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Tischtennis: Timo Boll peilt mit 37 ersten WM-Titel an

Tischtennis  

Timo Boll peilt mit 37 ersten WM-Titel an

26.04.2018, 15:33 Uhr | dpa

Tischtennis: Timo Boll peilt mit 37 ersten WM-Titel an. Peilt mit 37 den ersten WM-Titel an: Tischtennis-Ass Timo Boll.

Peilt mit 37 den ersten WM-Titel an: Tischtennis-Ass Timo Boll. Foto: Carmen Jaspersen/dpa. (Quelle: dpa)

Halmstad (dpa) - Hätte Timo Boll einen Briefkopf, so wie Fußball-Clubs ihn haben, dann bliebe für den Brief als solchen nicht mehr viel Platz.

Der erfolgreichste deutsche Tischtennis-Spieler gewann bereits 17 Europameister-, zwei World-Cup- und fünf Champions-League-Titel. Nur Tischtennis-Weltmeister ist Boll in seiner Karriere nie geworden. Oder wie man mittlerweile wohl wieder sagen muss: Noch nicht geworden.

Am Sonntag beginnt im schwedischen Halmstad die Mannschafts-WM - und im Alter von 37 Jahren bietet sich Boll noch einmal die Chance auf einen lange nicht mehr für möglich gehaltenen Triumph. Denn an der Spitze der Setzliste stehen nicht mehr die vermeintlich unschlagbaren Chinesen, sondern das deutsche Team mit dem Weltranglisten-Zweiten Timo Boll und dem Weltranglisten-Dritten Dimitrij Ovtcharov.

"Ich hätte den WM-Titel schonmal gerne gewonnen und möchte ihn noch immer gerne gewinnen", sagte Boll der Deutschen Presse-Agentur. Wobei - und diese Aussage ist typisch für diesen so erfolgreichen aber auch in sich ruhenden Sportler: Der fehlende WM-Titel "ist eine Lücke in der Statistik. Aber keine Lücke in meiner Erfüllung."

Weltmeister mit 37 - wie soll das gehen? Die Antwort ist zumindest vordergründig recht einfach: Wenn jemand mit 36 die Nummer eins der Weltrangliste wird, dann kann er auch mit 37 noch Weltmeister werden. Leistungsmäßig ist Boll den besten Chinesen zuletzt so nahe gekommen, wie das im Alter von 31 oder 32 selbst ihm persönlich noch undenkbar erschien.

"Ich dachte schon vor fünf Jahren: Das ist jetzt meine letzte Chance", sagte Boll. "2016 zum Beispiel hatte ich im olympischen Jahr das Gefühl: Ich bin eine Klasse schlechter als ein Ma Long oder ein Fan Zhendong. Ich sah damals die Olympia-Auslosung, wusste, dass ich auf Ma Long zulaufe und war mir sicher: Der Medaillen-Traum ist für mich gestorben." Mittlerweile hat er den Olympiasieger aus China beim World Cup 2017 geschlagen und in der Weltrangliste überholt.

Die Frage ist deshalb auch: Eine solche Entwicklung mit 37 - wie konnte das passieren? Wie kann der Leistungssport immer schneller und ausgefeilter werden und gleichzeitig den 36 Jahre alten Roger Federer auf Position zwei der Tennis-Weltrangliste und den 37 Jahre alten Timo Boll auf Position zwei der Tischtennis-Weltrangliste führen?

"Keiner streitet mein Talent oder meine Fähigkeiten ab. Körperlich habe ich mich auch ganz gut gehalten", erklärte Boll. "Ich habe mich gut auf die neuen Bälle eingestellt und kann durch meine Erfahrung, durch Taktik und die Platzierung der Bälle die brutalen Bewegungen gut umgehen. So ist diese Entwicklung entstanden. Auch wenn ich sie für mich persönlich nicht mehr für realistisch gehalten habe."

Und so ist auch der WM-Titel auf einmal wieder ein realistisches Ziel. Auch wenn Richard Prause, der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes, sagt: "Eine Setzung gewinnt noch keine Medaille."

Denn zur Entwicklung der vergangenen Monate gehört eben auch ein weiterer Umstand: Als Boll und Ovtcharov ihre Erfolge feierten, hatten die Chinesen einige Probleme. Und jetzt, so kurz vor der WM, als wieder die Chinesen die wichtigsten Turniere gewannen, läuft es bei den Deutschen nicht rund. Ovtcharov musste zuletzt pausieren, weil er sich am Oberschenkelhals verletzte. Und auch Boll setzte kurzzeitig mit dem Training aus, weil ihn seine Erfolge so geschlaucht hatten.

"Wenn wir über das ganz große Ding sprechen, dann brauchen wir einen Ovtcharov in 100-prozentiger Form, einen Boll in 100-prozentiger Form und alle anderen in 100-prozentiger Form", sagte Boll. "Und momentan sieht es danach nicht aus. Aber wenn es zu einem Endspiel gegen China käme, dann würden wir uns darauf freuen und wären heiß darauf."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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