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Tennis: Südafrikaner Anderson erstmals im Wimbledon-Endspiel

Tennis  

Südafrikaner Anderson erstmals im Wimbledon-Endspiel

13.07.2018, 21:55 Uhr | dpa

Tennis: Südafrikaner Anderson erstmals im Wimbledon-Endspiel. Nach einem epischen Fünf-Satz-Krimi hat Kevin Anderson das Finale in Wimbledon erreicht.

Nach einem epischen Fünf-Satz-Krimi hat Kevin Anderson das Finale in Wimbledon erreicht. Foto: Steven Paston/Press Association. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Im zweitlängsten Spiel der Turniergeschichte hat Federer-Schreck Kevin Anderson zum ersten Mal in seiner Tennis-Karriere das Endspiel von Wimbledon erreicht.

In einer spannenden Partie über 6:36 Stunden rang der Südafrikaner Wimbledon-Marathonmann John Isner aus den USA in fünf Sätzen mit 7:6 (8:6), 6:7 (5:7), 6:7 (9:11), 6:4, 26:24 nieder. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll", meinte der Weltranglisten-Achte beim Verlassen des Centre Courts. "Einer muss gewinnen. John ist ein großartiger Junge, ich habe wirklich Mitleid mit ihm."

Als Anderson seinen ersten Matchball verwandelt hatte, schlug er die Hände über den Kopf zusammen und nahm seinen Kontrahenten in die Arme. Der Weltranglisten-Zehnte Isner bleibt ein Spieler für besondere Momente und ist nun an den beiden längsten Partien auf der berühmten Tennis-Anlage im Südwesten Londons beteiligt. Unvergessen ist das längste Match der Tennis-Geschichte 2010, in dem Isner in der ersten Runde über drei Tage nach 11:05 Stunden mit 70:68 im fünften Satz gegen Nicolas Mahut gewann.

Das bisher zweitlängste Match zwischen Marin Cilic und Sam Querrey überboten die beiden Kontrahenten an einem denkwürdigen Tag um 65 Minuten. Der Kroate und der US-Amerikaner hatten sich 2012 in der dritten Runde 5:31 Stunden gegenübergestanden. Den Rekord für das längste Wimbledon-Halbfinale hatten die beiden Kontrahenten beim Matchball längst pulverisiert, sie lag bei 4:44 Stunden.

Im Endspiel am Sonntag (15.00 Uhr MESZ) trifft Anderson auf den Gewinner des zweiten Halbfinals zwischen dem Spanier Rafael Nadal und Novak Djokovic aus Serbien. "Ich versuche so frisch wie möglich zu sein", sagte er und sprach sich für eine Regeländerung aus und dafür auch in Wimbledon den fünften Satz mit einem Tiebreak zu beenden.

Der US-Open-Finalist von 2017 hatte im Viertelfinale am Mittwoch trotz eines 0:2-Satzrückstands und eines Matchballs gegen sich den Schweizer Roger Federer geschockt und den Topfavoriten und Publikumsliebling im fünften Satz mit 13:11 aus dem Turnier genommen.

Zwei Tage später schenkten sich Isner und Anderson nichts. In seinen zuvor fünf diesjährigen Partien im Südwesten Londons hatte der US-Amerikaner, der mit Abstand am meisten Assen im Turnier serviert hat, nicht einmal seinen Aufschlag abgegeben. Auch Anderson gelang erst nach rund zweieinhalb Stunden ein erstes Break, Isners imposante Serie endete nach 111 Aufschlagspielen. Isner holte sich das Break jedoch sofort zurück. So ging auch der dritte Satz zwischen dem 2,03 Meter großen Anderson und dem 2,10 Meter großen Isner in den Tiebreak.

Allein der fünfte Satz zog sich dann über 175 Minuten. Isner legte stets vor, mit stoischer Ruhe zog Anderson immer wieder nach. Bei 24:24 gelang dem Südafrikaner dann ein kurioser Punktgewinn, als er auf den Rasen plumpste, sich aufrappelte, den Schläger für einen Schlag in die linke Hand wechselt und dann von einem Fehler seines Gegenübers profitierte. "Das bringt mich zum Lachen. Das war am Ende offensichtlich ein wichtiger Punkt für mich", sagt Anderson später.

Kurz darauf stand es 0:40 bei Isners Aufschlag, einen Breakball wehrte er noch ab, dann landete eine Rückhand im Netz. Bei eigenem Aufschlag ließ sich Anderson den Finaleinzug nicht mehr nehmen und ist nun erster Südafrikaner im Endspiel des bedeutendsten Tennis-Turniers der Welt seit Brian Norton im Jahr 1921.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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