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"Goldmedaille wÀre schön": Zverevs Motivation "riesig"

Von dpa
Aktualisiert am 23.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Alexander Zverev beim Training in Tokio.
Alexander Zverev beim Training in Tokio. (Quelle: Seth Wenig/AP/dpa./dpa)
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Tokio (dpa) - In der Mittagshitze von Tokio hĂ€ngte Alexander Zverev noch eine Extraschicht hinten dran. Jan-Lennard Struff, Kevin Krawietz und Tim PĂŒtz waren nach dem gemeinsamen Doppeltraining schon verschwunden.

Auch Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann eilte im Laufschritt davon, weil die Zeit bis zur letzten Bus-Abfahrt drĂ€ngte. Doch der Hamburger schnappte sich noch den Pappkarton mit den TennisbĂ€llen und ĂŒbte AufschlĂ€ge. Die Motivation, eine Olympia-Medaille zu gewinnen, sei "riesig", sagte Zverev der Deutschen Presse-Agentur, als alle BĂ€lle wieder eingesammelt waren und er an der Bank von Außenplatz neun seine Sachen einpackte.

Turnier beginnt Samstag

Der Weltranglisten-FĂŒnfte geht das am Samstag beginnende Turnier im Ariake Tennis Park mit Optimismus an und will seiner Rolle als einer der Mitfavoriten im Einzel gerecht werden. Sein Erstrundenmatch gegen Yen-Hsun Lu aus Taiwan steht erst am Sonntag an, im Doppel tritt er gemeinsam mit dem SauerlĂ€nder Struff bereits am Samstag an. PĂŒtz und Krawietz bilden das andere deutsche Herren-Doppel. Es werde "hoffentlich nicht nur eine" Medaille, sagte Zverev schmunzelnd: "Aber eine Goldmedaille wĂ€re auch schön."

Als Angelique Kerber vor fĂŒnf Jahren in Rio de Janeiro die Silbermedaille gewann, hatte Zverev aus gesundheitlichen GrĂŒnden gefehlt. In Japan soll eine erfolgreiche Premiere bei den Olympischen Spielen auch ĂŒber die EnttĂ€uschung seines Achtelfinal-Ausscheidens kĂŒrzlich in Wimbledon hinweghelfen. Und dafĂŒr muss er eben auch Training in der vollen Sonne und bei mehr als 30 Grad aushalten. "Man muss sich daran gewöhnen. Wenn du die ganze Zeit abends trainierst und dann am Spieltag tagsĂŒber spielen musst, kommst du raus, spielst drei Spiele und dann ist es vorbei", erklĂ€rte der 24-JĂ€hrige.

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Im teaminternen Doppel mit Struff gegen die Spezialisten Krawietz und PĂŒtz blieb Zverev am Freitag zwar chancenlos. Der guten Laune dĂŒrfte das aber keinen Abbruch tun. Seit Zverev Anfang der Woche mit dem Team in den Flieger gestiegen ist, ist der Spaß groß. Abends wird Skat gespielt. Es wird auch beim Training oft geflachst und gelacht. Viel Zeit fĂŒr Freizeit blieb laut Zverev nicht: "Wir haben versucht, uns vorzubereiten, um hier so gut wie möglich zu spielen."

Teamspirit soll Extraschub geben

Der Olympia-DebĂŒtant freut sich darauf, Deutschland zu vertreten. Der Teamspirit ist eine willkommene Abwechslung zur gewohnten ATP-Tour und soll einen Extraschub geben, auch wenn Zverev zugleich ohne seine eigene "Crew" um seinen Vater auskommen muss. "Es ist definitiv so, dass er die anderen motiviert, die Jungs motivieren ihn", sagte Herren-Teamchef Michael Kohlmann. Zverev warnte: "Am Ende des Tages bist du auf dem Platz trotzdem alleine."

Im Einzel-Tableau ist die deutsche Nummer eins an Position vier gesetzt. Die Absagen der Topstars Rafael Nadal aus Spanien und Roger Federer aus der Schweiz sowie das Fehlen des italienischen Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini und des österreichischen US-Open-Siegers Dominic Thiem haben seine Chancen noch vergrĂ¶ĂŸert.

Djokovic möglicher Gegner

Um ins Finale zu kommen, mĂŒsste Zverev aber den absoluten Topfavoriten besiegen. Sein potenzieller Halbfinalgegner ist der in diesem Jahr ĂŒberragende Weltranglistenerste Novak Djokovic.

Der Serbe kann in Tokio einen weiteren Schritt auf dem erhofften Weg zu einer ganz speziellen Geschichte schaffen. Er hat in dieser Saison schon bei den Australian Open, den French Open und in Wimbledon triumphiert. Im September hat Djokovic die Chance, auch die US Open fĂŒr sich zu entscheiden und damit den Grand Slam perfekt zu machen. Holt er zuvor Olympia-Gold, wĂ€re sogar der Golden Slam möglich, der zuletzt Steffi Graf 1988 gelang. Sollte es zu diesem Halbfinal-Duell kommen, will Zverev der Spielverderber werden. "Wir sind froh, wenn das Turnier losgeht", sagte er ĂŒber die Stimmung im deutschen Team.

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