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Fußball: Mutko tritt als Cheforganisator der Fußball-WM 2018 zurück

Fußball  

Mutko tritt als Cheforganisator der Fußball-WM 2018 zurück

27.12.2017, 17:26 Uhr | dpa

Fußball: Mutko tritt als Cheforganisator der Fußball-WM 2018 zurück. Witali Mutko ist nicht mehr der Cheforganisator der Fußball-WM 2018 in Russland.

Witali Mutko ist nicht mehr der Cheforganisator der Fußball-WM 2018 in Russland. Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Moskau (dpa) - Sechs Monate vor der Fußball-WM in Russland muss Cheforganisator Witali Mutko unter dem Druck des Doping-Skandals seinen Posten räumen.

Der bisherige Geschäftsführer Alexej Sorokin übernehme die Leitung des Organisationskomitees, teilte der Vizeministerpräsident Mutko in Moskau mit: "Ich konzentriere mich auf meine Arbeit in der Regierung." Die WM-Endrunde in Russland, bei der Weltmeister Deutschland seinen Titel verteidigen will, findet vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 statt.

Der Fußball-Weltverband nahm den Rückzug zur Kenntnis. "Die FIFA dankt Herrn Mutko für seinen außerordentlich wertvollen bisherigen Beitrag zur Vorbereitung des Turniers", hieß es in einer Mitteilung. Mutko (59) sei von FIFA-Präsident Gianni Infantino zum Rücktritt aufgefordert worden, sagte Alischer Aminow, ein Kritiker des russischen Systems, der Schweizer Zeitung "Tagesanzeiger". Wegen Mutkos Rolle im Doping-Skandal war die FIFA, die bisher an ihm festgehalten hatte, zuletzt immer stärker unter Druck geraten.

Sorokin sagte, er werde im Komitee Vorsitzender und Generaldirektor zugleich sein. "In der Leitung ändert sich gar nicht so viel", sagte er der Agentur Tass. Der 45 Jahre alte Dolmetscher für Englisch und Französisch hatte Mutko im September auch schon im FIFA-Rat beerbt.

"Es gibt noch viel Arbeit. Aber ich bin absolut überzeugt, dass alles pünktlich fertig sein wird", sagte Mutko. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte den langjährigen Sportminister Anfang Dezember lebenslang für Olympia gesperrt. Es sieht ihn als eine Schlüsselfigur im russischen Doping-System, das bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 seinen Höhepunkt fand.

Am Montag hatte Mutko noch versucht, mit einem begrenzten Einlenken aus der Kritik zu kommen. Er gab die Leitung des russischen Fußballverbands für bis zu sechs Monate ab. In dieser Zeit wolle er sich vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne gegen die Olympia-Sperre wehren, kündigte er an.

Die Entscheidung über sein Amt als Cheforganisator legte er in die Hände von Präsident Wladimir Putin und der russischen Regierung. Mutko ist ein langjähriger sportpolitischer Weggefährte Putins. Wie der Kremlchef begann er seine Karriere in St. Petersburg. Aus dem Kreml gab es zunächst keine Reaktion auf den Rücktritt.

Die russische Politik weist den Vorwurf systematischen Dopings zurück und spricht von Einzelfällen. Mutko hatte immer wieder in langen, feurigen Reden, für die er bekannt ist, die Unschuld Russlands beteuert. Auch bei der WM-Auslosung Anfang Dezember in Moskau redete er sich zweimal in Rage. Solche Szenen hätten den Vorlauf auf die WM, die als Prestigeprojekt Putins gilt, wohl auch weiterhin begleitet. Der Rückzug schließt eine offene Flanke.

Trotzdem wird Mutko für die WM weiter eine wichtige Rolle spielen. "Witali Mutko wird als stellvertretender Ministerpräsident weiter die Vorbereitung der Regionen auf die WM beaufsichtigen und den Bau der notwendigen Infrastruktur koordinieren", teilte das Organisationskomitee mit. Es bedauerte den Rückzug. Die personellen Veränderungen hätten aber keinen Einfluss auf die Vorbereitungen.

Mutko war von 2008 bis 2016 russischer Sportminister. Nachdem die Doping-Vorwürfe gegen die russischen Leichtathleten zum Ausschluss von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro führten, wurde er auf den Posten eines Vizeregierungschefs weggelobt. Die Zuständigkeit für den Sport blieb.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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