich wie auch das 0:8-Desaster Mitte Februar bei Bayern München unter Knäbels Vorgänger Joe Zinnbauer einem Offenbarungseid. "Ich bin vorsichtig bei Spielern, die eine andere Muttersprache sprechen", kommentierte Knäbel die deutliche Kritik seines Spielführers an der Mannschaft. Er pflichtete in der Sache dem an der Elfenbeinküste geborenen Innenverteidiger aber ohne Wenn und Aber bei. "Wenn man so emotionslos verliert, muss einiges schiefgelaufen sein - bei uns ist heute alles schiefgelaufen", bemängelte der eigentliche HSV-Sportdirektor.

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"Keine elf Männer auf dem Platz"

In den 90 Minuten in Leverkusen hatte sich mächtig Frust beim HSV angestaut. Und der Ärger musste raus. "Wenn man sich so präsentiert, dann hat man keine Chance die Klasse zu halten", sagte Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer. Und Knäbel schimpfte: "Heute hatten wir keine elf Männer auf dem Platz." Prompt kündigte er kurz nach dem Abpfiff personelle Konsequenzen für das Nordderby am kommenden Samstag gegen den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg an.

"Ich habe gesehen, auf wen ich mich verlassen kann und auf wen nicht", sagte der 48-Jährige. Dabei verriet Knäbel lediglich, dass er gegen die Niedersachsen wieder auf Marcelo Diaz und Pierre-Michel Lasogga setzen will, die mangels ausreichender Fitness in Leverkusen zunächst auf der Bank saßen.

Durchhalteparolen von Torwart und Trainer

Von dort sahen sie mit den anderen Hamburger Reservisten, dass Bayer die Begegnung nach Belieben diktierte und bei besserer Chancenverwertung noch höher hätte gewinnen können. Bei ihrer Generalprobe für das Pokal-Viertelfinale am Mittwoch gegen Bayern München (ab 20.15 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) beließen es die Gastgeber aber bei den Treffern von Gonzalo Castro (7., 64.) und Stefan Kießling (44., 56.), die ihrem früheren Mannschaftskollegen René Adler im HSV-Tor einen schlimmen Nachmittag bereiteten. "Wir müssen jetzt weitermachen. Wir wissen, dass wir genug Qualität haben", sagte Adler.

Der Torwart flüchtete sich ähnlich wie sein Coach in Durchhalteparolen. "Wir müssen in der kommenden Woche schauen, dass wir das nötige Selbstvertrauen tanken. Ich werde ansprechen, was ich von den Spielern erwarte", kündigte Knäbel an und machte dann noch gute Miene zum bösen Spiel: "Ich habe mich in meiner neuen Rolle sehr wohl gefühlt." Nach sieben Spielen ohne Sieg, der vierten Partie in Folge ohne eigenen Treffer und nur 25 Punkten wollte ihm das aber keiner so recht glauben.

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