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Volleyballstar - Grozer ordnet Leben neu: "...danach ist echt Schluss"

Volleyball  

Grozer ordnet Leben neu: "...danach ist echt Schluss"

09.09.2018, 10:05 Uhr | dpa

Volleyballstar - Grozer ordnet Leben neu: "...danach ist echt Schluss". Deutschlands Ausnahmevolleyballer, Georg Grozer.

Deutschlands Ausnahmevolleyballer, Georg Grozer. Foto: Sören Stache. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Die Geduld von Deutschlands Ausnahmevolleyballer Georg Grozer kennt kaum Grenzen. Mit einem Lächeln unterschreibt der Weltklassespieler Autogramme für die wartenden Fans und posiert am Rande des Doppeltests in Leipzig und Dresden gegen Olympiasieger Brasilien für Erinnerungsfotos.

Die Zeit des mittlerweile 33 Jahre alten Diagonalangreifers im Trikot der Nationalmannschaft läuft aber allmählich ab. "Ich versuche an Olympia 2020 teilzunehmen, die Qualifikation dafür ist im Januar 2020. Bis dahin mache ich auf jeden Fall noch, danach ist echt Schluss mit der Nationalmannschaft", sagte Grozer der Deutschen Presse-Agentur.

Der gebürtige Ungar hat mit Olympia noch eine Rechnung offen. 2012 schieden die Deutschen in London im Viertelfinale gegen Bulgarien aus, 2016 schafften sie gar nicht erst den Sprung nach Rio de Janeiro. Im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Polen im Januar desselben Jahres in Berlin hatte die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) sogar einen Matchball vergeben.

Spätestens in Japan will Grozer, der 2007 sein Debüt im Nationalteam gab, seine Medaillensammlung vervollständigen. "Es fehlt noch eine goldene Medaille, Silber und Bronze haben wir schon", sagte der Ausnahmekönner von Zenit St. Petersburg, dessen Vater Georg Grozer senior auch Spitzenvolleyballer war und wahlweise als "Hammerschorsch" oder "Naturereignis" bezeichnet wurde. 2014 gewann Grozer mit der Nationalmannschaft WM-Bronze, im vergangenen Jahr gelang bei der EM der Silber-Coup. Ohne den Zwei-Meter-Hünen wären diese Erfolge nicht möglich gewesen.

Grozer hatte sich nach EM-Silber in Polen eine Auszeit in der Nationalmannschaft genommen. Das hat er immer wieder so gemacht. Seine Spielweise kostet viel Kraft, schließlich ist er in der Offensive der Fixpunkt. "Ich habe jetzt drei Monate Pause gemacht, meinen Kopf freigekriegt, mein Leben neu sortiert", erzählte er.

Grozer hat sich von seiner Frau Violetta getrennt, ist mittlerweile mit der tschechischen Nationalspielerin Helena Havelkova zusammen. Sie schlägt künftig auch in Russland für Dynamo Moskau auf, nach St. Petersburg ist es da gerade einmal rund eine Flugstunde. "Ich habe wieder Kraft getankt für den Volleyball, habe neue Lust", sagte Grozer, der in Russland vertraglich zwei Jahre gebunden ist.

Nach dem letzten Test gegen Brasilien in Dresden besucht er in Moers, wo Frau Violetta lebt, noch seine beiden Töchter Leana und Loreen. Am Freitag fliegt Grozer dann nach St. Petersburg. Eigentlich läuft da ja schon die WM in Bulgarien und Italien, doch Deutschland konnte sich dafür nicht qualifizieren. "Das ist schon traurig, dass man nicht dabei ist, vor allem weil man die EM so gut gespielt hat und eine Mannschaft hat, die zwar jung ist, aber richtig großes Potenzial hat", meinte Grozer.

"Es hat weh getan, als wir die Qualifikation nicht geschafft haben", räumte auch Nationaltrainer Andrea Giani ein. Die Spiele für die WM kamen kurz nachdem er die Nationalmannschaft übernommen hatte, und da taten sich Kapitän Lukas Kampa & Co. mit der ungewohnt risikofreudigen Spielweise des Italieners noch schwer.

Das hat sich aber längst geändert. Das lässt sich nicht nur an EM-Silber ablesen, sondern auch am mutigen Auftreten gegen Brasilien. Giani soll nun seinen Ende dieses Jahres auslaufenden Vertrag beim DVV verlängern. Denn auch der frühere Weltklassespieler hat mit Deutschland dieses eine Sehnsuchtsziel: Tokio 2020.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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