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US-Turnverband: 195 Millionen Entschädigung wegen Missbrauch-Skandal

Missbrauchsskandal  

US-Turnverband bietet 195 Millionen Entschädigung

31.01.2020, 08:52 Uhr | dpa

US-Turnverband: 195 Millionen Entschädigung wegen Missbrauch-Skandal. Missbrauch-Skandal beim US-Turnverband: Auch Simone Biles ist unter den Opfern. (Quelle: imago images/Kyodo News)

Missbrauch-Skandal beim US-Turnverband: Auch Simone Biles ist unter den Opfern. (Quelle: Kyodo News/imago images)

Der Mediziner Larry Nassar wurde für den Missbrauch teils minderjähriger Opfer zu bis zu 175 Jahren Haft verurteilt. In dem Skandal bietet der US-Turnverband den Opfern nun eine Entschädigung in Höhe von 195 Millionen Euro.

Im Missbrauchsskandal um den früheren Arzt Larry Nassar bietet der US-Turnverband den Opfern Entschädigungen in Höhe von insgesamt 215 Millionen Dollar an. Man strebe eine einvernehmliche Lösung mit den Vertretern der betroffenen Sportlerinnen an, sagte Verbandschefin Li Li Leung. Mit einer Einigung auf Abfindungszahlungen von umgerechnet 195 Millionen Euro will der Verband die drohenden Gerichtsverfahren mit Nassars Opfern abwenden.

Der Mediziner Nassar wurde für den Missbrauch teils minderjähriger Opfer zu bis zu 175 Jahren Haft verurteilt. Er hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Turnerinnen sexuell misshandelt zu haben. Insgesamt waren Anzeigen hunderter Turnerinnen und ihrer Eltern gegen ihn eingegangen, darunter von den Olympiasiegerinnen Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles.

Opfer-Anwälte lehnten das Entschädigungsangebot ab 

Opfer-Anwälte lehnten das Entschädigungsangebot des US-Verbands zunächst ab. Der Vorschlag enthalte keine Strukturveränderungen innerhalb des Verbands, um künftig die Sicherheit der Turnerinnen vor Übergriffen zu garantieren, hieß es in einer Erklärung. Zudem übernehme der US-Verband keine Verantwortung für die Vorfälle.

Wegen der drohenden Klagewelle hatte der US-Verband ein Konkursverfahren eingeleitet. In der Folge des Skandals hatte die gesamte Verbandsführung gehen müssen, darunter auch Präsident Steve Penny. Das Nationale Olympische Komitee der USA hatte sogar gedroht, die Turner auszuschließen. Viele Sponsoren zogen sich zurück. Die glücklose Penny-Nachfolgerin Kerry Perry trat im September vergangenen Jahres zurück und wurde von Leung ersetzt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa 

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