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Niki Lauda: "Man sollte mit 150 km/h durch die Box fahren"

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Laudas radikaler Reformvorschlag  

"Man sollte mit 150 km/h durch die Box fahren"

12.07.2015, 11:21 Uhr | t-online.de

Niki Lauda: "Man sollte mit 150 km/h durch die Box fahren". Nico Rosberg schießt im Silberpfeil beim diesjährigen Rennen in Bahrain aus der Box. (Quelle: imago/Laci Perenyi)

Nico Rosberg schießt im Silberpfeil beim diesjährigen Rennen in Bahrain aus der Box. (Quelle: Laci Perenyi/imago)

Die Formel 1 unternimmt derzeit alles, um für die Fans wieder attraktiver und spannender zu werden. Einen fast schon radikalen Vorschlag hat nun Niki Lauda parat. Nicht nur auf der Strecke, sondern auch in der Boxengasse sollen die Fahrer zukünftig ordentlich Gas geben.

Dort ist das Tempo derzeit auf 80 Stundenkilometer beschränkt - deutlich zu langsam, findet der Mercedes-Aufsichtsratschef: "Man sollte mit Tempo 150 durch die Box fahren, weil die modernen Boxen, abgesehen von Monte Carlo oder Singapur, eh so breit wie Autobahnen sind", sagte er in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

Der Vorschlag des 66-Jährigen dürfte wegen des Sicherheitsaspekts aber auf wenig Begeisterung stoßen. In der Box herrscht während des Rennens viel Betrieb, Mechaniker und Medienvertreter wechseln laufend die Seite. Die Gefahr, dass Menschen zu Schaden kämen, wäre viel zu hoch. Erst vor zwei Jahren wurden die Sicherheitsvorschriften für die Boxengasse verschärft, nachdem ein Kameramann von einem herumfliegenden Rad getroffen und verletzt worden war.

Autos sollen wieder zu Biestern werden

Desweiteren unterstrich Lauda in dem Interview das Vorhaben, den Piloten wieder mehr Eigenverantwortung beim Fahren zu geben. Die Strategiegruppe mit Vertretern von sechs Rennställen sowie Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und Weltverbands-Präsident Jean Todt hatte entsprechende Änderungen kürzlich auf den Weg gebracht.

Das ab der übernächsten Saison generalüberholte Design der Boliden soll dabei für "deutlich schwieriger zu fahrende Autos" und eine "wesentlich höhere Belastung und Herausforderung für die Fahrer" sorgen. Erreicht werden soll dies durch ein aggressiveres Design, breitere Reifen und eine verbesserte und überholfreundlichere Dynamik.

Lauda will zurück zu den Wurzeln

Schon beim Start aus der Sommerpause im belgischen Spa am 23. August werden die Fahrer zudem vor allem beim Start wieder mehr auf sich allein gestellt sein. Weitere Einschränkungen auch in Bezug auf spezifische Informationen für die Fahrer von der Box sollen bis ins Jahr 2016 umgesetzt werden.

"Das Ziel ist, dass der Fahrer wieder alleine entscheiden muss, wie er sein Auto am besten ins Ziel bringt. Die Manipulation oder Einmischung von der Boxenmauer wird eingeschränkt, die Rolle der Fahrer wieder wichtiger und für das Publikum greifbarer", sagte Lauda: "Das System sollte immer weiter entwickelt werden, so dass man wieder dahin kommt, wo man einmal war: Der Fahrer alleine ist zuständig für das Auto."

Die Ideen gewannen zuletzt an Bedeutung, nachdem eine weltweite Fan-Umfrage zu Monatsbeginn alarmierende Ergebnisse gebracht hatte. In der Untersuchung beklagten die Anhänger der Königsklasse besonders Langeweile und eine zu stark gewordene Dominanz der Technik.

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