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Nach Doping-Skandal: IAAF-Council verlängert Russland-Bann


Nach Doping-Skandal  

IAAF-Council verlängert Russland-Bann

04.12.2018, 17:23 Uhr | dpa

Nach Doping-Skandal: IAAF-Council verlängert Russland-Bann. Die IAAF hat die Suspendierung des russischen Leichtathletik-Verbandes RUSAF nicht aufgehoben.

Die IAAF hat die Suspendierung des russischen Leichtathletik-Verbandes RUSAF nicht aufgehoben. Foto: Diego Azubel/EPA. (Quelle: dpa)

Monte Carlo (dpa) - Der Leichtathletik-Weltverband IAAF bleibt im Doping-Skandal konsequent und gewährt Russland weiter keine Gnade.

"Das IAAF-Council hat dem Antrag der Task Force entsprochen, die Suspendierung Russlands aufrechtzuerhalten", sagte Rune Andersen, Leiter der Task Force, am Dienstag in Monte Carlo. Zwei Bedingungen muss Russland erfüllen, damit die seit drei Jahren währende Sperre aufgehoben wird: Die IAAF will den Bann erst aufheben, wenn sie die im Moskauer Analyselabor lagernden Daten und Doping-Proben erhalten hat und prüfen kann. Außerdem muss Russland erst die Rechnung für die Kosten der Task-Force-Arbeit von rund 2,7 Millionen Euro begleichen.

"Die Entscheidung der IAAF ist konsequent. Die IAAF mit Präsident Sebastian Coe an der Spitze hat eine klare Haltung im Sinne der sauberen Athleten und der Glaubwürdigkeit gezeigt", sagte Jürgen Kessing, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Denn Russland habe in Bezug auf die Haltung beim Anti-Doping-Problem "keine gravierende Veränderungen" gezeigt.

Auch die Nationale Anti-Doping-Agentur begrüßt das "klare Zeichen" der IAAF. "Die Forderungen aus der Roadmap müssen zwingend erfüllt werden, jegliche Art von Vorleistungen sind unangebracht", hieß es in einer Stellungnahme der NADA.

Mit der Entscheidung weigerte sich die IAAF, in den Kompromisskurs der Welt-Anti-Doping-Agentur einzuschwenken. Die WADA hatte am 20. September die russische Anti-Doping-Agentur RUSAF wieder zugelassen, allerdings unter der Bedingung, dass der Zugriff zu den Moskauer Labor-Daten (bis 31. Dezember) und Doping-Proben (bis 30. Juni) aus den Jahren 2011 bis 2015 später gewährt werden muss.

Die IAAF will zudem unabhängig von der WADA die Daten und Proben von russischen Leichtathleten durch die unabhängige Integritätskommission AIU prüfen lassen. "Wir haben keine Zusicherung, aber ich hoffe, dass die Daten bis Ende des Jahres geliefert werden. Wir hatten schon 2016 danach gefragt", erklärte Andersen. Die IAAF hatte Russland am 13. November 2015 gesperrt und im Gegensatz zum Internationalen Olympischen Komitee von den Sommerspielen 2016 in Rio ausgeschlossen - Weitspringerin Darja Klischina durfte als einzige Russin starten.

"Die Task Force hofft, dass der russische Verband RUSAF und die Behörden Russlands nun alle notwendigen Schritte machen, um diese Forderungen so schnell wie möglich zu erfüllen", hieß es in einer IAAF-Mitteilung. Im März wird das IAAF-Council zur nächsten Sitzung zusammenkommen.

"Wir werden sehen, wie sich die Ereignisse entwickeln", meinte IAAF-Chef Coe. Damit ist es unwahrscheinlich, dass bei der Hallen-EM vom 1. bis 3. März 2019 in Glasgow das ganze Land teilnehmen darf und nicht nur einzelne Russen als "neutrale Athleten" nach genauer Prüfung. Zuletzt war Russland komplett bei der WM 2015 in Peking am Start. Die nächsten Weltmeisterschaften werden vom 27. September bis 6. Oktober 2019 in Doha ausgetragen.

Die Enthüllung eines flächendeckenden Dopings in der russischen Leichtathletik durch die ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping" im Dezember 2014 stand am Anfang des in der Sportgeschichte beispiellosen Skandals. Involviert war auch der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack. Er soll gegen Geld Doping-Fälle vertuscht haben.

Neben der Suspendierung durch die IAAF hat nur die bereits für die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro verhängte Sperre des Internationalen Paralympischen Komitees gegen Russland noch Bestand.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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